Für Aufregung sorgte die Begegnung zwischen dem Gehörlosen-Turn-und-Sportverein Essen und der DJK SG Altenessen II. Kurz vor regulärem Spielschluss brach der Unparteiische das Spiel ab.

GTSV Essen – Altenessen II

Spielabbruch in der Nachspielzeit

Tobias Kurz
05. September 2016, 17:50 Uhr
Foto: Tillmann

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Für Aufregung sorgte die Begegnung zwischen dem Gehörlosen-Turn-und-Sportverein Essen und der DJK SG Altenessen II. Kurz vor regulärem Spielschluss brach der Unparteiische das Spiel ab.

Es lief die letzte Aktion des Spiels, als die Situation eskalierte. Der Gehörlosen-Fußballer Bastian Tobinski sah nach einem Ellbogencheck gegen einen Altenessener die Rote Karte und geriet beim Verlassen des Platzes mit einem Auswechselspieler der SGA aneinander. "Der vom Platz verwiesene Spieler wollte, dass unser Spieler den Ball rausrückt. Das hat der nicht sofort getan, daraufhin hat der Essener zum zweiten Mal einen Ellbogenschlag verteilt", schilderte SGA-Trainer Christoph Baumgarten die Situation.

Daraufhin kam es zu Tumulten und der Schiedsrichter entschied, die Partei beim Stand von 2:1 für den GTSV abzubrechen. Dessen Coach Sebastian Laubner sah die Szene etwas anders: "Vor dem Platzverweis wurde mein Spieler angegangen und hat dann zurückgeschlagen. Dann ist er vom Platz gegangen und ist mit dem Auswechselspieler aneinandergeraten." Seine eigenen Schützlinge kritisierte Laubner jedoch deutlich: "Das geht gar nicht und so etwas habe ich von meinen Jungs noch nicht gesehen. Wir werden uns nochmal zusammensetzen und das ansprechen."

Beide Trainer sprachen von einer "hitzigen Partie", gerade in der zweiten Halbzeit prägten Nickeligkeiten und Fouls das Spielgeschehen.
Baumgarten äußerte seinen Unmut über einige Akteure der Gastgeber: "Da waren zwei, drei Experten dabei, die versucht haben, zu spucken und zu treten. Das war schon sehr unschön." Doch er gestand auch, dass die Partie von beiden Seiten hart geführt wurde.

Dass der Abbruch so kurz vor Spielschluss vorgenommen wurde, ärgerte GTSV-Coach Sebastian Laubner: „Natürlich geht so etwas nicht und ist nicht schön, aber er hätte auch einfach abpfeifen können, es lief die letzte Minute der Nachspielzeit.“ Baumgarten fand hingegen, dass sich die Gastgeber das selbst zuzuschreiben hätten: "Der Schiedsrichter hat selbst gesagt, das war dumm vom Essener Spieler, in der letzten Aktion so auszurasten."

Laubner hofft trotzdem, dass das Spiel mit 2:1 für seine Mannschaft gewertet wird, immerhin „war es schon fast zu Ende“. Sein Kollege Baumgarten will die Entscheidung der Spruchkammer "auf sich zukommen lassen", ließ aber durchklingen, dass er den GTSV durchaus als Schuldigen für den Spielabbruch sieht. "Wir sind dafür nicht verantwortlich", meinte er und sagte abschließend zu den Vorfällen: "Man sollte das Ganze nicht größer machen, als es ist, aber natürlich war das keine lapidare Geschichte, die man einfach so unter den Tisch fallen lassen sollte."

Autor: Tobias Kurz

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