Welche Mittel bleiben den

RWE: Akteur will Konkurrent Lübeck verlassen - Einladung an Turhan

Der Stürmer-Name Dustin Heun

26. August 2007, 16:55 Uhr

Welche Mittel bleiben den "RWE-Machern", den aktuell tief im Mist steckenden rot-weissen Karren wieder flott zu machen? Trotz einer stundenlangen Krisensitzung am Samstag wurde keiner der Verantwortlichen für den reinen Sport beim "stabilen Tabellenvorletzten" (O-Ton Präsident Rolf Hempelmann) der Regionalliga Nord, Olaf Janßen und Heiko Bonan, von seinen Pflichten entbunden. Hempelmann betont die "notwendige Ruhe." Die bewahrt werden muss, Brandherde gibt es offenbar genug, es müssen nicht noch künstlich welche hinzukommen. Aber natürlich stehen beide Kandidaten jetzt auf der Rampe, auf der man auf einem havarierenden Schiff über Bord geht, die beobachtenden Augen der Bosse ruhen auf dem Duo. Sollte gefeuert werden, muss man auch Nachfolger parat haben.

Das gilt für die wichtige Position des Sportlichen Leiters, die Janßen inne hat, auch der neue Bank-Chef muss übernehmen können.

Aber das will ja - so die offizielle Version - überhaupt niemand. Man versucht einen anderen Weg. Bis zum 31. August besteht noch die Möglichkeit, sich auf dem Transfermarkt zu bedienen, entweder sich vertragslose Akteure zu holen oder gebundene Spieler von anderen Clubs loszueisen. Auf den großartigen Kracher zu hoffen, sollte sich das Umfeld abschminken, schließlich könnte RWE diesen kaum finanzieren, wenn es nicht externe Quellen gibt. "Natürlich schauen wir auf den Markt", kündigte Bonan bereits in der letzten Woche an, "es werden auch immer einmal wieder Leute eigenladen, um dem Kader zu zeigen, dass wir uns auch um Alternativen bemühen können." Auch eine Sache "der Psychologie", wie Bonan einräumte.

Offenbar gibt es auch mindestens eine Option, um die sich der Club konkret bemüht oder bemühen will. Der Name: Dustin Heun. Der aktuell 23-jährige Offensivmann (1,88 Meter, 78 Kg) läuft zur Zeit für den Liga-Konkurrenten VfB Lübeck auf, war allerdings nur einmal in der Startelf. "Ich will mich nicht auf die Bank setzen", bekennt Heun, "ich bin mir sicher, ich kann mit meiner Qualität einigen Regionalligisten weiterhelfen, das hat auch überhaupt nichts mit Überheblichkeit zu tun." Davon ist RWE offensichtlich überzeugt, es wird nach RS-Infos der Kontakt gesucht. "Noch hat mich von RWE niemand angerufen, allerdings wäre das superinteressant, natürlich höre ich mir das an", erklärt Heun. Eine Formulierung, die man sich an der Hafenstraße auf der Zunge zergehen lassen sollte, schließlich sagten nach eigenen Angaben im Rahmen der Saisonplanung ein Vielzahl von Sturm-Alternativen ab, um die man buhlte.

Viermal mischte Heun seit dem aktuellen Saisonstart mit, einmal war er bei der 1:2-Auftaktniederlage des VfB in Wuppertal erfolgreich. "Ich weiß nicht, warum ich nicht ständig spiele, beim Match gegen den WSV war ich bestimmt nicht schlecht. Eine Erklärung habe ich nicht erhalten", grübelt der eher rechtsfüßige Mittelstürmer, der im Strafraum aber ohne Probleme beidfüßig abschließt. Coach der Lübecker ist Uwe Erkenbrecher. Heun hat noch einen VfB-Kontrakt bis 2008, will aber gehen, eine Absicht, die RWE in die Karten spielt. Wenn man fix ist, auch andere werden sich bei Heun melden.

Beim Match in Dresden verletzte sich Sturmkollege Deniz Kadah offensichtlich schwer. "Ich will aber nicht nur auflaufen, weil sich ein anderer verletzt", hat sich Heun festgelegt. Sechs Stürmer hat der VfB im Aufgebot. Heun: "Ich bin kein Notstopfen."
Iin der Jugend war er beim MSV Duisburg, zu dieser Zeit auch Teil von Jugendnationalteams. In zwei Zweitliga-Jahren bei Eintracht Braunschweig blieb der 24-Jährige ohne Treffer, in der letzten Regionalligaspielzeit schloss er für den VfB in 28 Matches immerhin zehn Mal ab. Insgesamt kommt er auf eine Regionalliga-Quote von 96 Einsätzen und 27 "Hütten". Beinhaltet sind auch drei Jahre beim KFC Uerdingen.

Zum Probetraining gebeten wird offensichtlich Murat Turhan. Ein 20-jähriger Stürmer mit deutscher und türkischer Staatsbürgerschaft, der mit seinen 1,95 Metern (89 Kg) tendenziell zur Rubrik "Funkturm" zählt. In der Regionalliga lief Turhan in der letzten Saison achtmal für Hessen Kassel auf (ein Tor), aktuell gehört er zum Regionalliga-Nord-Kader von Energie Cottbus II, blieb bislang aber ohne Spielminute. Der Rechtsfuß, der in Berlin geboren und in der Jugend von Tasmania Berlin ausgebildet wurde, ist noch bis 2008 an die Lausitzer gebunden.

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