RWO U19-Coach Mike Tullberg sprüht vor Selbstvertrauen. Nach dem Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga hat er mit seiner Mannschaft einiges vor.

RWO U19

Island als großes Vorbild

Marlon Irlbacher
20. Juli 2016, 15:29 Uhr
Foto: Ketzer

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RWO U19-Coach Mike Tullberg sprüht vor Selbstvertrauen. Nach dem Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga hat er mit seiner Mannschaft einiges vor.

Mit nur einer Saisonniederlage stieg die U19 der Oberhausener in der abgelaufenen Spielzeit in die A-Junioren-Bundesliga auf. „Wir haben in 45 Spielen über jeweils 90 Minuten in der ganzen Saison nur eine Niederlage kassiert. Was meine Mannschaft geleistet hat, ist überragend und ich bin einfach nur stolz," sagte Tullberg damals nach dem alles entscheidenden Sieg gegen Velbert.

Nun soll die Erfolgsgeschichte weiter geschrieben werden. Der 30-jährige Däne und seine Mannschaft befinden sich in der Vorbereitung auf die kommende Saison in der höchsten deutschen Jugendspielklasse und konnten den kompletten Kern der Truppe zusammenhalten. Tullberg macht das stolz. "In der letzten Saison haben wir viele Jungjahrgänge aus Schalke, Dortmund oder Köln geholt, die uns letztlich zum Aufstieg geschossen haben. Ich habe noch nie erlebt, dass eine Mannschaft so einen starken Zusammenhalt gezeigt hat. Die Jungs haben sich in diesem Sommer geschworen zusammenzubleiben und lehnten einige hochkarätige Angebote ab, die auch finanziell einer ganz anderen Dimension entsprachen als der von RWO. Das ist einmalig und hat mich sehr gefreut."

Wir wollen angreifen! Kein Spieler entwickelt sich, wenn er nur hinten drin steht und verteidigt.
Mike Tullberg

Tullberg ist bewusst, dass sich seine Schützlinge nun mit den ganz Großen messen müssen und es nicht einfach so weiter laufen kann wie im letzten Jahr. Taktisch möchte der Coach seine Mannschaft aber gar nicht großartig verändern. "Nur weil wir jetzt gegen vermeintlich stärkere Gegner spielen, werden wir uns sicher nicht mit zehn Mann hinten reinstellen und den Bus vor dem Tor parken. Wir wollen die jungen Spieler darauf vorbereiten, in der Regionalliga für die erste Mannschaft spielen zu können. Viele von unseren Jungs haben das Zeug dazu, darum wollen wir angreifen. Kein Spieler entwickelt sich, wenn er nur hinten drin steht und verteidigt."

Mit deutlich geringeren finanziellen Mitteln als die Konkurrenz hat sich die U19 von RWO in der vergangenen Spielzeit einen Namen gemacht. Mit den A-Junioren der Bundesligisten kann man in diesem Bereich nicht mithalten, darum zählen für Tullberg andere Tugenden, wie er an einem Beispiel der Europameisterschaft in Frankreich verdeutlicht. "Für mich ist wichtig, dass die Jungs eine echte Mannschaft sind. Bei uns interessieren keine einzelnen Namen. Jeder hat Island bei der EM in Frankreich gesehen. Diese Mannschaft hat mit Herzblut und unbändigem Willen England geschlagen, ist bis ins Viertelfinale eingezogen. Das hätte im Vorfeld niemand für möglich gehalten. Genau diese Mentalität erwarte ich von meinen Spielern auch", erklärt der Erfolgs-Coach sehr angetan.

Mit [person=30492]Oliver Dings[/person] (Schalke 04), [person=30507]Tarik Kurt[/person] (Borussia Dortmund), [person=30635]Daniel Dogan [/person](Fortuna Köln) und [person=31286]Mete Yildiz[/person] (FC Mönchengladbach) wurden gleich vier Spieler verpflichtet, die alle ablösefrei zu den Kleeblättern wechseln. "Wir wollten den Kern unserer Mannschaft mit externen Granaten ergänzen. Obwohl wir keinen großen finanziellen Spielraum haben, ist uns das sehr gut gelungen. Wir möchten keine Wunschplatzierungen oder Ziele herausgeben, sondern in jedem Spiel alles raushauen, dann sehen wir am Ende, wo wir landen."

Einen entscheidenden Vorteil seinen Trainerkollegen gegenüber sieht Tullberg übrigens auch. Der Ex-Profi von RWO, der unter anderem auch bei Reggina in Italien und für Heart of Midlothian in Schottland spielte, verfügt über eine Festanstellung als U19-Coach. "Das ist heutzutage eher selten, da die Vereine für einen Jugendtrainer nicht so viel bezahlen möchten", berichtet er. "Ich hatte im Gegensatz zu vielen meiner Trainerkollegen die Zeit, mir alle Neuzugänge persönlich anzuschauen und über mehrere Wochen zu beobachten."

Mit so viel Ehrgeiz, Professionalität und einer Prise skandinavischer Kämpfer-Mentalität sollte dem Klassenerhalt nichts im Wege stehen.

Autor: Marlon Irlbacher

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