Nach einem Jahr Abstinenz hat der SV Vonderort wieder zwei Mannschaften im Seniorenbereich gemeldet. Mit einem neuen Vorstand soll an alte Zeiten angeknüpft werden.

SV Vonderort

Zurück auf der "besten Asche Europas"

Maximilian Lazar
16. August 2016, 08:07 Uhr

Nach einem Jahr Abstinenz hat der SV Vonderort wieder zwei Mannschaften im Seniorenbereich gemeldet. Mit einem neuen Vorstand soll an alte Zeiten angeknüpft werden.

Anpfiff am Wienberg! Der Ball auf der Sportanlage rollt wieder. Und nicht etwa, weil die Hobbyliga hier ihre Spiele bestreitet, sondern weil der SV Vonderort zurück ist. Nach einem Jahr ohne Seniorenmannschaft nehmen die ehemaligen „Wienberg Löwen“ wieder am Spielbetrieb teil.

Geschäftsführer Christian Schröer ist die Anspannung anzumerken. Seit April sind er und der neue Vorstand um den 1. Vorsitzenden Markus Ochmann im Amt. Sie haben den langjährigen Macher, Peter Raabe, abgelöst. Jetzt steht das erste Pflichtspiel des neuen Teams an.

Zum Großteil handelt es sich bei dem Kader um ehemalige Spieler von Rot-Weiß Fuhlenbrock. Der Klub hat sich aufgelöst und dem SV Vonderort angeschlossen. „Jetzt haben wir endlich eine richtige Heimat und sind nicht mehr nur Gast auf einer Anlage“, sagt Trainer Richard Hönscheid. Während er an der Seitenlinie coacht, kümmert sich Christian Schröer um das Organisatorische abseits des Spielfeldes.

Der Verein soll zusammenwachsen, wieder eine Familie sein
Christian Schröer

„Wir wollen komplett neu starten“, sagt Schröer. Das machen die Vonderorter mit zwei Mannschaften im Seniorenbereich, drei Jugendmannschaften, einer Frauenmannschaft und zwei Alt-Herren-Teams. „Unser erstes Ziel ist es, in den kommenden Jahren eine Jugendabteilung aufzubauen, die in allen Altersklassen bis zur A-Jugend vertreten ist“, sagt Schröer. Und natürlich die finanzielle Konsolidierung des Klubs. „Aktuell gibt es noch Verbindlichkeiten, die wir in den nächsten drei Jahren beseitigen wollen“, so Schröer.

Mittlerweile läuft das Spiel der ersten Mannschaft gegen die Reserve des SC 1920 Oberhausen auf dem Ascheplatz, den Schröer mit einem Schmunzeln als den „besten in Europa“ bezeichnet. Die Gäste wollen in die Kreisliga B aufsteigen und haben ihren Kader mit einigen Akteuren aus der ersten Mannschaft verstärkt. „Augen zu und durch“, so der Geschäftsführer.
Schon nach sechs Minuten geraten die Vonderorter in Rückstand, zur Halbzeit steht es 0:5. Am Spielfeldrand haben sich einige Vonderorter eingefunden, die die Rückkehr ihres Klubs begutachten. Es wird geredet. Über alte Zeiten und über die neue Mannschaft, die sich erst finden muss. Das spielt aber nur eine Nebenrolle. „Der Verein soll zusammenwachsen, wieder eine Familie sein“, sagt Christian Schröer.

Ergebnis ist zweitrangig

Mittlerweile läuft die zweite Halbzeit. In der Defensive stehen die Vonderorter jetzt besser, die Gäste tun sich schwer. Der Duft von Bratwurst zieht über die Anlage. Am Grill stehen Christian Schröer und seine emsigen Helfer. Hier packt jeder mit an. So soll ein Gemeinschaftsgefühl entstehen, das den Verein in der Zukunft tragen soll. Das Spiel endet 0:7. Trainer Hönscheid ist vor allem mit der zweiten Halbzeit zufrieden. Und irgendwie spricht auch ein Werbeplakat am Zaun hinter dem Tor das aus, was in Vonderort zunächst wieder zählt: „Dabei sein ist alles.“

Autor: Maximilian Lazar

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