Neven Subotic hatte zuletzt viel Zeit nachzudenken. Seit April fehlt der Innenverteidiger wegen einer Thrombose im Arm.

BVB

Subotic-Abschied wird konkreter

sebastian Weßling
23. Juni 2016, 00:07 Uhr
Foto: firo

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Neven Subotic hatte zuletzt viel Zeit nachzudenken. Seit April fehlt der Innenverteidiger wegen einer Thrombose im Arm.

Und in dieser Zeit dürfte bei dem 27-Jährigen endgültig die Erkenntnis gereift sein, dass sich seine Zeit beim BVB dem Ende entgegen neigt. Denn Subotic, lange Jahre fester Bestandteil der Dortmunder Startelf, ist unter Thomas Tuchel deutlich abgerutscht in der Hierarchie, stand nur noch selten auf dem Platz.

„Innenverteidiger von der Klasse eines Neven Subotic, der als Spieler unter Jürgen Klopp die meisten Einsatzminuten hatte und uneingeschränkter Stammspieler war, geben sich verständlicherweise nicht mit der Ersatzbank zufrieden“, sagt Subotics Berater Frieder Gamm inzwischen ganz unverhohlen. „Nachdem er jetzt wieder zu 100 Prozent fit ist, sind wir wir dabei, die Angebote des Marktes zu sondieren.“

Zwar verläuft der Heilungsprozess optimal, zwar kann Subotic ab dem 1. Juli wieder voll ins Training einsteigen, zwar verließ mit Mats Hummels der stärkste Abwehrspieler den BVB – und doch glaubt Subotic nicht, dass sich an seiner Situation etwas ändert. Die Hummels-Planstelle wurde mit Marc Bartra vom FC Barcelona ambitioniert besetzt, im besten Fall würde Subotic vom Innenverteidiger Nummer vier zum Innenverteidiger Nummer drei – zu wenig für seine Ansprüche. „Aufgrund des Verlaufs der letzten Saison sieht es aktuell nicht so aus, als ob Neven in der kommenden Saison mehr Spielzeit bekommen wird“, so Gamm. „Er möchte aber unbedingt spielen. Es ist unsere Aufgabe als Berater, ihm diese Optionen zu bieten.“

 Interessenten gibt es einige für den Innenverteidiger, konkrete Angebote aber noch nicht. Wenn diese kämen, wäre der BVB durchaus gesprächsbereit, obwohl der Vertrag noch bis 2018 läuft. „Wir werden Nevens Situation mit dem nötigen und verdienten Respekt behandeln“, sagt Sportdirektor Michael Zorc auf Anfrage dieser Zeitung – was nichts Anderes bedeutet als: Wenn die Ablösesumme einigermaßen stimmt, wird man Subotic allein schon wegen seiner Verdienste auf und außerhalb des Platzes ziehen lassen. Dem würde ein Abschied zwar schwerfallen – aus sportlicher Sicht aber spricht vieles dafür: „Ich bin kein Spieler, der sein Geld auf der Ersatzbank verdienen möchte“ sagt Subotic.

Auch die BVB-Fans dürfte der Abgang schmerzen. Subotic war nicht nur sportlich lange Jahre ein Eckpfeiler der Dortmunder. Seine offene Art, sein unermüdlicher Einsatz, seine kämpferische Spielweise und auch sein humanitäres Engagement machten ihn zum Publikumsliebling. Noch heute erzählt man sich, wie er einst einen der Titel, die er mit dem BVB holte, mit den Fans auf den Straßen Dortmunds feierte. Vor dem jüngsten DFB-Pokalfinale in Berlin mischte er sich auf einem Ausflugsschiff auf der Spree unter die Anhänger.

Die werden dem Serben deutlich stärker nachtrauen als beispielsweise einem Henrikh Mkhitaryan. Der war zuletzt zwar sportlich deutlich wichtiger, hatte aber nie eine derart emotionale Bindung zum Publikum. Und spätestens, seit er trotz Vertragslaufzeit bis 2017 seinen vorzeitigen Abschied aus Dortmund forciert, ist er beim BVB-Anhang unten durch.

Autor: sebastian Weßling

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