Der Bonner SC will in der Regionalliga West eine bessere Rolle spielen als die vergangenen Aufsteiger aus der Mittelrheinliga - FC Hennef und Wegberg-Beeck.

Bonner SC

"Wir sind das Darmstadt der Regionalliga"

Krystian Wozniak
05. Juli 2016, 16:52 Uhr
Foto: Elmar Redemann

Foto: Elmar Redemann

Der Bonner SC will in der Regionalliga West eine bessere Rolle spielen als die vergangenen Aufsteiger aus der Mittelrheinliga - FC Hennef und Wegberg-Beeck.

BSC-Trainer Daniel Zillken stellt seinen Klub und die Mannschaft vor und erklärt, warum er sein Team als das Darmstadt 98 der Regionalliga West ansieht.

Der 48-jährige Daniel Zillken über...

...die Vorbereitung: "Die Sommervorbereitung unterscheidet sich im Vergleich zu den letzten Jahren nicht. Da gibt es keinen Unterschied zwischen der Mittelrhein- und Regionalliga. In jeder Vorbereitung muss man die Grundlagen für die Saison schaffen. Wir haben bis zu acht Einheiten in der Woche. Dabei trainieren wir nur Nachmittags und können an Samstagen und Sonntagen nach Bedarf mal zwei Einheiten einschieben. Ich muss sagen, dass ich bislang sehr zufrieden bin. Die Jungs haben bei dem Laktattest Top-Werte gehabt. Und wir sind hier beim Bonner SC immer noch Feierabendfußballer. Es freut mich sehr, dass die Jungs auch in der Pause gut gearbeitet haben."

...den Kader: "Wir haben mit Jungs wie Andreas Dick, Andreas Akbari, Gordon Addai oder Lucas Musculus Leute im Kader, die die Regionalliga kennen. Zudem haben wir Tim Lünenbach und Dario Schumacher dazu bekommen. Ich sehe uns da recht gut aufgestellt. Das ist vielleicht auch der Unterschied zu Hennef und Wegberg-Beeck. Sie hatten keine bis sehr wenig Regionalliga-Erfahrung in ihren Reihen. Nichtsdestotrotz kann es auch für uns nur um den Klassenerhalt gehen."

Ich sage immer wieder, dass die Jungs einem Beruf nachgehen müssen. Wer sich Profifußballer nennt und für 1300 oder 1400 Euro im Monat jahrelang in der Regionalliga spielt, der tut mir schon fast Leid
Daniel Zillken, Trainer des Bonner SC

...über die Philosophie des Klubs: "Bei uns spielt niemand professionell Fußball. Ich sage immer wieder, dass die Jungs irgendwann mal aufwachen und einem Beruf nachgehen müssen. Wer sich Profifußballer nennt und für 1300 oder 1400 Euro im Monat jahrelang in der Regionalliga spielt, der tut mir schon fast Leid. Ich bekomme immer wieder Anrufe von diversen Beratern, die fragen, ob wir dem Spieler xy nicht einen Job vermitteln könnten. Natürlich können wir das. Aber da muss der Spieler für den potentiellen Arbeitgeber auch eine entsprechende Qualifikation mitbringen. Sonst nimmt das Unternehmen selbstverständlich einen gut ausgebildeten Studenten. Wir suchen Spieler, die nicht nur auf den Fußball setzen, sondern schon einen Schritt weiter im Leben sind, die klar im Kopf sind. Das ist uns sehr wichtig, wenn wir Jungs verpflichten."

...das Saisonziel: "Wir werden alles dafür tun, um die Klasse zu halten. Das wird eine sehr schere Aufgabe. Ich vergleiche uns mit dem SV Darmstadt 98. Das, was die Darmstädter in der Bundesliga sind, ist der Bonner SC in der Regionalliga West. Wenn ich höre, was Viktoria Köln oder Essen für einen Etat haben, dann fehlen mir einfach die Worte. Da liegen zwischen Bonn und diesen Klubs Welten. Wir haben einen kleinen sechsstelligen Betrag zur Verfügung. Dieser gehört mit Sicherheit zu den kleinsten Etats der Liga."

über das Bonner Umfeld: "Wir haben in der vergangenen Saison einen Zuschauerschnitt von 700 bis 800 Besucher pro Heimspiel gehabt. Damit kalkuliert der Klub auch in der Regionalliga. Das finde ich sehr vernünftig. In der Vergangenheit hatten wir auch schon Spitzenspiele vor 2500 oder 3000 Zuschauern. Ich denke, wenn Essen, Aachen oder Wuppertal hier her kommen, dann sind solche Zahlen auch wieder möglich. Darauf freuen wir uns alle."

Autor: Krystian Wozniak

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