Und ewig grüßt das Murmeltier. Oder anders ausgedrückt, Ebi Smolarek kokettiert wieder einmal mit einem Wechsel ins Ausland. Doch im Gegensatz zu den bisherigen Offerten, die entweder erst gar nicht in Dortmund eingingen oder von der Summe her nicht sonderlich zum Nachdenken anregten, scheint der Pole diesmal tatsächlich kurz vor dem Absprung zu stehen.

Petric in den Sturm, Hamburger als Spielmacher

Smolarek-Millionen machen den Weg frei für Piotr Trochowski

Randolf Kaminski
23. August 2007, 17:33 Uhr

Und ewig grüßt das Murmeltier. Oder anders ausgedrückt, Ebi Smolarek kokettiert wieder einmal mit einem Wechsel ins Ausland. Doch im Gegensatz zu den bisherigen Offerten, die entweder erst gar nicht in Dortmund eingingen oder von der Summe her nicht sonderlich zum Nachdenken anregten, scheint der Pole diesmal tatsächlich kurz vor dem Absprung zu stehen.

Der Stürmer selbst wird heute vom Länderspiel gegen Russland nach Dortmund zurückkehren und hatte in den vergangenen Tagen sein Handy abgestellt. Doch Michael Zorc stellt klar: „Allein schon aus der Tatsache, dass wir uns mit dem Angebot von Racing Santander beschäftigen, ist zu erkennen, was der Spieler will. Er möchte wechseln und in Spanien spielen.“ Ab in den Süden, ausgestattet mit einem Fünfjahres-Vertrag, der ihm alle zwölf Monate rund zwei Millionen Euro einbringen würde. In den letzten Wochen hatte es zwar so ausgesehen, als ob sich der Ex-Rotterdamer und der BVB über eine vorzeitige Verlängerung des bis 2009 laufenden Vertrages einigen können, doch selbst dann dürfte der 26-Jährige nicht über rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr hinauskommen.

Trotzdem kommt die Offerte von der iberischen Halbinsel den Dortmunder Verantwortlichen diesmal nicht ganz ungelegen. Immerhin sollen von den Spaniern schon sieben Millionen Euro geboten worden sein, die allerdings von Zorc dementiert werden: „Die Summe ist geringer.“ Der BVB-Sportdirektor weiter: „Die alleinige Entscheidungsgewalt liegt zwar bei uns, doch die Hälfte des Transfererlöses erhält sein ehemaliger Arbeitgeber Feyenoord Rotterdam.“

Es werden wohl trotzdem rund drei Millionen Euro in die Borussen-Kassen fließen, die diesen Betrag jedoch direkt wieder investieren würden. Noch einmal Zorc: „Wir müssen auch abwarten, was die neuen Untersuchungen bei Sebastian Kehl an Erkenntnissen bringen.“

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/003/142-3182_preview.jpeg Wunschspieler von Thomas Doll: Hamburgs Piotr Trochowski[/imgbox]Möglich, dass die Schwarz-Gelben auf der defensiven Position noch einmal nachlegen, wahrscheinlicher ist allerdings das Überdenken der Spielmacherrolle. Die ersten beiden Bundesligapartien haben eindrucksvoll verdeutlicht, dass Mladen Petric nicht unbedingt die Idealbesetzung auf dieser Position ist. In Schalke agierte er in der ersten Halbzeit auf der von ihm bevorzugten Stürmerposition und präsentierte sich dort weitaus ansprechender. Da bietet es sich an, den Kroaten als Ersatz für Smolarek nach vorne zu ziehen und eine Neubesetzung im offensiven Mittelfeld vorzunehmen. Als Coach Thomas Doll von RevierSport auf diese Möglichkeit angesprochen wurde, antwortete er kurz und präzise: „Diese Denkweise ist nicht so ganz verkehrt.“

Zumal der Coach gleichzeitig erläutert: „Ebi ist insbesondere in meiner Zeit Stammspieler geworden und hat das gezeigt, was ich mir von ihm erwartet habe. Aber Akteure, die hier nicht zufrieden sind, werde ich nicht aufhalten. Ich brauche Alternativen, die zu 100 Prozent dabei sind.“

Einer davon könnte also doch noch Trochowski heißen, wenn Rafael van der Vaart in Hamburg bleiben muss. Der 23-jährige deutsche Nationalspieler steht schon lange auf der Wunschliste von Doll, bisher fehlten dem BVB die finanziellen Mittel, die nun Smolarek in die Börse spülen kann. Das Gesamtpaket muss bis zum kommenden Freitag geschnürt werden, denn dann schließt der Transfermarkt bis zum Winter seine Pforten. Doch so lange wird es wohl nicht dauern, wie Zorc erläutert: „Es kann jetzt alles ganz schnell gehen.“

Autor: Randolf Kaminski

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