Klaas-Jan Huntelaar erklärt, wie das Spiel mit vier Stürmern funktionieren kann und wie er seine eigenen Aktionen verändert hat. Lob für die Transferpolitik von Manager Christian Heidel.

Schalke 04

"Kann sein, dass wir offensiv überraschen"

Manfred Hendriock
05. August 2016, 21:58 Uhr
Foto: Firo

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Klaas-Jan Huntelaar erklärt, wie das Spiel mit vier Stürmern funktionieren kann und wie er seine eigenen Aktionen verändert hat. Lob für die Transferpolitik von Manager Christian Heidel.

Klaas-Jan Huntelaar kommt bestens gelaunt zum Interview, im Training hat er Breel Embolo einen Beinschuss verpasst und das Video auf Instagram gepostet: „Willkommen auf Schalke.” Die gute Laune hat aber auch noch andere Gründe.

Klaas-Jan Huntelaar, Schalke hat in dieser Woche oft mit vier Stürmern trainiert: Kann es sein, dass Schalke die Bundesliga ganz offensiv überrascht?
Das kann sein. Jedes Spiel kann anders sein. Aber die Akzente sind schon nach vorne gerichtet. Das ist für Offensivspieler besonders schön und kann für die ganze Mannschaft auch sehr schön sein.

Wie kann es denn funktionieren, wenn man so offensiv spielt?
Am wichtigsten ist, dass die Abstände untereinander stimmen, dass man nicht zu weit auseinander steht, weil sonst die Löcher zu groß sind - dann hat der Gegner zu viel Raum. Mannschaften wie Bayern beherrschen das zum Beispiel extrem gut. Bei absoluten Top-Mannschaften stimmen die Abstände fast immer, bei anderen passt das manchmal nicht so genau, und das sieht man dann auf dem Platz. Es muss passen, wenn man offensiv spielt.

Sie haben sich das ja immer gewünscht, dass die Schalker Mannschaft mit vielen Spielern angreifen soll.
Für jeden Spieler und auch für das Publikum ist das am schönsten. Man spielt Fußball, um zu gewinnen - aber auch, um offensiv etwas zu zeigen. Ich liebe das.

Hat Schalke in diesem Jahr eine so gute Mannschaft, dass das klappen kann?
Wir arbeiten daran, dass wir uns verbessern und eine sehr gute Mannschaft werden. Ich denke, man sieht das jetzt schon. Aber wichtig ist, dass man das in der Liga sieht.

Im letzten Jahr haben Sie die Flanken vors Tor vermisst. Sind die Neuzugänge Baba und Coke als stürmende Verteidiger auch für Ihr Spiel wichtig, damit wieder Flanken kommen?
Für alle, die vorne spielen, auch für den Zehner und den Außenstürmer auf der anderen Seite, ist es wichtig, dass wir außen durchkommen, weil sich dadurch in der Mitte automatisch mehr Räume und Abschluss-Optionen ergeben.

Wie gefällt Ihnen die Transferpolitik bisher?
Bisher gefällt es mir sehr gut. Wir haben Spieler abgegeben, aber wir haben auch schon einige mit viel Qualität dazu geholt. Schon jetzt haben wir eine sehr gute Truppe zusammen, und es ist ja kein Geheimnis , dass wahrscheinlich noch etwas kommt.

Leroy Sané ist ein großer Verlust, aber er war nicht der Typ, der die Flanken von außen vors Tor geschlagen hat.
Stimmt, Leroy ist kein Spieler, der mit rechts die Flanken schlägt - er ist mehr auf sein linkes Bein orientiert. Aber trotzdem hat man letztes Jahr auch gesehen, dass wir uns gut verstanden haben. Er hat viele Assists gegeben und Tore gemacht. Das müssen wir mit anderen Spielern kompensieren .

Schalke stellt in dieser Saison mal wieder alles auf Anfang. Für Sie persönlich ist Markus Weinzierl Ihr siebter Trainer in sieben Jahren. Wie erlebt man das, wenn es jedes Jahr um einen Neubeginn geht?
So wie es ist: Als Neuanfang. Mit einem neuen Trainer kommen immer auch neue Ideen. Jetzt ist der Umbruch aber noch größer, weil auch ein neuer Manager da ist. Also kann man das diesmal nicht eins zu eins mit den anderen Jahren vergleichen.

Sie selbst werden nächste Woche 33 Jahre alt. Schreckt Sie das?
Nein, überhaupt nicht.

Keine Angst, dass Ihnen die jüngeren Spieler irgendwann einmal davonlaufen?
Bis jetzt habe ich das noch nicht oft erlebt (lacht). Ich fühle mich so fit wie in den ganzen letzten Jahren - ich merke noch keinen Unterschied.

Sie sind ja der klassische Mittelstürmer. Solche Typen werden in Deutschland gerade wieder gesucht...
Ich denke, ich bin klassisch in dem Sinne, dass ich immer mit Toren in Verbindung gebracht werde. Aber ich mache heute auch viele andere Sachen, die die Leute vielleicht weniger sehen.

Können Sie präzisieren, was Sie verändert haben?
Ich bringe mich mehr ins Spiel ein als früher, zum Beispiel spiele ich jetzt im Training auch manchmal auf der Zehn. Dann ist man noch aktiver im Spielgeschehen. Auch als Stürmer kann man sich ins Mittelfeld zurückfallen lassen, aber dann muss im besten Fall ein anderer Spieler die Position vorne übernehmen. Die meisten Tore werden im Strafraum erzielt. Deswegen ist es wichtig, dass da immer jemand diese Position einnimmt, um die Tore zu machen.

Autor: Manfred Hendriock

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