Freitag, Spieltag, Schalketag! Etwa 40 Kilometer sind es aus Heiligenhaus zur Arena auf Schalke, doch Achim Hochmuth und Udo Haas fahren immer schon mehrere Stunden vorher los, um keinesfalls zu spät zu kommen:

1979er Ford zu den Heimspielen

Königsblauer Partybus

Philipp Ziser
07. September 2016, 09:07 Uhr
Foto: Socrates Tassos

Foto: Socrates Tassos

Freitag, Spieltag, Schalketag! Etwa 40 Kilometer sind es aus Heiligenhaus zur Arena auf Schalke, doch Achim Hochmuth und Udo Haas fahren immer schon mehrere Stunden vorher los, um keinesfalls zu spät zu kommen:

„Wir müssen ja einen Parkplatz kriegen.“ Denn die beiden, die jedes Schalker Heimspiel besuchen, fahren nicht mit ihrem Auto oder mit der Bahn. Sie fahren Wohnmobil, einen Ford Transit von 1979. „45 Minuten und zehn Liter Sprit“ brauche der Oldtimer aus dem Niederbergischen bis zum Stadion, rechnet Hochmuth vor. Und da geht es erst richtig los.

Markise raus, Tisch raus, Stühle raus, Grill raus, Zapfanlage raus, Musik raus – das Wohnmobil ist tatsächlich vor allem ein Partymobil. Schon vor den Spielen sammeln sich auf dem Parkplatz an der Willy-Brandt-Allee, auf dem sonst hauptsächlich niederländische Fans übernachten, die Schalker um den alten Ford. Denn der ist nicht nur aufgrund der babyblauen Farbe ein echter Hingucker, sondern auch noch mit dem (königsblauen) S04-Emblem verziert.

Innen voll ausgestattet

„Als ich den Wagen das erste Mal gesehen habe, wusste ich: Der hat Potenzial“, erinnert sich Hochmuth. „Es war von Anfang an klar, dass wir ein Schalke-Wohnmobil haben wollten.“ Der himmelblaue Ford (die Farbe hatte er schon vorher) kam da wie gerufen. Bis auf die Farbe änderten Hochmuth, Haas und einige Freunde aber fast alles. „Da war unter anderem ein Porzellanklo drin, unglaublich“, sagt Haas. Das musste natürlich weg, dafür kamen ein Tisch, Bänke, Flachbildschirm, Blu-Ray-Player, Kühlschrank und eine blaue LED-Beleuchtung ins S04-Mobil. Alles, was das Fanherz braucht also.

Aber nicht nur die Innenausstattung war viel Arbeit, fast noch mehr musste unter der Haube getan werden. „Wir mussten viele Schweißarbeiten vornehmen, Rost entfernen, den Auspuff, die Elektrik und die Bremsen erneuern“, erzählt Haas. Der Ford habe zwar keine Servolenkung, aber immerhin Tempomat und bringe es noch auf bis zu 110 Kilometer pro Stunde – bei einem Verbrauch von 18 Litern auf 100 Kilometer.

So sind Hochmuth, Haas, ihre Mitfahrer und „Erwin 1“ (so haben sie das Wohnmobil getauft) überall im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Nicht nur die Schalker Heimspiele steuern sie an: Auch zu Partys und Autorennen wird gerne das Wohnmobil genutzt, das die meiste Zeit in einer Scheune in Heiligenhaus steht. „Wir waren damit bei der DTM in Zandvoort und auch da waren alle begeistert“, berichtet Hochmuth stolz, „die längste Tour ging in die Eifel zum Nürburgring.“ Bei solchen Anlässen bekommen die beiden nicht nur von Schalkern Applaus, sondern auch von Auto- und Oldtimerfans.

Das Kerngeschäft bleibt aber Schalke – hier hatten sie immerhin die Idee zum königsblauen Mobil: „Es hat uns genervt, dass wir nach den Spielen auf den Parkplätzen so ewig im Stau standen und immer einer nicht trinken konnte.“ Das Wohnmobil war da die perfekte Lösung: „Jetzt können wir nach dem Spiel direkt alle zusammen Party machen und am anderen Morgen fahren wir ohne Stress zurück.“

Knappe 40 Kilometer, 45 Minuten, 18 Liter Sprit. Bis zum nächsten Heimspiel.

Autor: Philipp Ziser

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