Raiola will seinen Klienten Henrikh Mkhitaryan mit allen Mitteln in diesem Sommer bei Borussia Dortmund freipressen und einen Wechsel zu Manchester United ermöglichen.

Borussia Dortmund

Schlammschlacht mit Mkhitaryan-Berater droht

Sebastian Weßling
15. Juni 2016, 20:45 Uhr
Foto: firo

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Raiola will seinen Klienten Henrikh Mkhitaryan mit allen Mitteln in diesem Sommer bei Borussia Dortmund freipressen und einen Wechsel zu Manchester United ermöglichen.

Eigentlich ist Hans-Joachim Watzke im Urlaub. Zeit zur Erholung findet der Geschäftsführer von Borussia Dortmund aber kaum, einen großen Teil seiner Zeit verbringt er am Telefon. Es müssen Spieler geholt und Verhandlungen geführt werden.

Zuletzt kam ein Anruf, der wenig erfreulich war: Mino Raiola, Berater von [person=12383]Henrikh Mkhitaryan[/person], teilte mit, dass der Spielmacher seinen 2017 auslaufenden Vertrag nicht verlängern und schon in diesem Sommer wechseln will – zu Manchester United. Und der Italiener griff noch ein weiteres Mal zum Telefon, informierte die „Bild“-Zeitung – und schob ein paar Angriffe nach: „Micki hat seit Monaten das Versprechen der BVB-Verantwortlichen, dass er den Verein in diesem Sommer verlassen darf. Dortmund hat ein offizielles Angebot vorliegen. Aber jetzt haben die BVB-Bosse Angst vor den eigenen Fans. Plötzlich sagen sie zu Micki, dass er nächste Saison ablösefrei gehen soll. Das ist ganz schlechtes Management.“

Es ist nicht an Herrn Raiola, das Management des BVB zu beurteilen
Hans-Joachim Watzke

Vorwürfe, die Watzke im Gespräch mit dieser Zeitung zurückweist: „Es ist nicht an Herrn Raiola, das Management des BVB zu beurteilen“, sagt er. „Es gab nie eine Zusage, dass ein Wechsel erfolgen darf.“ Mkhitaryans Vertrag, das bekräftigt der BVB-Boss noch einmal, gilt für die komplette Laufzeit, also bis 2017 – und soll auch erfüllt werden. „Das ist mit allen Gremien von Borussia Dortmund so abgestimmt.“

Die Breitseite des Beraters lässt aber schon erahnen, was in den kommenden Wochen und Monaten auf den BVB zukommt. Schon 2013, als Mkhitaryan von Schachtjor Donezk nach Dortmund wechselte, kämpfte Raiola mit harten Bandagen, um seinen Schützling loszueisen.

In Dortmund allerdings hat man Erfahrungen mit schwierigen Beratern gesammelt. Auch die von Robert Lewandowski versuchten einst unter viel Getöse, ihren Klienten ein Jahr vor Vertragslaufzeit freizupressen. Der BVB aber bestand auf Vertragserfüllung, Lewandowski blieb, und wurde Torschützenkönig. In Dortmund hofft man, dass sich Geschichte so ähnlich wiederholt – und dass sich erneut die Wogen glätten, wenn die Saison erst einmal läuft.

Guerreiro absolvierte Medizincheck

Immerhin kam Dortmund am Mittwoch bei einem weiteren Zugang einen entscheidenden Schritt voran: Der portugiesische Nationalspieler Raphael Guerreiro absolvierte am Mittwoch den Medizincheck in einem Hotel in Paris – das teilte sein Verband mit. Der 22-Jährige soll in Kürze einen Vertrag beim BVB unterschreiben, die Ablöse bei rund zwölf Millionen Euro liegen.

Autor: Sebastian Weßling

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