Rot-Weiß Oberhausen konnte in der Regionalliga West beim Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach II nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punkt entführen.

RWO

Terra und das doppelte goldene Händchen

18. September 2016, 16:48 Uhr
Foto: Micha Korb

Foto: Micha Korb

Rot-Weiß Oberhausen konnte in der Regionalliga West beim Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach II nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punkt entführen.

Wie würden die Kleeblätter das 0:5-Debakel aus der Vorwoche gegen Wattenscheid verkraften? Diese Frage stellte sich das Gros der 533 Fans im Mönchengladbacher Grenzlandstadion vor der Partie. Dass die Aufgabe gegen den Spitzenreiter alles andere als leicht werden würde, konnte im Vorfeld erwartet werden - und doch begannen die Kleeblätter äußerst engagiert. RWO versteckte sich keinesfalls. Vor allem die agilen Arnold Budimbu und Rafael Garcia zeigten eine starke Leistung. Die Belohnung, in Form eines Torerfolges, blieb allerdings aus. Die Chancen dazu waren jedoch da: Sowohl Budimbu, als auch Garcia liefen jeweils frei auf den Gladbacher Keeper Moritz Nicolas zu, versemmelten aber die großen Gelegenheiten zur Führung.

Und die Borussia? Die kam zweimal gefährlich vor das Tor der Kleeblätter. Einmal scheiterte Giuseppe Pisano an einem herausragenden Reflex von Robin Udegbe, bei der zweiten Chance war aber auch der Oberhausener Schlussmann machtlos. Pisano wurde nicht aggressiv genug gestört, sodass er den Ball seelenruhig annehmen und zu Mike Feigenspan weiterleiten konnte. Der 21-Jährige verwandelte souverän zur 1:0-Führung (45.) zu einem, für Rot-Weiß Oberhausen, psychologisch ungünstigen Zeitpunkt.

"Gegen diesen Gegner musst du dir diese Vielzahl an Chancen erst einmal erarbeiten," resümierte Terranova nach der Partie. "Uns fehlt da aber noch das Quäntchen Abgezocktheit." Und so ging es mit diesem Zwischenstand von 0:1 in die Pause. In dieser schien Mike Terranova seine Truppe nicht ganz aufgerichtet zu haben, denn Oberhausen begann fahrig. Folgerichtig klingelte es prompt im Kasten der Kleeblätter. Djibril Sow nutzte eine Unstimmigkeit in der Defensive und netzte ungehindert ein (52.). Der RWO-Coach brachte nach dem 0:2 Raphael Steinmetz und Maik Odenthal in die Partie - und bewies damit ein doppeltes goldenes Händchen. In der 68. Minute konnte Steinmetz nach einer Ecke den 1:2-Anschluss erzielen, bevor Odenthal nach einer starken Flanke von Budimbu den 2:2-Ausgleich köpfte (76.). Anschließend wankte die Borussia bedenklich - fiel aber nicht komplett.

Am Ende stand ein 2:2, welches Gladbachs Trainer Arie van Lent nicht genau einzuordnen wusste: "Einerseits können wir von Glück reden, dass Oberhausen die Chancen in der ersten Hälfte nicht genutzt hat. Auf der anderen Seite dürfen wir das Spiel nach einer 2:0-Führung nicht mehr aus der Hand geben. Am Ende müssen wir uns eingestehen, dass das Remis in Ordnung geht." Terranova steckte gefühlsmäßig auch in einem Zwiespalt: "Ich bin mit dem Auftritt der Mannschaft zu 100 Prozent zufrieden, mit dem Spielverlauf allerdings überhaupt nicht. In der Pause haben wir uns vorgenommen, dass uns nicht das Gleiche passiert wie gegen Wattenscheid - und dann kassieren wir dennoch schnell das 0:2. Aber wie wir dann zurückgekommen sind - voller Charakter und Leidenschaft - das zeichnet meine Mannschaft aus."

Autor:

Mehr zum Thema

Kommentieren