Selbst Ingo Wald wunderte sich. Der Präsident des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg registrierte, dass sich Torwart Mark Flekken mit zwei Personen zu einem Foto zusammenstellte.

MSV

Familienmensch Flekken

Thomas Tartemann
13. Juli 2016, 11:07 Uhr
Foto: Funke Foto Services

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Selbst Ingo Wald wunderte sich. Der Präsident des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg registrierte, dass sich Torwart Mark Flekken mit zwei Personen zu einem Foto zusammenstellte.

„Ich wusste aber nicht, dass es seine Eltern sind“, so Wald. Mutter Anni und Vater René begleiten ihren Sohn seit sechs Jahren ins Sommertrainingslager seines jeweiligen Klubs. „Wir sind aber nie im Mannschaftshotel, sondern schauen uns immer die Trainingseinheiten an. Da ich selbst Jugendtrainer bin, kann ich mir das eine oder andere abgucken“, sagt René Flekken.

Seine Frau Anni spielte selbst 13 Jahre aktiv Fußball im unterklassigen Bereich. „Bei uns dreht sich alles um diese Sportart“, sagt sie. Der Vierte im Bunde ist der zweite Sohn Roy Flekken, der ebenfalls die Torwartlaufbahn eingeschlagen hat und gerade von Alemannia Aachens Reserve zu Inde Hahn in die Mittelrheinliga gewechselt ist.
Zebra-Neuzugang Mark Flekken weiß, „dass es schon etwas ungewöhnlich ist, wenn einen die Eltern im Trainingslager besuchen, aber ich finde das gut so. Außer meiner Mutter und meinem Vater waren kürzlich auch zwei Freunde aus Fürth bei unseren Einheiten.“

Nach drei Jahren bei den Franken, in denen sich der Holländer fast ausschließlich mit der Reserverolle anfreunden musste, war es jetzt Zeit für den Tapetenwechsel. Mark Flekken: „Mein Berater und ich waren uns einig, dass es für meine Entwicklung besser ist, vom Niveau her einen Schritt zurück Richtung 3. Liga zu machen, um dann hoffentlich wieder zwei, drei Schritte vorwärts zu machen. Ich denke, dass die Voraussetzungen dafür beim MSV sehr gut sind.“

Wir sind aber nie im Mannschaftshotel, sondern schauen uns immer die Trainingseinheiten an. Da ich selbst Jugendtrainer bin, kann ich mir das eine oder andere abgucken
Rene Flekken, Marks Vater

Flekken hätte bei den Duisburgern auch einen Zwei-Jahres-Kontrakt akzeptiert. Dass die Zusammenarbeit bis Sommer 2019 ausgelegt wurde, „gibt Sicherheit.“ Flekken, der bei der SpVgg Greuther Fürth in der letzten Saison auf einen Zweitliga-Einsatz kam, ballt ehrgeizig die Faust: „Der MSV will wieder hoch. Genau das ist auch mein Ziel.“

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Eine Win-Win-Situation, wenn es klappt. In den bisherigen Tests und Trainingseinheiten hauen sich alle Keeper mächtig rein. Marcel Lenz zeigt eine ganz andere Präsenz als in der vergangenen Saison, der junge Daniel Zeaiter vom FSV Mainz bringt gute Veranlagungen mit, ist aber der unerfahrenste im Keeper-Trio. „Ich finde, dass sowohl Marcel als auch Daniel gute Torleute sind. Jeder von uns dreien will natürlich das Beste für sich erreichen. Ich verstehe mich gut mit beiden“, sagt Mark Flekken.

Beim Test in Innsbruck (1:1) überraschte der 23-Jährige mit einem frechen Dribbling außerhalb des Strafraums – und ließ den anstürmenden Wacker-Angreifer cool ins Leere laufen. „So etwas“, sagt Flekken, „entscheide ich aus der Situation heraus. Wenn man gut im Spiel drin ist, macht man so etwas schon eher. Ich habe früher in der Jugend im Feld gespielt und kann etwas am Ball.“

Beim alten Fußball-Spruch, dass Torhüter und Linksaußen meistens etwas durchgeknallt sind, muss Flekken schmunzeln. „Ich würde nicht sagen, dass jeder Torwart automatisch einen an der Waffel hat. Aber du lässt dich als Keeper halt mit voller Wucht anschießen. Und du hast eine Position mit viel Verantwortung. Ein Fehler führt mit 99-prozentiger Sicherheit zu einem Gegentor.“ Diese Quote will der ehemalige Kerkrader bei den Zebras so gering wie möglich halten.

Autor: Thomas Tartemann

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