Nach dem knappen Scheitern im Vorjahr hat Viktoria Buchholz den Sprung zurück in die Landesliga geschafft.

Duisburg

Wie Buchholz das große Ziel erreicht hat

Sven Kowalski
17. Juni 2016, 06:07 Uhr

Nach dem knappen Scheitern im Vorjahr hat Viktoria Buchholz den Sprung zurück in die Landesliga geschafft.

Diese Sause haben sich die Fußballer von Viktoria Buchholz verdient. Am Donnerstag machte sich der erste Teil der Mannschaft, die vor knapp zwei Wochen den Aufstieg in die Fußball-Landesliga schaffte, von Düsseldorf aus auf den Weg nach Mallorca.

Mittlerweile realisieren die Buchholzer, was sie in der abgelaufenen Saison geschafft haben. Michael Roß brauchte dazu ein paar Tage. Dass sein Team nur zwei Jahre, nachdem es dem vermehrten Abstieg aus der Landesliga zum Opfer gefallen war, wieder in die sechsthöchste Fußball-Klasse zurückkehren würde, hätte der Trainer von Viktoria Buchholz zu Saisonbeginn nicht zu träumen gewagt.

Nach dem Abstieg folgte damals der erste personelle Umbruch, nach dem knapp verpassten Aufstieg vor einem Jahr gingen wieder fünf erfahrene Leistungsträger. Das Team wurde abermals verjüngt und Roß’ Zielsetzung bewegte sich im Bereich von „weiterentwickeln“ bis „oben mitspielen“. Hinzu kamen in den letzten Wochen der abgelaufenen Bezirksliga-Saison immer neue, langfristige Ausfälle. „Dass wir allein die fünf Abgänge so gut verkraftet haben, war schon beeindruckend. Was wir dann aber in dieser Saison personell als Mannschaft aufgefangen haben, ist einfach sensationell. Im letzten Spiel haben allein sieben Stammspieler gefehlt“, stellt der Trainer heraus.

Das Losungswort in Buchholz heißt Zusammenhalt. So halfen auch die „alten Hasen“ aus der Reserve wie Markus Raue, Marc Mallwitz oder Yonis Tercan mit, den Titel zu holen – nachdem sie selbst noch die Aufstiegsfeier der „Zweiten“ in den Knochen hatten. „Die anderen tranken Bier und feierten ihren Aufstieg. Und die drei hauten sich bei 30 Grad noch einmal voll rein und geben alles für den Verein“, nennt Kapitän Sven Mailand ein Beispiel.

Er selbst gehörte zu den verletzten Leistungsträgern, verpasste die letzten sechs Spiele. „Vor ein paar Wochen habe ich gedacht, dass wird richtig hart für uns. Es kam ein Nackenschlag nach dem anderen. Aber die Jungs haben es überragend gemacht.“ Mit Blick auf den bis zum Schluss hartnäckigen Verfolger VfB Frohnhausen, den Buchholz um einen Punkt abhängte, schiebt er nach: „Frohnhausen hat sich mit Oberliga-Spielern aufgerüstet. Wir haben im Winter einen Neuzugang aus der Kreisliga geholt.“ So ist für den Kapitän, der neben Max Clever und Gianni Altomonte zu den wenigen Veteranen zählt, die vor fünf Jahren den letzten Aufstieg in die Landesliga schafften, auch klar, dass „dieser Aufstieg mehr Spaß macht. Zumal ich Kapitän dieser Truppe sein darf.“

Neuer Zwei-Jahres-Vertrag

Michael Roß sieht den Gesamterfolg des Vereins vor allem in der stark verbesserten Vorstandsarbeit begründet, seitdem Manfred Helten und Stellvertreter Andreas Claus, der bis dato Jugendleiter war, den Vorsitz vor einem Jahr übernommen haben: „Sie haben den Zusammenhalt gestärkt“, so Roß. „Die erste Mannschaft steigt in die Landesliga auf, die zweite in die Kreisliga A, die A-Junioren in die Leistungsklasse – im Verein scheint einiges zu funktionieren.“ Einziger Wermutstropfen ist für Roß, dass sein Co-Trainer Dennis Heth im Sommer den Posten des Cheftrainers beim VfL Rheinhausen übernehmen wird. „Die Zusammenarbeit konnte nicht besser sein. Ich hatte noch nie einen Co-Trainer, mit dem ich so auf einer Wellenlänge lag.“

Dennoch blickt der Coach wie auch sein Kapitän zuversichtlich in die Zukunft. „Wir werden uns jetzt darauf einstellen müssen, dass wir in der Landesliga nicht mehr ganz so häufig gewinnen. Aber wir werden einen guten 26-Mann-Kader haben, mit einigen namhaften Neuzugängen“, kündigt Roß an.

Wer seit sechs Jahren aber wohl die dickste Schweißnaht im erfolgreichen Zusammenhalt der Viktoria gezogen hat, stellt Werner Berzin klar: „Die wichtigste Entscheidung haben wir schon getroffen“, grinst das Vorstandsmitglied: „Michael Roß kriegt von uns einen neuen Zweijahresvertrag.“

Autor: Sven Kowalski

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