Trainer weg, 20 Spieler weg. Der TV Kalkum-Wittlaer steht nach dem Abstieg aus der Oberliga vor einem kompletten Neuanfang.

Kalkum-Wittlaer

Neustart - Trainer und 20 Spieler weg

16. Juni 2016, 07:37 Uhr
Foto: Ketzer

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Trainer weg, 20 Spieler weg. Der TV Kalkum-Wittlaer steht nach dem Abstieg aus der Oberliga vor einem kompletten Neuanfang.

So wird die Kaderplanung bei den Landeshauptstädtern eine Herkulesaufgabe. Holger Sturm, Nachfolger des Durchmarsch-Trainers Giuseppe Montalto, der entgegen einiger Gerüchte erst einmal eine Fußballpause einlegen wird, steht bei einer ersten Seniorenstation vor einer interessanten Herausforderung. Vor zwei Jahren trainierte er schließlich noch die B-Jugend in der Leistungsklasse. "Und das nicht wirklich erfolgreich", wie er den Abstieg seines damaligen Teams mit einem Augenzwinkern kommentiert. Dennoch sprachen die Verantwortlichen des Landesligisten Montaltos bisherigem Co das Vertrauen aus. Sturm: "Ich bin sehr dankbar dafür und werde alles dafür tun, dem Verein das zurückzubezahlen."

Der neue Linienchef der Düsseldorfer soll zwar den Weg seines Vorgängers weiterbestreiten, muss dies allerdings mit komplett neuem Personal tun. Mit Ersatzkeeper Felix Kersten, Kou Watanabe und Johannes Brors bleiben gerade einmal drei Spieler aus dem Oberligakader erhalten, hinzu kommen die vier A-Jugendlichen Nico Pesch, Philipp Kuschel, Shayan Mokrami und Jan Klug. Zudem stehen bisher vier Neuzugänge fest: Berkant Jumerovski (VfL Benrath), Demir Nuh (SG Unterrath) sowie Fabien Harrer und Mohamed El Hadi (beide DJK Agon 08). "Unser Ziel ist es zum einen, dass wir eine gesunde Mischung aus jungen und älteren Spielern herstellen", erklärt Sturm und fügt an: "Andererseits müssen wir es wieder schaffen uns als Mannschaft zu präsentieren. Das war, was uns in den Aufstiegsjahren eigentlich immer ausgemacht hat." Nach drei Jahren mit zwei Aufstiegen war das schließlich am Ende der letzten Saison nicht mehr so der Fall. Sturm: "Wir müssen wieder positive Presse bekommen. Wenn alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, sind wir da auf einem guten Weg."

Allerdings warnt Sturm vor zu großer Erwartungshaltung. Eine Rückkehr in die höchste Klasse des FVN wird nach dem Umbruch schließlich nicht angestrebt werden können: "Wir haben eine komplett neue Mannschaft und werden uns erst einmal finden müssen. Allerdings sind wir guter Dinge, dass wir die Klasse halten werden. Alles mehr ist Bonus." Schließlich ist auch der TVKW finanziell nicht auf Rosen gebettet. "Man wird hier kein Millionär, auch wenn hier vielleicht viele wohnen. Aber wir werden, und das war stets unser höchstes Bestreben, all unsere Versprechen einhalten."

Hoffnungen setzt Sturm dabei auch in Co-Trainer Stephan Bork. Der ehemalige U-Nationalspieler kam im Winter vom Rather SV und soll mit seinen Kontakten den ein oder anderen erfahrenen Spieler in die Landeshauptstadt locken. Sturm: "Wir arbeiten intensiv zusammen, das ist gerade bei so einem Neuaufbau wichtig." Bis zum Trainingsauftakt am 5. Juli soll etwa 80 Prozent des Kaders stehen, es dürfen allerdings auch gerne mehr sein. Sturm weiß allerdings auch, dass es schwierig wird.

Bleibt für Sturm also nur zu hoffen, dass sein erstes Jahr als Seniorencheftrainer erfolgreicher wird, als sein letztes in der Jugend. Sonst droht nach dem Durchmarsch von der Bezirks- in die Oberliga gleich wieder einer zurück.

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