Borussia Mönchengladbach war sein Angstgegner bei Bayern in der Bundesliga. Heute in der Champions League will ihn Kollege Schubert in Manchester ärgern.

Borussia Mönchengladbach

Guardiola soll sich umgucken

Michael Ryberg
13. September 2016, 06:07 Uhr

Borussia Mönchengladbach war sein Angstgegner bei Bayern in der Bundesliga. Heute in der Champions League will ihn Kollege Schubert in Manchester ärgern.

Pep Guardiola schob das Kinn vor und schaute besonders finster. Aus seiner Skepsis vor dem Start in die Champions League machte der Ex-Bayern-Trainer kein Geheimnis: Er mag nicht gerne gegen Borussia Mönchengladbach spielen. „Das ist ein aggressives, mutiges Team. Mit einem mutigen Trainer. Wenn wir sie spielen lassen, werden wir leiden“, sagte der neue Cheftrainer von Manchester City vor dem ersten Gruppenspiel heute (20.45 Uhr/Sky).

Viermal nicht gewonnen

Eigentlich müsste sein Selbstbewusstsein unermesslich sein. Mit 2:1 hatte er am Samstag das Lokalduell gegen Manchester United und Intimfeind José Mourinho gewonnen. Ohne Punktverlust Tabellenerster: Besser konnte der Start in der Premier League nicht laufen.

Die United-Legende Sir Alex Ferguson gratulierte dem Spanier nach dem Sieg in Old Trafford persönlich per Handschlag. Das angekündigte Gläschen Wein mit Mourinho fiel indes aus. „Dafür“, so Guardiola verschmitzt, „blieb keine Zeit mehr am Samstag.“ Wirkliche Lust auf den Plausch mit dem Portugiesen hatte er wohl nicht. Mit seinen Gedanken war er längst beim Gladbach-Spiel.

Seine Vorsicht ist begründet. Mit Bayern konnte der Erfolgstrainer zuletzt viermal in Serie nicht gegen Gladbach gewinnen. Zuerst hatte ihm der Trainerkollege Lucien Favre, später dessen Nachfolger André Schubert erfolgreich Zweikampfstärke und eine offensive Gangart entgegengesetzt. Die Resultate im Detail: Vor zwei Jahren 0:0 und 2:0, vorige Saison 3:1 und 1:1. Jetzt sollen ihm die Gladbacher nicht wieder die Laune verderben.
Guardiola ist als Handlungsreisender in Sachen schöner Fußball in Manchester umtriebig unterwegs. Der einstige Barcelona-Schüler des legendären Johan Cruyff strebt dessen Maxime auch im Land der Grätschen-Fetischisten an: totaal voetbal, die niederländische Spielweise bei Ajax Amsterdam in den 70er-Jahren. Übersetzt: viel Ballbesitz, Gegner dominieren, auf Angriff programmiert.

Schlüsselspieler bei ManCity ist der frühere Wolfsburger Kevin De Bruyne. Dessen wirbelwindige Leichtigkeit feierte die Presse einhellig. Für „Times“, „Independent“, „Guardian“ und das Boulevard-Blatt „Sun“ war der Belgier beim 2:1 gegen United schlicht der beste Spieler des Wochenendes.

Mäßige Kritiken für Leroy Sané

Dem Pflichtspieldebüt von Leroy Sané widmeten die Zeitungen dagegen dünne Urteile: Gute Ansätze, insgesamt aber nur eine mäßige halbe Stunde zeigte der Ex-Schalker. Kurz nach seinem Amtsantritt Anfang August hatte sich Sané eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Als Ersatz für Nationalspieler Raheem Sterling auf der rechten Offensivseite wirkte der 20-Jährige noch ein wenig beeindruckt: beeindruckt von der Atmosphäre, von der Spielhärte, vom Tempo.

Was wird, was kann Gladbach heute Abend tun? Vermutlich nicht so offensiv agieren wie gewohnt. „Wir müssen es geil finden, unser Tor zu verteidigen“, sagt Torhüter Yann Sommer. Ob das gegen Citys Angriffswucht ausreicht?
Stürmer Sergio Agüero durfte im Derby nicht ran: Spielsperre wegen eines Ellbogenchecks im Match gegen West Ham United. Gegen Gladbach könnte der leicht angeschlagene Argentinier aber wieder mitmachen. „Er ist der härteste Gegenspieler, den ich bisher hatte“, sagt Borussias Innenverteidiger Andreas Christensen.

Autor: Michael Ryberg

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