Am Mittwochabend ist Borussia Mönchengladbach zu Gast bei RB Leipzig. Anders als die aktiven Fanszenen von Borussia Dortmund und vom FC Augsburg wollen die Gladbacher Anhänger die Partie nicht boykottieren.

Gladbach-Fans bei RB

19 Minuten Schweigen, dann „Vollgas“

Fanzeit
20. September 2016, 10:40 Uhr
Foto: Getty Images

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Am Mittwochabend ist Borussia Mönchengladbach zu Gast bei RB Leipzig. Anders als die aktiven Fanszenen von Borussia Dortmund und vom FC Augsburg wollen die Gladbacher Anhänger die Partie nicht boykottieren.

Stattdessen wollen sie den Protest gegen den Bundesliga-Aufsteiger und den dahinter stehenden Getränkekonzern ins Stadion tragen. Dazu rufen der FPMG Supporters Club und die Ultras von „Sottocultura“ alle Borussia-Fans auf, in Anlehnung an das Vereinsgründungsjahr die ersten 19:00 Spielminuten zu schweigen. Danach soll es dann heißen: „Vollgas, Borussia supporten und den Protest gegen Red Bull hinausschreien!“

Um in dieser Hinsicht Geschlossenheit zu demonstrieren, sollen vor dem Gästeblock zum Preis von jeweils fünf Euro eigens angefertigte Mottoschals verkauft werden. Diesem Motto soll ab der 19. Minute dann auch in größerer Form entsprochen werden.

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Auch bei kommenden Spielen in Leipzig wollen die Gladbach-Fans an dieser Marschroute festhalten, „da uns ein Hin&Her in dieser Sache nicht angemessen erscheint“ , wie es in dem Aufruf heißt. Vor diesem Hintergrund seien die Borussia-Anhänger zu der Überzeugung gelangt, „dass ein Boykott des Spiels in Leipzig der falsche Weg ist.“

Stattdessen wollen sie beim Spiel gegen Leipzig „für die Werte einstehen, die uns gerade von solchen Produkten unterscheiden. Unser Team nicht im Stich zu lassen und gleichzeitig den Protest ins Stadion tragen, der sonst nicht stattfinden würde – das ist unsere Marschroute gegen Red Bull!“

Zwar sei es als Fan eines Bundesligavereins heutzutage unvermeidlich, „gewisse Widersprüche zwischen dem Anspruch an einen traditionellen und fannahen Fußball einerseits und der Realität rund um Aktiengesellschaften, ausgegliederte Profiabteilungen und strategische Partner andererseits auszuhalten.“ Dennoch stellt der Aufsteiger aus Leipzig für die Gladbach-Fans eine „neue Dimension der Abscheulichkeit dar. Die bisherige Logik der Vereinsunterstützung wird durch dieses Konstrukt umgekehrt, da hier ein Verein einzig und allein zu dem Zweck gegründet wurde, Werbeträger für ein Unternehmen zu sein“, begründen die Gladbach-Fans ihren Protest.

Autor: Fanzeit

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