Nach 26 Monaten ist die Zusammenarbeit zwischen Trainer Andreas Zimmermann und dem Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen beendet.

RWO

Das sagt Zimmermann zu seinem Aus in Oberhausen

Martin Herms
15. August 2016, 17:58 Uhr

Nach 26 Monaten ist die Zusammenarbeit zwischen Trainer Andreas Zimmermann und dem Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen beendet.

Trotz des frühen Zeitpunktes nach dem vierten Spieltag überraschte die Meldung über die Beurlaubung des Berliners nur wenige. Zu desolat war der Fehlstart der ambitionierten Oberhausener mit null Punkten und null Toren. Zu stark war der Gegenwind aus dem Fanlager, das schon während des 0:4-Debakels am ersten Spieltag gegen Rot Weiss Ahlen die Entlassung Zimmermanns forderte.

Nach der 0:1-Niederlage am Freitagabend beim Aufstiegsfavoriten Borussia Dortmund II war es schließlich so weit. Zwei Tage wurde in Oberhausen intensiv diskutiert. Schließlich kamen die Verantwortlichen zu dem Entschluss, Zimmermann vor die Tür zu setzen. Nach zwei erfolgreichen Jahren, in denen RWO in der Regionalliga West die Plätze vier und fünf belegte, ist nun endgültig Schluss für den Ex-Profi. "Das ist natürlich sehr schade, aber ich muss es akzeptieren", sagte Zimmermann auf Nachfrage dieser Redaktion. "Wir haben in der Vorbereitung hervorragend gearbeitet und gute Spiele abgeliefert. Auf diesen Saisonstart deutete wirklich nichts hin", schüttelt der Fußball-Lehrer mit dem Kopf.

Erst vor wenigen Monaten wurde sein Vertrag an der Lindnerstraße um zwei Jahre verlängert. Zimmermann nahm das Angebot des Vereins trotz anderer lukrativer Anfragen an. Unter anderem der finanziell deutlich besser aufgestellte Ligarivale Viktoria Köln wollte den 46-Jährigen unbedingt haben. Das Interesse war eine Belohnung für die gute Arbeit, die er auf der Emscherinsel leistete. Vor allem in der letzten Saison hatte er mit großen Widrigkeiten zu kämpfen. Leistungsträger wie Patrick Bauder und Robert Fleßers fielen lange aus. Der beste Stürmer David Jansen ging in der Winterpause zur Kölner Viktoria. Zimmermann hielt die Mannschaft dennoch im oberen Drittel. Kritik in Richtung des Trainers kam erstmals nach dem verlorenen Pokalspiel in Wuppertal auf. Zu defensiv seien seine Wechsel gewesen. Hätten seine Spieler beim Stand von 1:0 eine von drei hochkarätigen Chancen genutzt, wären auch diese Stimmen verstummt.

Auch wenn der Start in die Hose ging, denke ich, dass dieses Projekt seit Beginn meiner Amtszeit insgesamt erfolgreich war
Andreas Zimmermann

Wie schnelllebig das Fußballgeschäft ist, musste Zimmermann nun leidvoll erfahren. Im Frühjahr war er noch gefragt, nun hat er seinen Job in Oberhausen verloren. Nach dem Desaster gegen Ahlen konnte er das Ruder nicht mehr herumreißen. Die Mannschaft wirkte stark verunsichert, speziell nach vorne ging nichts mehr. Ausgerechnet Dortmunds Hamadi Al Ghaddioui war es, der Zimmermann am Freitag den Knockout versetzte. Der Marokkaner stand auf der Wunschliste des RWO-Trainers ganz oben. Der Transfer scheiterte wie einige andere auch aus finanziellen Gründen. Ein altes Oberhausener Problem.

Zimmermann nimmt sein schnelles Aus trotz allem sportlich und verabschiedet sich mit versöhnlichen Worten aus Oberhausen: "Ich habe mit allen Mitarbeitern der Vereinsführung immer fair zusammengearbeitet. Das war auch am Ende so. Ich wünsche dem Verein für die Zukunft alles Gute. Auch wenn der Start in die Hose ging, denke ich, dass dieses Projekt seit Beginn meiner Amtszeit insgesamt erfolgreich war. Trotz zahlreicher Probleme haben wir erfolgreiche Arbeit geleistet und alles rausgeholt. Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft bald die Kurve bekommt und wieder nach oben kommt."

Autor: Martin Herms

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