Und plötzlich spielt der SC Hassel mit den großen Jungs. Der Aufsteiger in die Fußball-Oberliga fährt am Sonntag (15 Uhr) zum Spitzenreiter SV Lippstadt.

"Große Ehre"

SC Hassel reist zum Rummenigge-Klub

Ralf Birkhan
17. September 2016, 11:27 Uhr
Foto: Tim Müller

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Und plötzlich spielt der SC Hassel mit den großen Jungs. Der Aufsteiger in die Fußball-Oberliga fährt am Sonntag (15 Uhr) zum Spitzenreiter SV Lippstadt.

Es ist der Stammverein von Karl-Heinz Rummenigge, dem früheren Fußball-Nationalspieler und heutigem Boss des Rekordmeister FC Bayern München. Es ist der Verein, der mit Macht zurück in die Regionalliga strebt. Es ist der Verein, der mit seiner schicken Tribüne Platz für fast 4000 Zuschauer hat. Und es ist der Verein, der es auch schon in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals geschafft hat, dort allerdings dann mit 1:6 gegen den Bundesligisten Bayer Leverkusen rausflog.

Thomas Falkowski, der Trainer des SC Hassel, weiß das alles. Und er sagt. „Es ist doch eine Ehre für uns, dort zu spielen, wir sollten das ganz einfach nur genießen.“ Denn: In der Westfalenliga vor einem Jahr quälte sich die Mannschaft vor ihrem Aufstieg noch über diverse Bezirkssportanlagen mit holprigen Spielfeldern und zugigen Kabinen. „Das ist doch jetzt etwas ganz anderes“, so der Coach.

Klar ist aber auch: Hassel reist mit dem Mannschaftsbus, der am Sonntag um 12 Uhr am Lüttinghof abfährt, als Außenseiter nach Lippstadt. Aber auch das ist für Falkowski, für den in seinem sprühend herrlichen Optimismus Probleme meist doch nur verkleidete Chancen sind, überhaupt kein Drama. „Mit dem Sieg gegen die zweite Mannschaft von Arminia Bielefeld haben wir uns zuletzt Luft verschafft“, sagt er. „Wenn wir in Lippstadt verlieren, heißt es: Kann passieren.“

Also hat sein Team von außen keinen Druck. Wer Falkowski aber auch im Aufstiegsjahr in der Westfalenliga erlebt hat, der weiß: Er will die Punkte mit dem SC Hassel nicht freiwillig abliefern.

Doch trotz aller Begeisterung über die große Fußball-Bühne am Sonntag, behält Falkowski einen kühlen Kopf. Daher nahm er unter der Woche auch seinen Stürmer [person=6300]Dawid Ginczek[/person] aus dem Training heraus und gönnte ihm eine Pause. Der Torjäger hatte über drei Monate nicht gespielt, war zuletzt langsam ins Team zurückgekehrt und hatte dabei auch sofort wieder seine Treffer abgeliefert.

Trainingspause für Ginczek

Beim SC Hassel will ihn allerdings niemand verheizen, und so gab es für Ginczek frei bis zum Abschlusstraining. „Wie wir es genau taktisch angehen, weiß ich noch nicht“, so Falkowski. Wie immer wird er sich allerdings nach dem Abschlusstraining mit seinem Co-Trainer in eine Ecke setzen und die taktischen Möglichkeiten durchsprechen. Eine Entscheidung fällt an diesen Abenden aber nicht. Der Trainer schläft immer noch eine letzte Nacht über die Sache, und erst danach gibt es die Marschroute fürs Team. Sicherlich wird die Mannschaft dabei aber einen Satz hören: „Genießt es, in so einem Stadion zu spielen.“

Autor: Ralf Birkhan

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