Beim BVB gibt es momentan reichlich Gesprächsbedarf. In den Äußerungen der Dortmunder Verantwortlichen zeigen sich Dissonanzen.

BVB

Nicht mit einer Stimme

Sebastian Weßling
18. Juli 2016, 06:17 Uhr

Beim BVB gibt es momentan reichlich Gesprächsbedarf. In den Äußerungen der Dortmunder Verantwortlichen zeigen sich Dissonanzen.

Am 12. Juli bat Thomas Tuchel zur Pressekonferenz. Am Trainingsgelände in Dortmund-Brackel sprach der Trainer von Borussia Dortmund über die neue Saison, über die Vorbereitung darauf und den Umbruch im Verein mit zahlreichen Zu- und Abgängen.

„Der Weg, den wir einschlagen, ist sehr jung, mit vielen jungen Spielern aus dem Ausland“, sagte er. „Es ist ein riskanter Weg, aber Risiko wird auch belohnt.“ Die kommende Saison wird eine schwierige – das war die Botschaft des Trainers.

Auch zu den Abgängen äußerte sich Tuchel: „Wir müssen anerkennen, dass es Klubs gibt, die noch einen größeren Reiz ausüben, die wirtschaftlich und von der Strahlkraft noch eine Stufe über uns stehen“, sagte er.
Einen Tag später saß BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einem Hotel in den Kirchberger Alpen vor Journalisten und Anhängern des Klubs. Ohne dass ihn ein Medienvertreter darauf angesprochen hätte, kam Watzke auf die Aussagen Tuchels zu sprechen.

Riskant oder ambitioniert?
„Der Trainer hat gestern von einer riskanten Situation gesprochen“, begann er. „Ich würde das lieber als ambitioniertes Unterfangen bezeichnen, weil wir eine Menge an Entwicklungspotenzial dazu bekommen haben. Ganz davon abgesehen ist es auch alternativlos.“

Und auch die zweite These des Trainers sammelte der Geschäftsführer wieder ein: „Es gibt vielleicht noch fünf Klubs auf der Welt, die, wenn man die Finanzkraft und die Strahlkraft zusammen nimmt, uns noch übertreffen“, sagte er. „Aber nur zusammen. Die Strahlkraft von Borussia Dortmund ist deutlich höher als die von Manchester City.“

Schon länger war bekannt, dass die Verantwortlichen von Borussia Dortmund in diesem Sommer nicht immer einig sind, wenn es um die Bewertung möglicher Neuzugänge geht. Mit ihren öffentlichen Auftritten untermauerten Trainer und Geschäftsführer nun noch einmal, dass man derzeit beim BVB nicht mit einer Stimme spricht.

Autor: Sebastian Weßling

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