Aus dem Ausrutscher in Wuppertal ist ein Fehlstart geworden.

Viktoria Köln

Höhenberger Fehlstart

Daniel Sobolewski
06. August 2016, 21:23 Uhr
Foto: Michael Ketzer

Foto: Michael Ketzer

Aus dem Ausrutscher in Wuppertal ist ein Fehlstart geworden.

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Nach dem 3:3 im Eröffnungsspiel beim Wuppertaler SV hat der FC Viktoria Köln am 2. Spieltag der Regionalliga West gegen Borussia Mönchengladbachs U23 eine herbe Pleite kassiert. 1:4 (1:1) unterlagen die Höhenberger der Zweitvertretung vom Niederrhein, obwohl die Partie verheißungsvoll begonnen hatte.

Trainer Marco Antwerpen zog die Konsequenzen aus dem ernüchternden 3:3 in Wuppertal. Markus Brzenska, der den späten Ausgleich maßgeblich verschuldet hatte, musste auf der Bank Platz nehmen und wurde von Dominik Lanius vertreten. Felix Backszat war rechtzeitig fit geworden und begann im Zentrum neben Lukas Nottbeck und Kapitän Mike Wunderlich. Kevin Hlzweiler, in Wuppertal noch Joker, durfte gegen seinen Ex-Verein vom Beginn an ran und ersetzte Timm Golley. Die Gäste aus Mönchengladbach erhielten Profi-Unterstützung in Person von Djibril Sow und dem gebürtigen Kölner Tsiy William Ndenge.

Die Partie begann schleppend und war von Abtasten und fehlendem Tempo geprägt. Wie schon in Wuppertal nutzte die Viktoria ihre erste Gelegenheit zur Führung. Aus ähnlicher Position wie in der Vorwoche schlenzte Mike Wunderlich einen Freistoß sehenswert wie unhaltbar über die Mauer ins linke Eck zum 1:0 (18.). Im Nachhinein verdienten sich die Kölner die Führung, dominierten die Partie und erarbeiteten sich weitere Möglichkeiten. Patrick Koronkiewicz hatte in der 31. Minute VfL-Torhüter Moritz Nicolas bereits überwunden, doch Ndenge klärte mit einer Grätsche vor der Linie. Die anschließende Ecke von Kevin Holzweiler fand Daniel Reiche, der knapp am linken Winkel vorbei köpfte. Vier Minuten später parierte Nicolas einen sehenswerten Seitfallzieher von David Jansen nach Wunderlich-Flanke.

Ausgleich aus heiterem Himmel
Wie eine kalte Dusche erwischte die Kölner der Ausgleich aus heiterem Himmel kurz vor dem Seitenwechsel. Bereits in der Nachspielzeit von Halbzeit eins gelang Ex-Fortune Thomas Kraus eine zielgenaue Flanke auf den Kopf von Kwame Yeboah, der schneller als Reiche war und den Ball ins Netz hechtete (45.+1). Nach der Pause schien Viktoria zunächst unbeeindruckt weiter den Takt anzugeben, Gladbachs Torwart Nicolas glänzte mit einem Blitzreflex nach einem verdeckten Schuss von Fatih Candan direkt nach Wiederanpfiff (48.), sieben Minuten später verfehlte Holzweiler den langen Pfosten nach einem Solo nur knapp.

Erneut eiskalt zeigten sich dagegen die Gladbacher. Nachdem Yeboah die Borussia mit der bis dato einzigen Chance zurück ins Spiel gebracht hatte, wurde auch die zweite Gelegenheit genutzt. Eine Hereingabe von der rechten Seite fand Kraus, der aus kürzester Distanz ins Tor köpfte (61.). Mit dem Rückstand erfolgte im Spiel der Kölner ein Bruch, vom Schock des zweiten Gegentreffers erholten sie sich in der letzten halben Stunde nicht mehr. Mönchengladbachs U23 hatte dagegen noch etwas auf Lager. Durch die nun völlig offene Defensive der Hausherren gelangen zwei weitere erfolgreiche Vorstöße. Für die Entscheidung sorgte Viktorias Reiche mit einem Eigentor, als er eine Flanke Sow unglücklich in die eigenen Maschen grätschte (74.). Kurz vor Schluss erhöhte Gladbach sogar noch auf 4:1, als Kapitän Oliver Stang einen Strafstoß nach Foul von Nico Pellatz an Djibril Sow verwandelte (88.).

Mit einem Punkt aus den ersten beiden Spielen hat die Viktoria nun einen Fehlstart hingelegt. Sieben Gegentore in 180 Minuten sprechen eine deutliche Sprache und decken auf, wo die Probleme der Kölner liegen. Die Borussen, für die es nach der Verlegung des Heimspiels gegen Schalke 04 II der erste Auftritt in der neuen Saison war, freuen sich dagegen über einen unerhofft gelungenen Einstand.

Stimmen zum Spiel:
Marco Antwerpen (Trainer Viktoria Köln): „Wir sind angeschlagen und enttäuscht. Wir nicht in der Lage, das verdiente 2:0 zu machen, es mangelte an Effektivität. Aus dem Nichts fällt der Ausgleich, mit dem 1:2 sind wir eingebrochen. So dürfen wir uns nicht präsentieren. So war der Sieg für Mönchengladbach am Ende auch verdient. Sieben Gegentore in zwei Spielen sind definitiv zu viel."

Arie van Lent (Trainer Mönchengladbach II): „Wenn man 4:1 bei Viktoria Köln gewinnt, hat man vieles richtig gemacht. Wir haben unheimlich viel Leidenschaft gezeigt und gut verteidigt. In der ersten Halbzeit könnte Viktoria 3:0 führen, das 1:1 vor der Pause tat uns sehr gut. Die zweite Halbzeit ging eindeutig an uns.“

Stephan Küsters (sportlicher Leiter Viktoria Köln): "Wir haben am Ende nicht mehr dagegen gehalten und deshalb auch in der Höhe verdient verloren. Die tolle Vorbereitung ist scheißegal, wenn man anschließend so in die Saison startet. Am Dienstag muss eine ganz andere Körpersprache an den Tag gelegt werden."

Kevin Holzweiler (Spieler Viktoria Köln): "Wir haben gut angefangen, gehe in Führung und bekommen durch die erste Chance der Gladbacher das 1:1. Danach hat sich das Spiel komplett geändert, nach vorne ging nicht mehr viel und Gladbach hat seine Torchancen genutzt. Wir standen falsch, das Pressing hat nicht gestimmt. Sieben Gegentore und nur ein Punkt sind bitter. Wir müssen uns straffen, am Dienstag geht es weiter."

Autor: Daniel Sobolewski

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