Der von RB Leipzig ausgeliehene Nils Quaschner will sich in Bochum durchsetzen - und länger bleiben als nur ein Jahr.

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Quaschner sieht in Bochum viel Potenzial

Ralf Ritter
19. Juli 2016, 06:57 Uhr

Der von RB Leipzig ausgeliehene Nils Quaschner will sich in Bochum durchsetzen - und länger bleiben als nur ein Jahr.

„Ich möchte spielen.“ Nils Quaschner sagt das. Einer, der helfen soll, die Lücke nach dem Abgang von Simon Terodde zu schließen. „Simon ist ein sehr guter Stürmer“, sagt Quaschner. Aber: „Das ist Vergangenheit, es kommt jetzt eine neue Saison.“

Die Bürde, der Nachfolger des nach Stuttgart verkauften Torjägers zu sein, will und muss Nils Quaschner sicherlich nicht alleine schultern mit seinen 22 Jahren. Zunächst gilt es für den Neuzugang von Rasenballsport Leipzig, sich für Einsätze zu empfehlen, bevorzugt natürlich in der ersten Elf. Als bisher letzter Zugang, gemeinsam mit Russell Canouse, ist Quaschner gelandet in Bochum, in den drei Testspielen seitdem spielte er in der jungen Mannschaft der zweiten Halbzeit. In Durchgang eins durfte stets Peniel Mlapa ran.

Konkurrenzkampf mit Mlapa
Mit Mlapa und dem Fürther Zugang Johannes Wurtz wird Quaschner um den Platz ganz vorne in der Spitze kämpfen, dort, wo er sich am wohlsten fühlt, wo er „gleich zum Abschluss kommen kann“, wie er selbst sagt. Das ist eine seiner Stärken, die er bisher zumindest angedeutet hat. Wobei der so kräftig wie athletisch wirkende 1,84-Meter--Mann sich im offensiven System von Trainer Gertjan Verbeek auch vorstellen kann, „über die Flügel zu kommen. Meinen Zug zum Tor würde ich auf der Außenbahn nicht verlieren.“

Er will spielen. Läuft es nach Wunsch, ist sein Vertrag bald schon neu geschrieben. Denn Quaschner ist zunächst nur ausgeliehen für ein Jahr, der VfL Bochum aber hat sich eine Kaufoption gesichert. Zieht er sie, hat Quaschner eingeschlagen - was natürlich ganz in seinem Sinn wäre: „Ich gehe die Saison mit dem Gedanken an, hier länger als ein Jahr zu bleiben.“
Er will spielen.

In Leipzig, beim Tabellenzweiten der vergangenen Zweitliga-Saison, zählte Quaschner nicht zur ersten Reihe im mit Poulsen, Selke, Forsberg hochkarätig besetzten RB-Angriff. Als „fünftes Rad am Wagen“ aber hat er sich nie gesehen, Quaschner spricht von einem „lehrreichen“ und „nicht verlorenen Jahr“ in der aufstrebenden Fußball-Stadt des Neu-Bundesligisten.

19 meist kurze Einsätze in Leipzig

Auf 19 Einsätze brachte es Quaschner in Leipzig, die meisten aber dauerten nur fünf bis 20 Minuten, nur einmal durfte er über die komplette Distanz ran und ein Mal über die halbe Spielzeit. Ein Tor und eine Vorlage glückten ihm in seinen insgesamt 331 Zweitliga-Spielminuten. In Leipzig, sagt er, wäre die Konkurrenz-Situation in der 1. Liga sicherlich nicht einfacher geworden.

Aber auch in Bochum muss er sich erst einmal beweisen, das weiß der ruhig und zielstrebig rüberkommende Angreifer, der in Stralsund geboren wurde, bei Hansa Rostock reifte von 2007 bis 2013, ehe er zwei Jahre in Österreich verbrachte. Erst beim FC Liefering, dann bei Red Bull Salzburg, dem Bruderklub von RB Leipzig. In Österreich seien die Menschen „gemütlicher“, sagt er. „Bei den Spielen mit Leipzig hat man viel Widerstand erlebt, manchmal hat einen das gepusht“, ist er offenbar mental stark. Was er mancherorts erlebte, darüber könne man aber nur „den Kopf schütteln“.
In Bochum will er zunächst „einen Schritt weiterkommen“, der zweite darf dann gerne folgen. Der einstige U-17-Nationalspieler jedenfalls ist überzeugt von der Stärke des Teams: „Die Spieler, die hier sind, haben großes Potenzial.“

Autor: Ralf Ritter

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