Am Sonntagabend dürfte Christian Pulisic keinen Gedanken mehr an Fußball verschwendet haben, da genoss der US-Amerikaner seine Geburtstagsfeier.

Dortmund

BVB begeistert sich an seinem neuen Jugendstil

Sebastian Weßling
18. September 2016, 20:36 Uhr
Foto: firo

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Am Sonntagabend dürfte Christian Pulisic keinen Gedanken mehr an Fußball verschwendet haben, da genoss der US-Amerikaner seine Geburtstagsfeier.

Ort und Begleitprogramm erinnerten daran, wie jung der Profi von Borussia Dortmund noch immer ist: Pulisic besuchte das Justin-Bieber-Konzert in Köln, mit Freunden stieß er dort auf seinen 18. Geburtstag an.

Tags zuvor war es noch Pulisic selbst, dem die Massen zujubelten, beim 6:0-Sieg über Darmstadt 98 vor 81 360 Zuschauern in Dortmund gehörte der Rechtsaußen zu den prägenden Kräften – wie schon am Mittwoch in der Champions League, als der BVB im anderen Sixpack mit 6:0 gewann. „Er hatte viele Tempoläufe, hat den einen oder anderen Gegenspieler alt aussehen lassen“, lobte Mitspieler Julian Weigl, selbst erst 21. „Genau so brauchen wir ihn, so hat er es Woche für Woche im Training gezeigt. Er ist auf einem guten Weg.“

Ein Tor schoss Pulisic, zwei weitere bereitete er vor. „Er hat mit seinen jungen Jahren schon unfassbares Potenzial“, schwärmte Sebastian Rode. „Wenn er gesund bleibt und seine Spiele macht, werden wir noch viel Freude an ihm haben.“

Die Jungen prägten die Partie

Freude dürfte den Dortmundern auch bereiten, dass Pulisic nur ein Teil des Dortmunder Jugendstils war: Bei 23,6 Jahren lag der Altersschnitt der Startelf gegen Darmstadt. Zum Vergleich: Der für seine vielen jungen Spieler gepriesene Aufsteiger RB Leipzig kam beim 4:0-Sieg über den Hamburger SV auf 24,1 Jahre. Und dass eine jüngere Dortmunder Startelf auflief, ist über drei Jahre her: im April 2013 unter Jürgen Klopp, als es in der Liga um nichts mehr ging.

Und die Jungen spielten nicht einfach nur mit, sie prägten die Partie gegen Darmstadt wie zuvor schon jene in Warschau: Pulisic, Ousmane Dembélé (19), Emre Mor (19) und Raphael Guerreiro (22) waren an fünf der sechs Tore beteiligt. Nur das 5:0 durch Sebastian Rode (26) auf Vorlage von Gonzalo Castro (29) ging komplett auf das Konto zweier erfahrener Akteure.

Mit ihrem unbekümmerten Spiel haben die vielen Hochbegabten nun entscheidend dazu beigetragen, die Stimmung in Dortmund zu retten, die unter dem 0:1 in Leipzig doch ordentlich gelitten hatte.

„Die Leistung in Leipzig hat keinem gefallen, das war nicht unser Gesicht, nicht der Fußball, den wir spielen wollen“, sagte Weigl. „Jetzt haben wir zweimal wieder unseren dominanten Fußball gespielt.“

Und sie haben demonstriert, welche Möglichkeiten ihr neuer Kader grundsätzlich bietet. „Wir haben alle drei Tage ein Spiel, da ist es wichtig, dass man nicht nur 14 Topspieler hat, sondern 18 bis 21, und wechseln kann“ meinte Rode. Tatsächlich konnte es Trainer Tuchel sich gegen allerdings desolate Darmstädter problemlos leisten, Toptorjäger Pierre-Emerick Aubameyang, Mario Götze, Marc Bartra und Shinji Kagawa auf der Bank zu lassen, André Schürrle und Lukasz Piszczek fehlten zudem verletzt.

„Unser Vertrauen gilt diesen jungen Spielern, sonst würden wir sie nicht aufstellen“, sagte Trainer Thomas Tuchel. „Sie müssen aber auch zurückzahlen.“ Gegen Darmstadt klappte dies ausgezeichnet, wenngleich Tuchel auch die erfahreneren Akteure ausdrücklich lobte: „Die Mischung macht es am Ende“, sagte er. „Die anderen Spieler bereiten ihnen eine Top-Grundlage, um so frei spielen zu können.“

Nun kommen Wolfsburg – und Real
Mannschaft und Trainer aber wissen, dass die wahren Gradmesser noch kommen. „Wir waren zweimal deutlich in der Favoritenrollen“, so Tuchel. „Aus dieser Rolle heraus haben wir auf jeden Fall das Optimum herausgeholt. Wir werden aber auch weiter abgeprüft.“

Als nächstes am Dienstag (20 Uhr/Sky) beim VfL Wolfsburg, dann folgen in schneller Reihung der SC Freiburg, Real Madrid und Bayer Leverkusen. Spätestens dann sollten sie in Dortmund deutlich genauer wissen, wo sie derzeit stehen.

Autor: Sebastian Weßling

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