„Ich bin ja schon lange dabei, aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, meinte SW Wattenscheid-Coach Jürgen Meier nach dem völlig verrückten 0:2 beim SC Obersprockhövel.

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Verrückte Kartenflut in Obersprockhövel

Tobias Kurz
23. August 2016, 16:36 Uhr
Foto: Funke Foto Services

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„Ich bin ja schon lange dabei, aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, meinte SW Wattenscheid-Coach Jürgen Meier nach dem völlig verrückten 0:2 beim SC Obersprockhövel.

Drei Platzverweise hatte seine Mannschaft am Sonntag von der 63. bis zur 80. Minute kassiert. Und das „völlig typische 0:0-Spiel“, wie es Meier beschrieb, mündete in eine turbulente Schlussphase. Mit der gelb-roten Karte für Dennis Sickel wegen wiederholten Foulspiels (63.) fing es an, die war auch noch gerechtfertigt.

Eine Viertelstunde später wurde auch der kurz vorher eingewechselte Stefano Lombardo wegen einer Beleidigung seines Gegenspielers vorzeitig unter die Dusche geschickt (78.) – auch die glatte Rote Karte war regelkonform. Dennoch ärgerte sich Meier: „Wenn einem vorher der Gegner mit dem Knie voran in den Rücken springt, kann man da genauso Rot geben.“ Richtig happig für die Wattenscheider wurde es allerdings erst danach.

Denn als Dominique Wassi in einem Zweikampf den Gegenspieler mit hohem Bein traf, zückte Referee Marco Schröter erneut den roten Karton (80.). „Da hätte Gelb auch gereicht“, meinte Meier, haderte aber nicht zu sehr mit den Platzverweisen. „Schuld ist nicht der Schiedsrichter, sondern natürlich wir, alle roten Karten konnte man sicher nach dem Regelwerk begründen.“

Als „böse Buben“ wollte er sein Team dennoch nicht dastehen lassen. „Es war eher bitter, einfach dumm gelaufen.“ Doch auch nach der Kartenflut war der Wahnsinn noch nicht zu Ende. Nach einer Ecke für Obersprockhövel zeigte Schröter zur Verwunderung aller auf den Punkt (83.) – ohne seine Entscheidung näher zu begründen, wie Meier berichtete: „Ich glaube, niemand wusste, warum es da Elfmeter gegeben hat.“ Den fälligen Strafstoß verwandelte Tobias Voshage.

Als den Wattenscheidern in der Nachspielzeit auch noch ein klarer Vorteil bei einer aussichtsreichen Konterchance abgepfiffen wurde, konnte Meier es nicht fassen. „Das war am Ende schon alles sehr suspekt“, meinte der Übungsleiter. Den Schlusspunkt setzten dann die Gastgeber mit dem Treffer zum 2:0 (90.+3).

SCO-Trainer Sascha Höhle ordnete nicht alle Szenen genauso ein wie sein Pendant Meier, so fand er auch die dritte Rote Karte korrekt. "Das war für mich ein Nachtreten des Wattenscheiders", meinte er. Und auch den Elfmeter bewertete Höhle anders: "Unser Spieler wurde klar am Fuß getroffen, aber er ist nicht gefallen. Deshalb hätte den vielleicht nicht jeder Schiedsrichter gegeben, aber es war die richtige Entscheidung."

Die Wattenscheider wollen das Spiel nun einfach abhaken und sich auf das Spiel am Sonntag (15 Uhr) gegen Hilbeck konzentrieren. Dann werden mit Sickel, Lombardo und Wassi drei Spieler gesperrt fehlen, die es zu ersetzen gilt.

Autor: Tobias Kurz

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