Landesligist SF Niederwenigern wird auch die kommende Saison mit drei Trainern angehen.

Niederwenigern

Rollenwechsel bei den Sportfreunden

Heiner Wilms
05. Juli 2016, 03:07 Uhr
Foto: Funke Foto Services

Foto: Funke Foto Services

Landesligist SF Niederwenigern wird auch die kommende Saison mit drei Trainern angehen.

Die Zusammensetzung dieses Trios hat sich aber geändert - für Ex-Profi Dietmar Klinger kommt Marcel Kraushaar. In der vergangenen Saison gehörte Kraushaar noch zum Spielerkader der Schwarz-Gelben. Geschätzt wurde er vor allem wegen seiner Vielseitigkeit. Kraushaar konnte als Innenverteidiger, auf der Sechser-Position im zentralen defensiven Mittelfeld oder auch offensiv auf der Zehn eingesetzt werden. Ein Spieler also, wie ihn sich jeder Trainer wünscht. Doch Kraushaar hatte schon seit längerer Zeit mit Verletzungen zu kämpfen. Und in dieser Hinsicht gab es das volle Programm: Brüche, Risse, zuletzt eine beidseitige Leistenverletzung, von der er sich aber nicht stoppen lassen wollte. „Damit habe ich sogar noch gespielt“, sagt Kraushaar, der dann aber doch die Notbremse zog. Er akzeptierte, dass der Körper nicht mehr so konnte wie der Kopf wollte. Karriere-Ende mit 25 Jahren also.

So richtig erklären kann sich Kraushaar seine schwarze Serie immer noch nicht. „In der Jugend war ich eigentlich nie verletzt“, erinnert er sich. „Die erste schlimme Sache war dann der Kreuzbandriss.“
Den zog er sich im Februar 2011 zu. Das vordere Kreuzband war gerissen, das hintere angerissen, die Außenbänder durch, und auch der Meniskus war in Mitleidenschaft gezogen worden. Bei der Reha gab es Komplikationen, Marcel Kraushaar durchlebte eine lange Leidenszeit. Mut machte ihm in dieser Phase immer wieder Niederwenigerns Trainer Jürgen Margref. „Wäre er nicht gewesen, dann hätte ich wohl schon damals aufgehört“, sagt Kraushaar, der sich jetzt natürlich riesig darüber freut, an der Seite von Jürgen Margref und Richard Jankowski, dem Dritten im Bunde, eine Mannschaft zu trainieren. „Besser geht es doch gar nicht“, sagt der Ex-Spieler. „Jürgen Margref ist ein hervorragender Trainer und auch in menschlicher Hinsicht eine Größe. Ich bin froh, das ich jetzt dabei bin. Klar ist natürlich, dass Jürgen Margref der Chef ist.“

Mit Marcel Kraushaar haben die Schwarz-Gelben einen jungen Mann in ihren Trainer-Stab aufgenommen, der enorm an diesem Verein hängt. Allerdings hat er zu Jugendzeiten dann doch einmal seinen Lieblingsverein verlassen. Er startete zwar als Bambini-Kicker seine Kariere bei den Wennischen, doch als D- und B-Jugendlicher machte er Station beim ETB Schwarz-Weiß Essen.

Erfahrungen beim ETB Schwarz-Weiß

Beide Vereine trennten damals Welten. Niederwenigern spielte noch in der Kreisliga auf Asche, und die Jugendabteilung war auch nicht unbedingt das Aushängeschild des Vereins. „Ich habe dann beim ETB wirklich viel gelernt“, erinnert sich Marcel Kraushaar vor allem an eine Saison mit der D1-Jugend, die mit einem Torverhältnis von 193:0 abgeschlossen wurde. Nach einem kurzen Zwischenspiel beim SV Burgaltendorf fand Kraushaar dann wieder den Weg zurück nach Wennigen. Er rückte aus der A-Jugend in das Senioren-Team auf und gehörte dann zu der Mannschaft, die sich von der Kreisliga A hoch bis in die Landesliga arbeitete.

Jetzt kann er seinen Sportfreunden also nicht mehr als Spieler helfen, dafür aber als Trainer. Kraushaar kümmert sich in der Saison 2016/2017 um zwei Mannschaften - nämlich mit Jürgen Margref und Richard Jankowski um die Senioren und dann auch weiterhin um die A-Jugend, die jetzt den Sprung in die Niederrhein-Liga knapp verpasste. Und als A-Jugend-Coach weiß Marcel Kraushaar natürlich immer ganz genau, welche Spieler sich kurz- oder mittelfristig für die Senioren anbieten. In dieser Hinsicht ist er also eine Idealbesetzung.

Autor: Heiner Wilms

Kommentieren