Abstieg, Aufstieg, Abstieg – und jetzt wieder ein Aufstieg. Rot-Weiss Mülheim galt in den letzten Jahren als klassischer Fahrstuhlklub. Damit soll nun endlich Schluss sein.

Rot-Weiss Mülheim

Fahrstuhl soll endlich gestoppt werden

23. Juni 2016, 08:07 Uhr
Foto: Tillmann

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Abstieg, Aufstieg, Abstieg – und jetzt wieder ein Aufstieg. Rot-Weiss Mülheim galt in den letzten Jahren als klassischer Fahrstuhlklub. Damit soll nun endlich Schluss sein.

Nach einer beeindruckend souveränen Saison in der Kreisliga A inklusive zweier langer Siegesserien mit einmal 14 und einmal 13 Erfolgen am Stück spielen die Eppinghofer im kommenden Jahr wieder in der Bezirksliga. „Einmal hatten wir ja auch noch eine Serie mit neun Siegen in Folge ohne Gegentor, das muss man als A-Liga-Team erst einmal hinbekommen. Mündelheim war ein hartnäckiger Verfolger, aber mein Team hat dem Druck immer standgehalten“, lobt Trainer Dirk Pusch seine Jungs noch einmal ausdrücklich.

Wie aus den Vorjahren gewohnt, bleibt der Kader auch diesmal zum größten Teil zusammen. Eingespieltheit und Teamgeist sind am Winkhauser Weg nicht nur leere Phrasen, sondern werden unabhängig vom Tabellenstand gelebt. Punktuell verstärken will und wird sich RWM allerdings schon, wenngleich der Trainer noch keine Namen nennen will: „Ich habe Stand jetzt drei mündliche Zusagen, aber bis zum 30. Juni kann da immer noch viel passieren. Wir sind nun einmal auch kein Klub, der mit Euros gesegnet ist und kriegen deshalb auch eher keinen Stürmer mit absoluter Torgarantie.“

Zudem könnte die berühmte Eppinghofer Asche bei der Akquise von Zugängen noch ein Hindernis darstellen. Mit der Betonung auf noch. Denn nach neuestem Stand rollen Anfang 2017 die Bagger an, um die Anlage am Winkhauser Weg zu einem Kunstrasenplatz umzubauen. „Vielleicht ziehen wir für die Heimpartien in diesem Zeitraum ins Ruhrstadion um, vielleicht ist der Rasenplatz am Wenderfeld frei. Aber damit beschäftigen wir uns, wenn es soweit ist“, erklärt Pusch.

Einen Vorteil haben die Rot-Weissen im Vergleich zur letzten Saison in der Siebtklassigkeit: Aufgrund der Ligenreform zur Saison 2015/16 mussten damals sieben Vereine aus der Bezirksliga absteigen. Dies wird nun sicher nicht der Fall sein, wenngleich genaue Regelungen diesbezüglich noch nicht abgefasst wurden. Auch die Gegner, mit denen sich die Pusch-Elf nun auseinandersetzen wird, stehen noch nicht genau fest. „Mir wäre es fast lieber, mit den Essenern und Duisburgern in einer Liga zu spielen, da kennt man schon den ein oder anderen Kollegen und kann sich auch mal einen Rat holen. Aber wir nehmen die Einteilung, wie sie kommt. Wir sind froh, dass wir uns mit diesem Thema überhaupt auseinandersetzen dürfen“, grinst Pusch.

Was der Trainer hingegen sicher weiß: „Die Arbeit in der Bezirksliga wird nicht weniger.“ Und diese Arbeit startet am 1. Juli, dann ist Trainingsauftakt bei RWM. „Ich sehe keinen Grund dafür, warum wir zu Saisonstart nicht topfit sein sollten“, denkt Pusch. Was im Übrigen auch schon ein Unterschied zur Situation vor zwei Jahren wäre. Denn da wurde die damals noch von Hatem Guerbouj trainierte Mannschaft bereits in der Vorbereitungsphase von zahllosen Ausfällen geplagt. Folge: Der Saisonstart ging mit einer kaum eingespielten Elf mächtig in die Hose, die Rot-Weissen stiegen trotz einer ordentlichen Rückrunde am Saisonende ab. Doch nun soll alles anders werden. Damit der Fahrstuhl endlich auf der höheren Etage zum Stillstand kommt.

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