86 Minuten war die Spitzenpartie am Sonntag zwischen den Top-Teams der Landesliga Niederrhein 3 ein faires Fußballmatch – doch nach dem groben Foulspiel von DSV-Spieler Daniel Dentgen eskalierte die Situation. Plötzlich lieferten sich die Akteure und Verantwortlichen beider Teams ein Handgemenge. Gedränge und Schubsereien sorgten für knapp fünf Minuten Spielunterbrechung, weil sowohl die Ersatzspieler als auch die Trainer mit in den Tumult einstimmten. Auslöser – neben dem Foul Dentgens – waren verbale Scharmützel, die von der Bank der Sonsbecker ausgingen, an der Dentgen nach seinem folgerichtigen Platzverweis vorbei musste. Ein Wort gab das andere. Die Rudelbildung war perfekt. Schlussendlich erhielten auch noch Adrian Giesen-Tober (DSV) und Thorsten Schikofsky (SV Sonsbeck) den roten Karton. RevierSport Online fragte nach: [i]Was war da los?[/i]

Drei Rote Karten und 35 Leute auf dem Platz

„Erst Mal einen Schluck aus der Pulle genommen“

ag
22. August 2007, 15:33 Uhr

86 Minuten war die Spitzenpartie am Sonntag zwischen den Top-Teams der Landesliga Niederrhein 3 ein faires Fußballmatch – doch nach dem groben Foulspiel von DSV-Spieler Daniel Dentgen eskalierte die Situation. Plötzlich lieferten sich die Akteure und Verantwortlichen beider Teams ein Handgemenge. Gedränge und Schubsereien sorgten für knapp fünf Minuten Spielunterbrechung, weil sowohl die Ersatzspieler als auch die Trainer mit in den Tumult einstimmten. Auslöser – neben dem Foul Dentgens – waren verbale Scharmützel, die von der Bank der Sonsbecker ausgingen, an der Dentgen nach seinem folgerichtigen Platzverweis vorbei musste. Ein Wort gab das andere. Die Rudelbildung war perfekt. Schlussendlich erhielten auch noch Adrian Giesen-Tober (DSV) und Thorsten Schikofsky (SV Sonsbeck) den roten Karton. RevierSport Online fragte nach: [i]Was war da los?[/i]

Henrik Lerch (Spieler des SV Sonsbeck): „Bevor der ganze Tumult passierte, hat Daniel Dentgen ganz klar Dennis Schmitz von hinten umgehauen. Das war klar Rot. Nach der Hinausstellung musste er an unserer Bank vorbei. Von da sind dann die ersten Sprüche gekommen. Daraufhin hat Dentgen dann die am Spielfeldrand stehenden Getränkeflaschen in Richtung der Bank getreten und einen unserer Verantwortlichen am Schienbein getroffen. Dann eskalierte das Ganze, als alle von der DSV-Bank aufgesprungen sind und in die Richtung liefen. Angeblich soll Giesen-Tober gespuckt haben, aber Rudelbildung war es auf jeden Fall. Zu den knapp 20 Mann auf dem Feld kamen ja auch noch mindestens zehn bis zwölf Leute hinzu, so dass etwa 35 Personen in diesen Tumult involviert waren. Ich habe mir das alles aus sicherer Entfernung angeguckt und stand mit DSV-Keeper Marcel Siepmann im Tor. Wir haben erst Mal einen Schluck aus der Pulle genommen. So etwas habe ich noch nicht erlebt, vor allem nicht in so einer frühen Phase der Saison, am zweiten Spieltag.“

David Jung (Pressesprecher des Duisburger SV 1900): „Daniel Dentgen kommt bei dem Foulspiel eine Zehntel Sekunde zu spät und trifft den Sonsbecker klar. Da muss man eigentlich die Rote Karte zeigen. Das ging in Ordnung. Was nicht in Ordnung ging, waren die Reaktionen, die von der Sonsbecker Bank und den Zuschauern ausgingen. Die hatten zuvor wild protestiert und vehement den Platzverweis gefordert. Daraufhin tritt Daniel gegen ein Koffer mit Trinkflaschen, was sicherlich auch nicht sein muss, und trifft damit einen Akteur auf der Bank, der daraufhin zusammensackt. Dann begannen die tumultartigen Szenen. SV-Trainer Thomas Geist hat wie wild rumgeschrieen, Jörg Kessen und unsere Bank sind dann auch aufgesprungen. Das war dann Rudelbildung im ganz großen Stil. Ich bin dann auch sofort auf den Platz und habe einige unserer Spieler zurückgehalten und weggezogen. Als sich alles soweit beruhigt hatte, hat der Schiedsrichter dann zwei Rote Karten wegen angeblicher Rudelbildung gezeigt. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl hätte er die verbleibenden drei Minuten auch so über die Bühne bringen können oder er zeigt mindestens fünf bis sechs Leuten auf jeder Seite ebenfalls den roten Karton. Das Verhalten und die Aussagen von Geist waren einfach nur Fehl am Platz. Das ist der einzige Vorwurf, den ich ihm mache. Alles andere, auch unsere Reaktionen, möchte ich gar nicht beschönigen. Das musste alles nicht sein. Es war zwar eine emotionale Partie, und das schon am zweiten Spieltag, weil es um einiges geht, aber dass es so endet, hätte ich auch nicht gedacht.“

Wolfgang Jades (Staffel-Leiter der Landesliga Niederrhein 3): „Am Mittwoch habe ich die Post bekommen und sofort für die weiteren Schritte weiterbearbeitet – das Ganze wird vor die Spruchkammer gehen und voraussichtlich in knapp zwei Wochen verhandelt werden. Ich selbst war nicht vor Ort und weiß auch nur von Berichten und Erzählungen von diesem Vorfall. Der Schiedsrichter hat aber in seinem Bericht, der mir vorliegt, sehr detailliert beschrieben und geschildert, was am letzten Sonntag vorgefallen ist. Von Spucken ist da aber nicht die Rede. Vielmehr von Schlagen und Hauen. Ein Spieler des DSV soll sogar gewürgt haben. Der Spieler Daniel Dentgen soll sich über die Rote Karte hinaus, die er für das grobe Foulspiel bekommen hat, zusätzlich unsportlich verhalten haben. Fakt ist und bleibt, dass sowohl er als auch Adrian Giesen-Tober und Thorsten Schikofsky mit Rot bestraft wurden. Alles andere werden wir dann in einer eventuellen Zeugenverhandlung klären.“

Autor: ag

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