Puh, Christian Heidel musste nach seinem ersten Spiel als Manager des FC Schalke 04 erst einmal tief durchschnaufen.

Schalke

Für diese Spieler wird es nach der Auftaktpleite eng

Andreas Ernst
28. August 2016, 09:03 Uhr
Foto: firo

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Puh, Christian Heidel musste nach seinem ersten Spiel als Manager des FC Schalke 04 erst einmal tief durchschnaufen.

30 Minuten nach dem Abpfiff kam er aus der Schalke-Kabine zum Interview-Marathon - so lange brauchte er, um die 0:1 (0:1)-Niederlage bei Eintracht Frankfurt zu verdauen. "Man erkennt an diesem Spiel, dass es auch nach Saisonbeginn noch viel Arbeit geben wird", seufzte Heidel.

Auch Trainer Markus Weinzierl wirkte geschockt, dass seine Mannschaft in den 24 Minuten bis zur Trinkpause fast alles falsch machte und bei 34 Grad kaum etwas von dem umsetzte, was er in sechs Wochen Vorbereitung einüben ließ. "Wir haben keine Zweikämpfe gewonnen, bei jedem langen Ball schlecht ausgesehen, den Gegner stark gemacht", erklärte Weinzierl. Heidel ergänzte: "Markus hat in der Vorbereitung immer wieder angesprochen, dass wir Druck auf den ballführenden Mann aufbauen müssen. Doch es war gar kein Druck da."

Auch deshalb wird das Gesicht der Schalker Mannschaft ganz anders aussehen, wenn es am Freitag, 9. September, um 20.30 Uhr gegen den Titelverteidiger und Topfavoriten FC Bayern München geht. Die Münchener blieben am ersten Spieltag gnädig und beließen es gegen Werder Bremen bei einem 6:0-Kantersieg. Was Kapitän Benedikt Höwedes Mut macht: "Ich hoffe, dass die Neuen, die heute einen sehr guten Eindruck gemacht haben, bis dahin besser integriert sind." Schon jetzt ist absehbar, dass die neuen Spieler Nabil Bentaleb (Tottenham Hotspur), Benjamin Stambouli (Paris St. Germain) und Breel Embolo (FC Basel), die alle in der Startelf fehlten, etablierte Spieler verdrängen. Auch Leon Goretzka (Schulterverletzung) drängt zurück ins Team. Wir sagen, für wen es eng wird.

Johannes Geis - defensives Mittelfeld
Der Sechser dürfte seinen Platz schon gegen die Bayern an Nabil Bentaleb verlieren. Bentelabs 16-Minuten-Auftritt in Frankfurt war sehenswert. Mit kluger Zweikampfführung und starken Pässen war er an zwei dicken Chancen beteiligt. Dabei kannte er laut Heidel nicht einmal alle Namen seiner Mitspieler. Er hatte in 16 Minuten nur zwei Ballkontakte weniger als Klaas-Jan Huntelaar in 90. Heidels kritische Worte in Richtung Geis und Nebenmann Dennis Aogo: "Es ist notwendig, dass Druck ausgeübt wird und Qualität dazukommt." Ein paar gute Standardsituationen genügen nicht, um den Stammplatz dauerhaft zu sichern.

Dennis Aogo - defensives Mittelfeld Er ist immer noch kein Spieler, der sich gegen eine Niederlage wehrt. Stets geht er mit unter. Schon einige Ex-Trainer forderten vom Ex-Nationalspieler mehr Führungsqualitäten. Aogo wird seinen Platz an Leon Goretzka oder Benjamin Stambouli verlieren - ganz sicher. Am Saisonende läuft sein Vertrag aus. Dass er verlängert wird, galt schon vor dem Frankfurt-Spiel als unwahrscheinlich.

Franco Di Santo - Rechtsaußen / Mittelstürmer Zwei Chancen in der Startelf bekam der Argentinier - doch weder bei Sechstligist Villingen (4:1) noch in Frankfurt konnte er überzeugen. Zweimal gab es die Note 5. In Frankfurt endete das Spiel für Di Santo nach 45 Minuten. Breel Embolo steht bereit.

Junior Caicara - Rechtsverteidiger
Obwohl Coke (kam vom FC Sevilla) noch keine Minute für Schalke gespielt hat, wird er besonders schmerzlich vermisst. Eine Straßenlaterne würde auf der rechten Abwehrseite im Moment mehr Gegenwehr leisten als der Brasilianer. Ihm unterlaufen immer mehr haarsträubende Fehler. Gut möglich, dass der erfahrene Sascha Riether, der seine Karriere eigentlich in Ruhe ausklingen lassen wollte, noch einmal aushelfen muss.

Naldo - Innenverteidiger
Als einziger Neuer stand der erfahrene Ex-Wolfsburger in der Startelf - und versagte. Wenn er so weiterwackelt, dürfte das Innenverteidiger-Duo schon kurzfristig aus Kapitän Benedikt Höwedes und Matija Nastasic bestehen.

Autor: Andreas Ernst

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