Max Meyer nimmt auf einer Getränke-Kühlbox Platz, lässt sich von der Sonne in Gelsenkirchen wärmen und schaut seinen Teamkollegen des FC Schalke 04 am Dienstag beim Training zu.

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Meyer will zu Löw durchstarten

Andreas Ernst
23. August 2016, 21:26 Uhr
Foto: firo

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Max Meyer nimmt auf einer Getränke-Kühlbox Platz, lässt sich von der Sonne in Gelsenkirchen wärmen und schaut seinen Teamkollegen des FC Schalke 04 am Dienstag beim Training zu.

Nach drei Wochen Olympia in Rio ist der 20-Jährige zurück im Ruhrgebiet – und wirkt sogar froh darüber, nicht mehr als Kapitän im Mittelpunkt stehen zu müssen. „Ich bin mit den Gedanken noch ein bisschen bei Olympia“, gesteht Meyer nach dem Training — die Silbermedaille hält er dabei ganz fest in seinen Händen. „Dieses Ereignis ist nicht so einfach zu verarbeiten, vor allem, wenn man das Finale unglücklich verliert. Man kann sich gar nicht vorstellen, was da abgeht. Wäre ich nicht hingefahren, hätte ich mir tierisch in den Hintern gebissen.“ So schnell wie möglich peilt er nun die Rückkehr in die A-Nationalmannschaft an. Ein Länderspiel hat er bereits absolviert. Joachim Löws Co-Trainer Marcus Sorg reiste in Brasilien mit dem Olympiateam. Meyer: „Jeder konnte sich in Brasilien für die A-Elf empfehlen. Alle versuchen, ihre Leistung zu bringen – ich denke, dass mir das bei Olympia gelungen ist. Es war eine richtige Entscheidung, dort zu spielen.“

Er nimmt deshalb gern in Kauf, dass er sich körperlich noch nicht richtig frisch fühlt. Das hat mit dem Jetlag nach dem Rückflug aus Brasilien zu tun. „Einschlafen konnte ich gut – am Morgen ist es schwierig, aufzustehen. In Brasilien wäre es Nacht gewesen.“

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An den Umbruch auf Schalke – neuer Trainer, neuer Manager, neue Spieler – muss sich Meyer, wie er selbst zugibt, erst wieder gewöhnen. Trainer Markus Weinzierl baut seinen Spielgestalter behutsam ein. Gestern musste Meyer nur ein 40-minütiges Lauftraining am Vormittag absolvieren – am Nachmittag hatte er frei. Erst heute soll er wieder mit der Mannschaft trainieren, drei Tage vor dem Bundesliga-Start.
Wenn Schalke im ersten Saisonspiel in Frankfurt antritt, rechnet Meyer aber schon mit der Rückkehr in die Startformation. „Ich bin fitter aus Brasilien zurückgekommen als ich hingefahren bin und werde bald wieder die alte Frische haben. In Gedanken war ich täglich auf Schalke. Ich habe mitbekommen, was im Trainingslager abging und was Testspiele anbetraf“, sagt er. Er hielt einen engen Kontakt zu Leon Goretzka, der wegen einer Schulterverletzung Rio früh verlassen musste. Am Tag des Olympia-Endspiels informierte sich Meyer über sein Smartphone via Live-Ticker über den Stand des DFB-Pokalspiels gegen Villingen.

Da lief bei den Königsblauen trotz des 4:1-Sieges noch nicht alles rund. Schalke kann Meyers Qualitäten gut brauchen – in Rio war er neben Brasiliens Neymar mit vier Toren und drei Vorlagen der Top-Scorer. „Ich habe ein gutes Turnier gespielt und meinen Teil dazu beigetragen, dass wir ins Finale gekommen sind“, sagt Meyer. Er mag zwar in der Schalker Team-Hierarchie im Vergleich zur Olympia-Mannschaft wieder ins zweite Glied rücken – sein Selbstbewusstsein aber ist gestiegen.

Autor: Andreas Ernst

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