Der Weg hinaus aus der “Schweineliga” wird für Rot-Weiss Essen lang und morastig. Aber RWE ist offensichtlich bereit, ihn zu gehen.

RWE

Arbeitssieg gegen den Bonner SC

Ralf Wilhelm
05. August 2016, 21:42 Uhr
Foto: Tillmann

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Der Weg hinaus aus der “Schweineliga” wird für Rot-Weiss Essen lang und morastig. Aber RWE ist offensichtlich bereit, ihn zu gehen.

Der 2:1 (0:1)-Erfolg zum Heimspiel-Debüt gegen den unbequemen Bonner SC fällt unter die Rubrik “Arbeitssieg”. Aber Arbeit hat in dieser Region noch niemandem geschadet.

RWE-Coach Sven Demandt sollte Recht behalten: Auf den Heimspiel-Auftakt wollte niemand verzichten, so waren die angeschlagenen Spieler rechtzeitig wieder fit geworden. Was bedeutete: Dieselbe Formation wie in Wiedenbrück. Schnell sollte sich zeigen, dass der Aufsteiger nicht zur Sightseeing-Tour in Essen war. Bonn spielte bei Ballbesitz mutig nach vorne und setzte nach drei Minuten durch Dario Schumacher den ersten Warnschuss ab.

Nach hinten arbeiteten die körperlich robusten Gäste äußerst diszipliniert und laufstark. In der Mitte war hohes Verkehrsaufkommen, aber ebenso wenig Durchkommen. So spielten die Rot-Weissen durchaus gefällig bis zum Strafraum, aber in der Gefahrenzone herrschte Langeweile. Einen Flachschuss von Dennis Malura vom rechten Strafraumeck (17.), der eigentlich als Flanke gedacht war - das war es für lange Zeit an Ausbeute.

Dazu immer wieder gefährliches schnelles Umschaltspiel der Bonner, die ihrer Androhung des mutigen Spiels Taten folgen ließen: Wieder ein überfallartiger Konter, in der Mitte lässt sich Daniel Somuah auch von drei Abwehrspielern nicht aufhalten - listig überwand er Torhüter Niclas Heimann mit einem Heber zum 0:1.

Die Angriffe der Essener wurden wütender und auch verheißungsvoller. Jan-Steffen Meier schickte Marcel Platzek auf die Reise, der durchging: Seinen Rechtsschuss klärte der starke Martin Michel, Abpraller, den nachfolgenden Linksschuss, der in den Winkel gepasst hätte, fälschte Tim Lünenbach mit dem Knie noch zur Ecke ab (36.). Pech gehabt. Drei Minuten vor der Pause hätte aber der Ausgleich fallen müssen: Platzek legte ab auf Frank Löning, der verzögerte clever den Schuss. Aber nicht clever genug, um Michel zu überwinden. Wieder war der Keeper rechtzeitig unten, den Nachschuss jagte Platzek in die Westkurve. So ging es mit Rückstand in die Pause, auf den Rängen grummelte es nur leicht.

Neue Halbzeit, altes Problem: Das Spiel durch die Mitte wurde beibehalten. So musste ein Standard für Gefahr herhalten: Flanke Benjamin Baier, Platzek lenkt fast unfreiwillig weiter - und Löning trifft den Abpraller nicht. Auf den Rängen wurde es unruhiger. Und es wurde emotionaler: Adis Omerbasic räumte Huckle haarscharf vor dem Strafraum ab - Gelb und Freistoß. Flanke Baier, in der Mitte behindern sich zwei Rote am Kopfball.

Nach 63 Minuten zeigte Schiedsrichter Goldmann doch noch auf den Punkt: Nach Flanke Grund wurde Platzek beim Kopfball gerempelt. Baier übernahm Verantwortung, satt und unhaltbar: 1:1. Na endlich. RWE wollte mehr, musste bei den Kontern aber höllisch aufpassen. Heimann war zur Stelle und klärte gegen Kevin Lunga in höchster Not (70.).

Nach 80 Minuten kam Kasim Rabihic für den “platten” Meier, das RWE-Spiel wurde dadurch nicht schneller. Für den Sieg musste eine Einzelaktion her. Bitteschön: Platzek bekam im Strafraum die Kugel, kurze Drehung um den Gegner und trockener Abschluss ins kurze Eck: 2:1 (84.). In der Nachspielzeit sah Bonns Marcel kaiser nach einer Notbremse an Kasim Rabihic die Rote Karte.

RWE übernimmt damit vorerst die Tabellenspitze. Am Dienstag geht es dann zum nächsten Aufsteiger, dem Wuppertaler SV. Gegen die Bergischen hatte die Demandt-Elf zuletzt im Niederrheinpokalfinale gespielt und gewann mit 3:0.

Autor: Ralf Wilhelm

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