Der frühere MSV-Spieler und -Trainer Friedhelm Vos starb im Alter von 77 Jahren. Vos war bis zuletzt Stammgast als Trainingskiebitz.

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Trauer um Ex-Trainer Friedhelm Vos

Dirk Retzlaff
19. August 2016, 19:07 Uhr
Foto: WAZ Fotopool

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Der frühere MSV-Spieler und -Trainer Friedhelm Vos starb im Alter von 77 Jahren. Vos war bis zuletzt Stammgast als Trainingskiebitz.

Er gehörte bis zuletzt zu den treusten Trainingskiebitzen beim MSV Duisburg. Seinem scharfen Kennerblick entging an der Westender Straße nichts. Friedhelm Vos nahm dann auch kein Blatt vor den Mund, wenn ihn die Redaktion um eine Einschätzung der Fußballkünste der Zebras bat. Die kritische Stimme ist verstummt. Der frühere Spieler und Trainer des MSV Duisburg verstarb bereits am Freitag letzter Woche an den Folgen einer schweren Krankheit. „Vossi“ wurde 77 Jahre alt.

Friedhelm Vos war Meidericher durch und durch. Er liebte den MSV, er litt mit dem MSV, er feierte mit dem MSV. Stolz machten ihn die Erfolge als Co-Trainer an der Seite von Cheftrainer Detlef Pirsig. Das Duo war ein eingespieltes Team – auch später beim FC Remscheid. 1987 wurde der MSV mit dem Trainerduo Deutscher Amateurmeister. „Das ist der einzige Titel auf dem Briefkopf des Vereins“, pflegte Vos mit einer großen Portion Stolz zu sagen. Zwei Jahre später stieg der MSV im dritten Anlauf aus der Oberliga Nordrhein in die 2. Bundesliga auf – die Rückkehr der Zebras in den Profifußball.

Friedhelm Vos, der bereits im Alter von sieben Jahren dem Meidericher SV beitrat, war nicht der Mann für die große Fußball-Bühne. Das überließ er anderen, für ihn ging der Beruf – Vos arbeitete bei Thyssen – vor. Einmal ließ er sich dann doch breitschlagen, an vorderster Front für den MSV zu kämpfen. Es war ein Kampf, den niemand mehr gewinnen konnte. Vos übernahm das Zepter als Cheftrainer in der Saison 1985/86, als der MSV sang- und klanglos aus der 2. Bundesliga abstieg. Zuvor waren Günter Preuß und Helmut Witte gescheitert. Vos brachte die Saison mit Anstand zu Ende. Der Absturz war gleichfalls ein Neubeginn – die Ära Pirsig/Vos begann.

51 Regionalliga-Spiele

Für den MSV Duisburg spielte Friedhelm Vos in der Oberliga West, schaffte bei der Gründung der Bundesliga allerdings nicht den Sprung in die erste Mannschaft. Er wechselte zu Duisburg 48/99 und spielte fortan in der neuen Regionalliga, die damals die zweithöchste Liga in Deutschland war. Nach der Fusion von 48/99 und dem Duisburger Spielverein zu Eintracht Duisburg war Vos im Folgejahr auch für den neuen Klub am Ball. In zwei Regionalliga-Spielzeiten kam der Meidericher auf 51 Einsätze mit fünf Torerfolgen.

Im Amateurbereich war Friedhelm Vos als Trainer bei Hamborn 07, Dinslaken 09 und dem TV Voerde tätig.

Autor: Dirk Retzlaff

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