Dieses Gefühl war für die Drittliga-Fußballer des MSV Duisburg ungewohnt.

MSV

Wundertüte und Überraschungsteam kommt

Dirk Retzlaff
10. September 2016, 04:07 Uhr
Foto: Funke Foto Services

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Dieses Gefühl war für die Drittliga-Fußballer des MSV Duisburg ungewohnt.

Vor zwei Wochen kletterten die Zebras an die Tabellenspitze. Sie sind seitdem die Gejagten. Trainer Ilia Gruev schmeckt das und er hat weiter Appetit. „Jetzt wollen wir die Tabellenführung auch verteidigen“, sagt der Coach vor dem heutigen Spiel gegen Werder Bremen II (14 Uhr, Schauinslandreisen-Arena, kein Livestream im Internet). Die Zebras gehen mit breiter Brust in das Spiel. Auch wenn der Gegner im FVN-Pokal vor Wochenfrist, der A-Kreisligist Post SV Solingen, nur bedingt Qualität auf die Platte brachte, war das Spiel für Ilia Gruev wichtig. „Wir sind im Rhythmus geblieben. Und wir haben erneut rotiert, ohne Qualität zu verlieren“, unterstreicht der Deutsch-Bulgare.

Heute wird Gruev die Rotationskurbel wieder in die andere Richtung drehen. Alle zuletzt kränkelnden Spieler sind wieder fit, der Coach muss harte Entscheidungen Treffen. Kingsley Onuegbu (vier Tore) und Simon Brandstetter harmonierten in Solingen sehr gut, heute droht den Angreifern die Bank.

Das gilt auch für Außenverteidiger Fabio Leutenecker. Nico Klotz ist wieder fit und wird den Vorzug erhalten. „Klotzi“ ist auf der rechten Außenbahn mittlerweile etabliert – das war nach einer überwiegend freudlosen Zweitligasaison für ihn nicht unbedingt zu erwarten. Der vom Mittelfeldmann zum Abwehrspieler umgeschulte Duisburger fühlt sich auf seiner neuen Position wohl. „Das liegt mir sogar besser, weil ich das Spiel vor mir habe.“ Am Limit sieht sich Klotz trotz guter Leistungen noch nicht: „Ich habe noch Luft nach oben.“ Mit Werder Bremen II kommt heute eine Mannschaft an die Wedau, die zuletzt mit Siegen in Paderborn und Osnabrück für Furore gesorgt hat. „Wir haben aus diesen beiden Spielen nur vier Punkte geholt, die sechs“, warnt Klotz, der aber deutlich macht, „dass wir das Spiel hochkonzentriert angehen werden.

Die Vorbereitung auf das Spiel gestaltete sich für Ilia Gruev und die Scouts schwierig. Es liegt in der Natur der Sache, dass U-23-Mannschaften von Profiklubs Wundertüten und entsprechend schwierig auszurechnen sind. Unter der Woche hatte Werder-Profi-Coach Viktor Skripnik angekündigt, fünf Spieler aus dem Bundesliga-Kader nach unten zu schicken. Aufgrund zahlreicher Verletzungen fällt die Kaderreduzierung der Hanseaten nun sparsam aus. Lediglich Torwart Raphael Wolf stößt zur Bremer U 23. Vor der Saison galt Werder Bremen in der 3. Liga als Abstiegskandidat. Diese Sicht teilt Ilia Gruev nicht: „Diese Mannschaft hat viel Qualität.“

Autor: Dirk Retzlaff

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