Mit Marcel Lenz, Mark Flekken und Daniel Zeaiter kämpfen drei Torüter um den Platz im Kasten des MSV Duisburg. Einem Keeper droht die Tribüne.

MSV

Der Kampf um die Nummer eins

Thomas Tartemann
11. Juli 2016, 06:07 Uhr

Mit Marcel Lenz, Mark Flekken und Daniel Zeaiter kämpfen drei Torüter um den Platz im Kasten des MSV Duisburg. Einem Keeper droht die Tribüne.

Manchmal dauert es etwas länger, bis man zueinander findet. Bei Mark Flekken und dem Fußball-Drittligisten MSV Duisburg trifft das zu. „Wir hatten ihn schon lange auf dem Schirm und wollten Mark vor drei Jahren als Torwart verpflichten, aber da kam der Lizenzentzug dazwischen“, sagt Torwarttrainer Sven Beuckert. Nun betreut „Beucke“ den 23-jährigen Schlussmann im zweiten Versuch.

„Ich habe ihn auch in den letzten Spielzeiten beobachtet. Warum Mark es bei seinem letzten Verein Greuther Fürth nicht zum Stammkeeper geschafft hat, kann ich nicht sagen. Das Feedback vom ehemaligen Fürther Torwarttrainer Frederik Gößling war jedenfalls sehr positiv.“ Beuckert ist überzeugt davon, „dass Mark bei uns den nächsten Schritt machen wird, aber er ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung.“

Drei Jahre läuft der Kontrakt des Niederländers, der beim MSV das Erbe von Michael Ratajczak antreten will. „Rata“ stand unter anderem wegen seiner Streueffekte bei Abschlägen oft in der Kritik, zählte aber sowohl im Aufstiegs- als auch im Abstiegsjahr zu den Leistungsträgern. „Rata ist ein Typ, der in jedem Training 100 Prozent gibt. Er hat bei uns drei Jahre sehr ordentlich gehalten. Du konntest dich immer auf ihn verlassen.“ Aktuell arbeitet Ratajczak in Duisburg nach seinem Syndesmosebandriss an seiner Fitness. Beuckert: „Wir haben nach wie vor Kontakt. Man darf natürlich nicht vergessen, dass er nach dieser Verletzung zum Beginn der neuen Saison gar nicht zur Verfügung gestanden hätte.“

Lenz nimmt den Kampf an

Neben Mark Flekken rangeln auch der letztjährige Ratajczak-Vertreter Marcel Lenz und der aus dem Mainzer Unterbau geholte Daniel Zeaiter um den Platz im Kasten. Beuckert: „Für Daniel ist es nach dem Weggang aus der U 23 von Mainz das erste richtige Jahr im Männerbereich. Wenn er sich jetzt im Training gegen Stürmer wie Brandstetter oder Onuegbu behaupten muss, dann ist das schon etwas anderes.“ Der 21-Jährige empfindet beim MSV im Vergleich zum Mainzer Talentschuppen „alles eine Nummer größer.“ Zeaiter: „In Duisburg hat jedes zweite Auto einen MSV-Aufkleber. Du weißt sofort: Diese Leute kommen für dich ins Stadion.“ Als Jüngster im Torwart-Bunde wird sich Zeaiter noch gedulden müssen, bis seine Zeit anbricht. Am Mittwoch wird er erstmals eine Kostprobe über komplette 90 Minuten abgeben, wenn der MSV gegen den tschechischen Erstligisten Jihlava testet. Zuvor waren Mark Flekken beim 1:1 in Innsbruck und Marcel Lenz beim 4:1 über Valenciennes über die komplette Distanz im Einsatz.

Gerade Lenz wirkt während des Trainingslagers im Schatten der Kitzbüheler Alpen locker und gelöst, gibt sich zudem als Teamplayer. Als Daniel Zeaiter bei einer Übung einen Ball aus dem Netz holen musste, spornte ihn Lenz sofort an: „Den nächsten hast du!“ Beuckert stellt dem früheren Schalker ein gutes Zwischenzeugnis aus. „Ich bin mit Marcel sehr zufrieden. Er ist seit zwei Jahren in seiner Entwicklung stehengeblieben. Vielleicht kommt er jetzt aus dem Schatten von Ratajczak heraus und sieht seine Chance.“ Den Konkurrenzkampf, den „Beucke“ aktuell mit seinen drei Keepern bei der täglichen Arbeit erlebt, gab es bei den Zebras seit Ewigkeiten nicht. Ende Juli wird aus dem Stammplatz-Gerangel zumindest für einen Kandidaten eine Frust-Angelegenheit. Beuckert: „Ein älterer Torwart muss wegen der U-23-Regelung auf die Tribüne. Die Jungs wissen das. Wir haben von Beginn an mit offenen Karten gespielt.“

Autor: Thomas Tartemann

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