Für die neue Saison hat der FC Schalke ein Ziel: in der Abwehr sicherer zu stehen. Dabei helfen soll Neuzugang Naldo, der aber auch Tore schießen will, wie der 33-Jährige im Interview erklärt.

FC Schalke 04

Naldo von S04 hellauf begeistert

15. August 2016, 15:42 Uhr
Foto: firo

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Für die neue Saison hat der FC Schalke ein Ziel: in der Abwehr sicherer zu stehen. Dabei helfen soll Neuzugang Naldo, der aber auch Tore schießen will, wie der 33-Jährige im Interview erklärt.

Naldo, die Vorbereitung ist nun fast vorbei. Konnten Sie in den Mythos Schalke schon etwas eintauchen?
Ja, ich bin seit fast zwei Monaten hier, kann das aber bereits spüren. Schalke ist etwas Besonderes, vor allem wegen seiner Fans. Die müssen wir in den ersten Spielen hinter uns bringen und ordentlich Gas geben. Wir hoffen, dass wir dann gemeinsam eine gute Saison spielen.

Als die Anfrage von Schalke kam, hat da dieses besondere Vereinsumfeld eine Rolle bei Ihrer Entscheidung gespielt oder dachten Sie vornehmlich an die sportlichen Aspekte?
Nein, Schalke ist ein großer Verein mit großartigen Fans, das spielte schon eine Rolle. Aber auch die Mannschaft ist ausgezeichnet. Die Jungs machen das bisher sehr gut. Alle sind konzentriert und arbeiten sehr hart. Die Stimmung in der Kabine ist sehr gut, das freut mich natürlich. Aber wir müssen unseren Weg nun gemeinsam gehen. Die Mannschaft mit den Fans, der ganze Verein. Diese Geschlossenheit brauchen wir für den Erfolg.

Mannschaft braucht das Vertrauen der Fans

Wenn Sie das betonen, scheinen Sie gut zum Verein zu passen. Denn auf Schalke ist diese Frage nach dem Zusammenhalt nämlich ein anhaltendes, großes Thema…
Ja, das ist ja auch sehr wichtig. Ich sage immer: Eine Saison ist lang und du gewinnst nicht jedes Spiel. Wenn mal eine schlechte Phase kommt, dann ist entscheidend, dass alle besonnen bleiben und weiter arbeiten. Nicht nur die Mannschaft, auch das Vertrauen der Fans ist für uns als Team sehr wichtig.

Für Schalke spielen natürlich auch die beiden Derbys gegen den BVB eine große Rolle. Wissen Sie schon, worauf Sie sich da einlassen?
Was ich bisher von außen gesehen habe, ist Wahnsinn. Wichtig ist aber, dass die Rivalität nur auf dem Platz ausgetragen wird. Aber bis dahin ist es noch lange hin: Erst einmal konzentrieren wir uns auf das Pokalspiel und die Partie gegen Eintracht Frankfurt.

Wenn die Stürmer und Mittelfeldspieler helfen, ist es auch für uns Verteidiger einfacher
Naldo

Schalke hat in der letzten Saison aber zu viele Gegentore kassiert. Wie können Sie nun dabei helfen, die Abwehr zu stabilisieren?
Egal ob in Bremen oder Wolfsburg, eine gute Defensive war nie nur der Verdienst der Abwehr, sondern immer der ganzen Mannschaft. Wenn die Stürmer und Mittelfeldspieler helfen, ist es auch für uns Verteidiger einfacher. Aber umgekehrt gilt das Gleiche: Wir alle müssen Lösungen finden, um dem Gegner gefährlich zu werden. Jeder hat seine Aufgabe und wir in der Viererkette müssen mit den Sechsern für Stabilität sorgen. Wir müssen aber auch nach vorne denken.

Das ist ja auch eine Ihrer großen Stärken. Sie sind einer der torgefährlichsten Verteidiger der Bundesliga. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Ich will in dieser Saison unbedingt wieder Tore machen, auch in der Bundesliga. Das ist mir in der letzten Spielzeit nicht gelungen, da habe ich nur in der Champions League getroffen. Aber ich bin wieder bereit und ich hoffe, dass ich einige Tore erziele und Schalke damit helfen kann.

38 sind es bisher – damit muss man in den Annalen gar nicht so lange blättern, um Ihren Namen zu finden. Franz Beckenbauer hat 44 Tore erzielt, das wäre doch ein schönes Ziel, zu ihm aufzuschließen, oder?
Franz Beckenbauer einzuholen, wäre super (lacht). Dafür müsste ich in dieser Saison allerdings schon einige Tore hinlegen. Mein vorrangiges Ziel aber ist es, die Abwehr zu stabilisieren und einfach über 90 Minuten auf dem Platz eine gute Leistung zu zeigen. Wenn sich dann Möglichkeiten ergeben, zum Beispiel bei Standardsituation auch mal zuzuschlagen, bin ich gerne bereit. Das motiviert mich und ist auch wichtig.

Markus Weinzierl hat es bisher taktisch sowohl mit einer Vierer- als auch mit einer Dreierkette versucht. Was ist Ihnen lieber?
Ich habe schon damals in Brasilien über ein Jahr lang in einer Dreierkette gespielt, das war für mich kein Problem. Die Mannschaft hier kann beide Formationen – wir haben ja zum Beispiel in der zweiten Halbzeit gegen Florenz mit der Dreierkette gespielt. Schalke hat die Spieler, die die Qualität für beide Varianten mitbringen. Unabhängig vom System hält es der Trainer für wichtig, dass wir nach jeder Balleroberung nach vorne schauen, dass wir kompakt stehen – das klappt schon ganz gut.

Sie sind zwar erst seit einigen Wochen im Verein, sollen aber auch jetzt schon Verantwortung übernehmen. Wie sehen Sie Ihre Rolle?
Ich bin natürlich zunächst einmal der Neuzugang. Aber ich habe mich schon am ersten Tag voll integriert gefühlt. Die Jungs sind sehr nett zu mir, es kommt mir jetzt schon so vor, als wäre ich schon lange auf Schalke. Aber es war auch von vorneherein klar, dass ich Verantwortung übernehme, gerade angesichts der vielen jungen Spieler, die wir hier haben. Ich finde es vor allem wichtig, ihnen mit meiner Erfahrung zu vermitteln, immer demütig zu bleiben und weiter hart für den Erfolg zu arbeiten. Wir spielen bei einem großen Verein und dürfen alle nie denken, dass wir nach einem guten Spiel etwas weniger machen dürfen als vorher.

Lesen Sie auf Seite 2: Naldo über die Probleme beim VfL Wolfsburg und eine mögliche Rückkehr in die Nationalmannschaft.

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