RWE-Boss Michael Welling hat die Geschehnisse rund um das Spiel gegen den SV Rödinghausen scharf kritisiert.

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Welling kritisiert Tumulte scharf

03. September 2016, 14:17 Uhr
Foto: Michael Ketzer

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RWE-Boss Michael Welling hat die Geschehnisse rund um das Spiel gegen den SV Rödinghausen scharf kritisiert.

In der 85. Minute – Rot-Weiss Essen lag nach dem Foulelfmeter von [person=1586]Edgar Bernhardt[/person] (80.) mit 0:1 zurück – wurde [person=4548]Frank Löning[/person] im gegnerischen Strafraum gefoult. Schiedsrichter Philipp Hüwe verweigerte den eigentlich fälligen Elfmeter und raubte den Essenern damit die Chance auf den Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt stand RWE nach den Platzverweisen von [person=3566]Benjamin Baier[/person] (65.) und [person=5113]Jan-Steffen Meier[/person] (80.) nur noch mit neun Mann auf dem Platz.

Plötzlich aber kippte die Stimmung bei einigen Fans in der Westkurve, die ihre Mannschaft bis zu der strittigen Entscheidung lautstark und ausdauernd unterstützt hatten. Es flogen Bierbecher und andere Gegenstände, Rödinghausens Einwechselspieler, die sich hinter dem Tor von Jan Schönwälder und damit direkt vor den RWE-Anhängern warmgemacht hatten, rannten fluchtartig Richtung Kabinengang.

Hüwe entschied sich kurzerhand, die Partie zu unterbrechen und drohte gar mit einem Abbruch des Spiels. Derweil versuchten einige Fans der Rot-Weissen, durch das Tor in den Innenraum zu gelangen. Die herbeigeeilten Ordner konnten die aufgebrachten Zuschauer wieder auf die Tribüne drängen. Ganze zehn Minuten dauerte die Unterbrechung, dann ging es weiter. Und auf den Rängen hatten sich die Gemüter wieder beruhigt, der Chor auf der „West“ stimmte wieder unisono ins Essener Liedgut ein.

Bei Michael Welling hingegen gingen da die Gedankenspiele erst richtig los. Der RWE-Boss stand noch lange nach dem Spiel fassungslos in der Mixed-Zone und schüttelte immer wieder den Kopf: „Ich glaube, die Wut der Fans war hier aufgrund des Gefühls, ungerecht behandelt worden zu sein. Das entschuldigt aber trotzdem nicht das Werfen von Gegenständen oder den Versuch, in irgendeiner Form aufs Spielfeld zu kommen. Da gibt es einfach Grenzen“, kritisierte Welling das Verhalten der Anhänger scharf und setzte nach: „Das ist bitter, dass man in so einer Situation steht und das Fehlverhalten von solchen Leuten kommentieren muss.“

Wie der Geschäftsführende Vorsitzende hatte auch das Gros der 6307 Zuschauer im Stadion Essen keinerlei Verständnis für die Ausraster auf den Rängen. Dass es sich lediglich um eine kleinere Menge gehandelt hatte, war Welling klar: „Man muss dann froh sein, dass die vernünftige Mehrheit einfach angefangen hat zu singen. Das war ja das, was es am Ende beruhigt hat. Da haben die Fans gezeigt, wie man unterstützen soll. Dafür muss man dankbar sein, weil es das ist, was die Situation gerettet hat und wieder Ruhe reingebracht hat.“

Am Ende jedoch wird auch die vernünftige Reaktion der Mehrheit nicht verhindern können, dass die zehnminütige Unterbrechung ein Nachspiel haben wird. Das sieht auch Welling auf Rot-Weiss Essen zukommen: „Diese Leute leisten dann eben Argumenten Vorschub, die dem Verein insgesamt nicht helfen.“

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