Ilia Gruev nimmt seine Routiniers in die Pflicht. „Die Leute, die ich seit sieben Monaten kenne, sind natürlich gefragt.“ Kapitän und Teamrat werden bestimmt.

MSV

Es geht auch ohne das A-Wort

Thomas Tartemann
30. Juni 2016, 07:07 Uhr
Foto: firo

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Ilia Gruev nimmt seine Routiniers in die Pflicht. „Die Leute, die ich seit sieben Monaten kenne, sind natürlich gefragt.“ Kapitän und Teamrat werden bestimmt.

Nach Beendigung der Trainingseinheiten sammeln die Jüngsten die Bälle ein. Beim Fußball-Drittligisten MSV Duisburg teilen sich die beiden Youngster Ahmet Engin (19) und Mohamed Cisse (18) diese Zusatzaufgabe. Inwieweit das talentierte Duo in der kommenden Saison die Bälle im Ligabetrieb auch mit dem Fuß bearbeitet, lässt sich nur schwer vorhersagen. Kaderplätze sind sowohl für Engin, der es bereits in der vergangenen Saison ins Zweitliga-Profiteam geschafft hatte, dann aber in der Winterpause zurück in die Reserve abkommandiert wurde, als auch für Cisse aufgrund der U-23-Kriterien definitiv gebucht.

Mit Cisse, Engin, dem von Holstein Kiel zurückgekehrten Fabian Schnellhart, FC Ingolstadt-Neuzugang Thomas Blomeyer und dem aus Mainz verpflichteten Torhüter Daniel Zeaiter haben die Meidericher fünf Kicker unter Vertrag, die unter 23 Jahre alt sind. Vier davon müssen im jeweiligen Spieltagskader auftauchen. Möglicherweise wird aus dem U-23-Quintett in Kürze ein Sextett. Die Suche nach einem jungen Innenverteidiger läuft beim MSV.

Natürlich wollen wir zurück in die 2. Liga
Ivica Grlic

Dass Cheftrainer Ilia Gruev seine junge Bande noch nicht allzu stark in die Verantwortung zieht, versteht sich von selbst. „Ich verlasse mich auf meine erfahrenen Spieler. Die Leute, die ich seit sieben, acht Monaten kenne, sind natürlich gefragt“, sagt der 46-Jährige. Branimir Bajic, Thomas Bröker, Martin Dausch oder auch Kevin Wolze, Kingsley Onuegbu, Baris Özbek und Nico Klotz sollen als Leader vorangehen.

Gruev wird in Kürze gemeinsam mit Co-Trainer Yontcho Arsov und Torwartcoach Sven Beuckert die Köpfe zusammen stecken. „Wir werden einen neuen Teamrat bestimmen. Und dann auch den Kapitän festlegen“, kündigt Gruev an. Dem Bulgaren kommt es auf Disziplin und Ordnung an. „Ich finde das ganz wichtig. Auf und außerhalb des Spielfelds“, so der ehemalige Nationalspieler.

Die Tatsache, dass der MSV im Vergleich zum Vorjahr, als aufgrund der angespannten Personallage und der bedrohlichen sportlichen Situation reichlich nachgelegt und vor allem bei vertragslosen Spielern zugegriffen wurde, hat den Blick für das Wesentliche geschärft. Die aktuellen Feldspieler-Neuverpflichtungen kommen allesamt aus Vereinen, in denen sie eine wichtige Rolle gespielt haben. Gruev: „Wir haben gesagt, dass wir junge, deutsche, hungrige Profis mit Potenzial suchen, die im letzten Jahr oft zum Einsatz gekommen sind. Das trifft auf Tugrul Erat, Thomas Blomeyer und Fabio Leutenecker zu. Sie stehen alle voll im Saft. Wir haben damit ein gutes Gerüst.“

Zu einer wichtigen Korsettstange soll auch wieder Martin Dausch werden. Beim 14:0-Sieg im Benefizspiel gegen TuSpo Huckingen war „Dauschi“ 45 Minuten am Ball, trug sich auch in die Torschützenliste ein. Es sind nach vielen deprimierenden Verletzungs-Monaten seine ersten Schritte zurück in die Normalität des Profialltags. Ilia Gruev: „Dausch war fast neun Monate weg. Er hat jetzt alles beschwerdefrei mitgemacht. Wie werden jetzt sehen wie er den Belastungen standhält.“
Was die Zielsetzung für die neue Saison angeht, sagt das Motto „Kommt wieder“ eigentlich alles aus. „Wir werden angreifen und oben mitspielen“, sagt Gruev und vermeidet das Wort „Aufstieg“. Manager Ivo Grlic, der seine Worte meistens mit großer Zurückhaltung wählt, sagt: „Natürlich wollen wir zurück in die 2. Liga.“ Es geht also auch ohne das böse A-Wort.

Autor: Thomas Tartemann

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