Torwart Janik Schilder hat beim FC Schalke 04 keinen neuen Vertrag erhalten. Jetzt ist der ehemalige U16-Nationalspieler auf der Suche nach einem neuen Verein.

FC Schalke II

Schilder ist enttäuscht von seinen Trainern

Florian Fischer
24. Juni 2016, 12:51 Uhr

Torwart Janik Schilder hat beim FC Schalke 04 keinen neuen Vertrag erhalten. Jetzt ist der ehemalige U16-Nationalspieler auf der Suche nach einem neuen Verein.

Letztes Jahr fuhr der 20-Jährige - unter dem damals neuen Trainer Andre Breitenreiter - noch mit ins Trainingslager nach Kärnten und durfte sich Hoffnungen auf die Position des dritten Torwarts machen, nachdem er bereits zuvor in der Rückrunde in Punktspielen und bei Spielen der UEFA Champions-League im erweiterten Kader der Profimannschaft dabei war. Mit [person=25125]Alexander Nübel[/person] bekam [person=13766]Schilder[/person] allerdings kurz vor Saisonbeginn einen Konkurrenten vor die Nase gesetzt, der als Ersatztorwart bei der ersten Mannschaft und Stammtorhüter bei der Reserve fungierte. Heute noch zeigt sich Schilder enttäuscht von den Verantwortlichen: "Vom Kopf her war es schwer für mich, das zu verstehen, da keiner mit mir gesprochen hat und ich immer alles aus der Zeitung erfahren musste. Von da an durfte ich auch nicht mehr mit der ersten Mannschaft trainieren."

Ich muss jetzt am Ball bleiben, nach obenhin gibt es keine Grenzen. Es wäre schön, einen Verein zu finden, bei dem der Trainer auf mich setzt und wo ich mich entwickeln kann
Janik Schilder (ehemaliger Junioren-Nationaltorwart)

Somit kam Schilder nur auf zwei Spiele in der Regionalliga West, auch weil Reserve-Trainer Jürgen Luginger ihm einen Einsatz in der vierthöchsten Spielklasse plötzlich nicht mehr zutraute, obwohl er bereits als U19-Torwart unter "Lugi" bei Punktspielen in der U23 ausgeholfen hatte. Daraufhin verlängerten die "Knappen" den Vertrag des jungen Keepers nicht mehr. "Es war halt schon komisch, dass mein Torwarttrainer dann teilweise selber gespielt hat in der Hinrunde", erklärt der ehemalige Junioren-Nationalspieler.

Der Direktor der Schalker Knappenschmiede, Oliver Ruhnert, weißt die Vorwürfe von Schilder jedoch entschieden zurück: "Sein Berater hat seit Oktober mit uns via E-Mail kommuniziert und wurde informiert, dass er für Janik einen neuen Verein suchen muss. Außerdem hat er von uns alle Möglichkeiten bekommen an Probetrainings bei anderen Klubs teilzunehmen." Auch den Vorwurf, dass niemand mit Schilder gesprochen hätte, dementiert Ruhnert: "Sein Trainer wird ihm im Winter mitgeteilt haben, dass es in der Rückrunde schwer für ihn wird. Sein Berater hatte damals bereits die Freigabe von uns, um mit anderen Vereinen zu verhandeln."

Dass Schilder ein außergewöhnliches Talent ist, zeigt die Tatsache, dass er sowohl Junioren-Nationaltorwart als auch Stammtorwart in der U17 und U19 war. Auch in der Youth-League konnte er bereits internationale Erfahrungen sammeln, bei Spielen gegen Topteams aus Europa. "Klar habe auch ich Schwächen, aber ich habe eindeutig mehr Stärken. Ich bin gut im Eins-gegen-eins, auf der Linie und fußballerisch bin ich sehr stark", betont Schilder selbstbewusst.

Seinen bisher größten Erfolg feierte er mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit der Schalker U19. Nachdem Schilder zuletzt eine schwere Verletzung (Adduktorenriss) auskuriert hat, bereitet er sich jetzt in seiner Heimat (in der Nähe von Ulm) auf kommende Aufgaben vor. Schilder erzählt: "Ich muss jetzt am Ball bleiben, nach obenhin gibt es keine Grenzen. Es wäre schön, einen Verein zu finden, bei dem der Trainer auf mich setzt, und wo ich mich entwickeln kann."

Beim FC Augsburg und beim 1.FC Kaiserslautern hat er zuletzt schon Probe-Einheiten absolviert. Schilders Ziele sind klar, er will langfristig wieder eine Rolle spielen. Am besten so hoch wie möglich, aber auch die dritte und vierte Liga hat er nicht ausgeschlossen.

Autor: Florian Fischer

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