Markus Weinzierl (41) kommt im Trainingsanzug zum vereinbarten Termin, es gibt in diesen Tagen viel zu tun auf Schalke.

Schalke

Das fordert Weinzierl von seiner Mannschaft

Manfred Hendriock und Christoph Winkel
06. September 2016, 18:01 Uhr
Foto: firo

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Markus Weinzierl (41) kommt im Trainingsanzug zum vereinbarten Termin, es gibt in diesen Tagen viel zu tun auf Schalke.

Bei der Heimpremiere am Freitagabend soll sich zum ersten Mal die neue Mannschaft präsentieren, sieben Spieler wurden verpflichtet. Nach dem Fehlstart in Frankfurt (0:1) geht es ausgerechnet gegen Bayern München. Ein ungutes Gefühl? „Nein“, sagt Schalkes neuer Trainer im WAZ-Interview.

Herr Weinzierl, beginnt für Schalke die Saison jetzt noch einmal von vorne?
Das kann man so sehen. Fakt ist, dass die Entwicklungen in den letzten Jahren in der Bundesliga und im internationalen Fußball dahin gehen, dass der finale Kader immer erst am Ende der Transferperiode steht. Es ist gut, dass wir jetzt mit allen Spielern arbeiten können. In Frankfurt hat die Mannschaft der vergangenen Saison gespielt, nur ohne Leroy Sané. Jetzt haben wir die personellen Möglichkeiten, um auf allen Positionen Konkurrenzkampf zu schaffen.

Was versprechen Sie sich von den sieben Neuzugängen? Dass sie uns verbessern und das verkörpern, was wir spielen wollen - entsprechend haben wir die Spieler auch ausgewählt. Nabil Bentaleb hat das nach seiner Einwechslung in Frankfurt schon angedeutet. Er war aber erst zwei Tage im Training und kannte daher noch nicht einmal die Namen aller seiner Mitspieler. Deshalb war er nicht in der Startaufstellung.

Bringt Yevgen Konoplyanka die Qualität mit, um Leroy Sané zu ersetzen? Yevhen Konoplyanka ist ein international erfahrener Spieler, der jetzt noch etwas Zeit braucht, wie jeder andere Spieler auch, der neu zu einer Mannschaft stößt. Leroy kann man nicht sofort eins zu eins ersetzen, Das hat man auch in Frankfurt gesehen..

Wie viele neue Spieler verträgt eine Mannschaft zu Beginn eines solchen Umbruchs unter den ersten Elf? Das wird sich jetzt Woche für Woche in der Trainingsarbeit zeigen, wir haben bisher ein Bundesliga-Spiel in Frankfurt und die Erkenntnisse daraus. Wichtig ist, dass wir jetzt eine Mannschaft entwickeln, die funktioniert.

In Frankfurt war Naldo der einzige Neue in der Start-Elf, und der hat gleich gepatzt… Leider, ja. Wir haben als Mannschaft in der Defensive noch nicht über 90 Minuten funktioniert, dann schaut auch Naldo als Innenverteidiger nicht gut aus.

Es gab Kritik an Ihrer Aufstellung, weil Sie Breel Embolo draußen gelassen haben… Bei so vielen Veränderungen in einer Mannschaft gilt die Trainingsleistung. Ich habe Di Santo auf der rechten Seite spielen lassen, weil er engagierter und besser trainiert hat. Franco ist vor allem ein zentraler Stürmer, der aber auch in der Vorbereitung schon rechts gespielt hat. Er hat die Schnelligkeit und die Laufstärke, um dort spielen zu können. Alle müssen sich jetzt in den Dienst der Mannschaft stellen und ihre Qualitäten abrufen, egal auf welcher Position. Embolo ist für mich nicht der Eins-zu-Eins-Ersatz für Leroy Sané.

Auf welcher Position sehen Sie Embolo? Er ist ein Spieler fürs Zentrum, der auch auf dem Flügel spielen kann. In Frankfurt war der Gedanke vor dem Anpfiff, dass Embolo das Spiel entscheiden kann, wenn er auf seiner Position eingewechselt wird.

Embolo hat in der Tat eine unauffällige Vorbereitung gespielt, aber er schien auf rechts gesetzt. Das war auch dem Umstand geschuldet, dass der Ersatz für Leroy noch nicht da war. Wenn Embolo eine überragende Vorbereitung gespielt hätte, hätte es keine Diskussionen gegeben. Embolo ist ein guter Transfer, wir sind von ihm überzeugt. Ich finde, dass er sein Potenzial andeutet, aber er muss sich noch an die Bundesliga gewöhnen und sich für die Mannschaft zerreißen.

Lieferte das Spiel in Frankfurt auch die Erkenntnis, dass es der Vorjahres-Mannschaft an Qualität gefehlt hat? Wir haben in den ersten 25 Minuten geballt die Probleme vor Augen geführt bekommen, um die wir schon gewusst haben: im aggressiven Verhalten gegen den Ball, in der Laufstärke und vor allem im Zentrum. Dahingehend werden wir die Mannschaft verändern. Jetzt geht es darum, dass jeder seine Qualität in jedem Training unter Beweis stellt und es ist die Aufgabe,die richtige Mischung zu finden. Dafür haben wir jetzt Alternativen, die es vor dem Spiel in Frankfurt nicht gab.

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Autor: Manfred Hendriock und Christoph Winkel

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