Mit dem Heimspiel gegen Union Berlin (5.-8. August) startet der VfL Bochum in die neue Zweitliga-Saison, anschließend steht die Fahrt nach Karlsruhe auf dem Programm.

12.844 Kilometer

Die VfL-Fans müssen wieder weit reisen

Michael Eckardt
01. Juli 2016, 09:06 Uhr
Foto: firo

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Mit dem Heimspiel gegen Union Berlin (5.-8. August) startet der VfL Bochum in die neue Zweitliga-Saison, anschließend steht die Fahrt nach Karlsruhe auf dem Programm.

Sollte der Auftakt gelingen, dann dürfte die Mannschaft von zahlreichen Fans nach Baden begleitet werden. Es wäre der Beginn einer, zumindest was das Reisen angeht, anstrengenden Spielzeit.

Auf 12844 Kilometer wird schließlich kommen, wer alle 17 Auswärtsspiele des VfL live vor Ort erleben will. Das sind exakt 1464 Kilometer mehr als in der vergangenen Saison (11380). Der SC Paderborn und der MSV Duisburg werden den Bochumer Anhängern fehlen, jedenfalls was die Erreichbarkeit und die relativ kurze Anreise angeht. Daneben haben sich noch der FSV Frankfurt, Freiburg und Leipzig aus der Zweiten Liga verabschiedet.

Duisburg und Paderborn fehlen

Ersetzt werden diese fünf Klubs durch die beiden sächsischen Aufsteiger und Rückkehrer Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue, für die allein in der Summe 2094 Kilometer anfallen, sowie durch den VfB Stuttgart, Hannover 96 und die Würzburger Kickers.

Die kürzeste Strecke (52 Kilometer) führt künftig nach Düsseldorf, alles andere liegt bereits im dreistelligen Bereich. München bleibt, was die Entfernung angeht, mit 618 Kilometern Spitzenreiter, es folgen Dresden (537), Union Berlin (524) und Aue (510).

Sind die Wege auch weit, so haben es doch vor allem die ersten Heimspiele in sich. Nach Union Berlin - mit dem neuen Trainer Jens Keller - stellen sich hintereinander Hannover 96, der 1. FC Nürnberg und der VfB Stuttgart - mit Simon Terodde - im Bochumer Stadion, ab heute ist rewirpower Vergangenheit, vor. Zwei Bundesliga-Absteiger und ein Teilnehmer an der Aufstiegsrelegation, da müsste das Stadion, wie auch immer es dann heißen wird, eigentlich voll werden.

Wenn denn die Blütenträume aufgehen und der VfL bereits zum Start ein gut aufeinander abgestimmtes Team stellen kann. Marco Stiepermann, einer von bislang sieben neuen Spielern, ist darum nicht bange. „Ich wusste, was in der Mannschaft steckt, auch wenn man ein paar Spieler abgegeben hat“, sagte der Ex-Fürther, der wohl auch in die Bundesliga hätte wechseln können, gestern.

Zwölf Spieler haben den VfL verlassen

Allerdings ist die Formulierung „ein paar Spieler“ eher in die Rubrik Untertreibung einzuordnen. Inklusive Michael Maria und Piotr Cwielong haben inzwischen zwölf Spieler den VfL verlassen, Tobias Weis, der noch keinen neuen Arbeitgeber gefunden hat, wird mit großer Sicherheit Nummer 13 sein. Dass aber nach der Verpflichtung von Torwarttalent Martin Kompalla (U23 Mönchengladbach) nur noch maximal drei Spieler dazustoßen sollen, liegt daran, dass die jungen Akteure Gökhan Gül, Görkem Saglam und Evangelos Pavlidis nach dem ersten Lehrjahr im Profiaufgebot einen höheren Status bekommen haben. Sie konkurrieren künftig nahezu auf Augenhöhe mit den älteren Kollegen um die begehrten Plätze im Kader oder sogar in der Startelf.

Ob Angreifer Nils Quaschner, über dessen Verpflichtung der VfL ja bekanntermaßen mit RB Leipzig spricht, tatsächlich kommen wird, dürfte von der Bereitschaft der Leipziger zu Kompromissen abhängen. Beim Bundesliga-Aufsteiger will man den 22-Jährigen, der sich offenbar mit den Bochumern bereits einig ist, nur ausleihen, beim VfL will man sich dagegen nicht mehr darauf einlassen, Spieler zwar bekannt und teuer zu machen, aber keine Transferrechte an ihnen zu besitzen. Zuschauen, wie andere Klubs von der eigenen Arbeit profitieren, macht verständlicherweise schlechte Laune. Im Fall Quaschner dürfte also allenfalls ein Leihgeschäft mit Kaufoption zu einem moderaten Preis in Frage kommen. Zumal der VfL ja bereits für drei neue Spieler Geld in die Hand genommen hat.

Der Frankfurter Lazarus Sonny Kittel, von der Bild-Zeitung als Bochum-Kandidat ins Spiel gebracht, soll dem Erstligisten FC Ingolstadt sehr zugetan sein.

Autor: Michael Eckardt

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