Mit 4:1 (2:0) gewann Schalke das Pokalspiel beim FC 08 Villingen - doch kein Spieler konnte richtig überzeugen. Die Einzelkritik.

Schalke-Einzelkritik

Embolos Tor-Premiere - sonst viel Schatten

Andreas Ernst
20. August 2016, 17:42 Uhr

Mit 4:1 (2:0) gewann Schalke das Pokalspiel beim FC 08 Villingen - doch kein Spieler konnte richtig überzeugen. Die Einzelkritik.

Ralf Fährmann (3): Er hatte sich auf einen ruhigen Nachmittag eingestellt, musste aber einmal sein ganzes Können zeigen. In der 28. Minute lenkte er einen Freistoß von Nedzad Plavci zur Ecke. Beim Gegentor kurz vor Schluss war er machtlos.

Junior Caicara (4-): Der Rechtsverteidiger zog sich als einziger Schalker den Unmut des Publikums zu, als er in der 12. Minute den Ball vor der Außenlinie klären wollte, dann aber unmotiviert Richtung Tribüne hämmerte. Das war nicht seine einzige schlechte Szene. In der Abwehr leistete er sich einige Schnitzer, holte sich auch mal einen Anpfiff von Benedikt Höwedes ab. Im Spielaufbau hatte er nur wenige gescheite Einfälle. Note: 4,5

Naldo (3): Er wurde im Abwehrzentrum nur selten gefordert. Bei den zahlreichen Schalker Standardsituationen kam er nur einmal frei zum Kopfball. In der 52. Minute köpfte er knapp am rechten Torpfosten vorbei.

Benedikt Höwedes (3): Obwohl der Kapitän nicht so viel zu tun bekam, musste er alles geben - um seine Mitspieler nach Fehlern lautstark zu wecken. Nicht nur einmal gestikulierte er wild auf dem Platz. Er gewann nicht jeden Zweikampf, war aber in der Luft unbezwingbar.

Sead Kolasinac (3): Er lief die linke Seite rauf und runter - und wurde zum aktivsten und engagiertesten Schalker in der ersten Hälfte. Er war an beiden Toren vor dem Wechsel beteiligt: Vor dem 1:0 lenkte ein Villinger Spieler seine Flanke direkt vor die Füße von Dennis Aogo. In der 19. Minute nutzte Breel Embolo seinen Querpass zum 2:0. Nach der Pause hatten seine Vorstöße aber nicht mehr die nötige Dynamik.

Johannes Geis (3): Oft kam er im Mittelkreis ungestört an den Ball und konnte ihn mit langen Pässen auf die Außenspieler verteilen - viel machten die aus seinen Vorlagen aber nicht. Von seinen zahlreichen Ecken kam eine an, Naldo köpfte aber vorbei (52.). Mit einem Flachschuss erhöhte er in der 75. Minute auf 3:0. In der Defensive erlaubte er sich einen bösen Schnitzer: In der 24. Minute verlor er den Ball, Nedzad Plavci lief allein aufs Schalker Tor zu, lupfte den Ball drüber.

Dennis Aogo (3): Er eröffnete das Spiel mit einem sehenswerten Schlenzer in den Torwinkel - das war das 1:0 in der 11. Minute und etwas ganz Besonderes für den Sechser: So oft trifft er nicht. Nach dem Tor beschränkte er sich meist auf Kurz- und Querpässe.

Breel Embolo (3-): Nach einer unauffälligen Anfangsphase erzielte er in der 19. Minute per Abstauber sein erstes Schalke-Tor überhaupt erzielte hatte (2:0), taute der Rechtsaußen für kurze Zeit auf. Ganz stark war sein Querpass auf Franco Di Santo in der 41. Minute - zuvor hatte er sich gut durchgesetzt.

Baba (4-): Er ist als Linksverteidiger eingeplant, rückte aber im Pokalspiel eine Position nach vorn ins Mittelfeld. Dort lief das Spiel häufig an ihm vorbei, in der Rückwärtsbewegung unterliefen ihm einige Schnitzer - er verursachte in der 28. Minute einen Freistoß am eigenen Strafraum. Seine beste Szene war eine Maßflanke auf Klaas-Jan Huntelaar (26.).

Franco Di Santo (5): Er fiel zunächst nur auf, wenn er in der Strafraummitte am Ball vorbeirutschte. In der 19. Minute war das nicht schlimm - denn Embolo war ebenfalls mitgelaufen und traf zum 2:0. In der 41. Minute verpasste er eine Flanke von Junior Caicara. Nach der Pause lief das Spiel an ihm vorbei. Als das Spiel längst gelaufen war, stand er frei vor dem Tor, scheiterte aber an FC-Torwart Miletic (83.).

Klaas-Jan Huntelaar (3): Der Torjäger erfüllte spät sein Soll: In der 75. Minute legte er das 3:0 vor, elf Minuten später traf er selbst zum 4:0. In der ersten Halbzeit hatte er per Kopf den rechten Pfosten des Villinger Tores getroffen (26.). Er bewegte sich viel, ließ sich auch mal in die eigene Hälfte fallen, schmiss sich aber nicht mit jeder Faser seines Körpers in die Zweikämpfe.

Autor: Andreas Ernst

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