Rot-Weiss Essen hat am Dienstag seine neue Ausrichtung vorgestellt. Wir haben uns darüber mit RWE-Präsident Michael Welling unterhalten.

RWE

Welling erklärt die Idee hinter der neuen Angriffslust

Christian Brausch
15. Juni 2016, 11:23 Uhr
Foto: Tani Capitain

Foto: Tani Capitain

Rot-Weiss Essen hat am Dienstag seine neue Ausrichtung vorgestellt. Wir haben uns darüber mit RWE-Präsident Michael Welling unterhalten.

Michael Welling, erklären Sie uns das Motto "Kämpfen hoch 3" in einer knappen Zusammenfassung. Worum geht es?
Wir sind wirtschaftlich konsolidiert, wir sind infrastrukturell gut aufgestellt, wir haben den Nachwuchs dahin geführt, wo er hingehört. Jetzt wollen wir den nächsten Schritt machen. Wir wollen sportlich den Aufstieg schaffen, dabei aber unsere wirtschaftliche Solidität nicht opfern. Gemeinsam mit vielen Beteiligten der Stadt, mit den Akteuren der Stadtgesellschaft, mit den Unternehmen der Stadt wollen wir das Ziel für die Stadt und mit der Stadt realisieren.

Frank Kurth hat gefordert, dass der Verein mit viel mehr Selbstvertrauen auftreten sollte. Das scheint ab sofort der Fall zu sein.
Wir haben auch das Thema der Einstellung diskutiert. Es geht um unsere Ziele, die halten wir für realistisch. Und jetzt gehen wir mit breiter Brust raus. Wir haben die Rahmenbedingungen, die uns das erlauben - schon jetzt. Wir müssen uns in der Regionalliga vor niemandem mehr kleiner machen und brauchen das Selbstvertrauen, jeden Gegner schlagen zu können - auch die, die etwas mehr Geld haben als wir. Mit unserem Umfeld und dem Glauben können wir das anpacken. Darum geht es. Mehr Selbstbewusstsein, breite Brust, wir sind RWE, wer bei uns gewinnen will, der muss sich weh tun.

Was bedeutet dieses Projekt wirtschaftlich? Wird es sofort einen Sprung auf eine höhere Ebene geben? Oder wird sich das alles langsam und kontinuierlich entwickeln?
Wir haben hinter den Kulissen gearbeitet, seit Oktober sind wir an der Sache dran. Wir wollten das schon früher in die Öffentlichkeit bringen, aber die sportliche Situation hat das leider nicht möglich gemacht. Wir wären für irre erklärt worden. Jetzt starten wir. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten ergeben sich in den kommenden Wochen. Das ist abhängig davon, wer alles mitmacht. Der Status Quo ist der: Wir haben gute Möglichkeiten. Auf die sind wir stolz, weil wir sie uns in den letzten Jahren erarbeitet haben. Jetzt geht es darum, gemeinsam noch mehr zu erwirtschaften. Wie erfolgreich das ist, das bestimmen nun auch die Fans und die Bürger der Stadt.

Sind schon viele Personen auf dieses Konzept angesprungen?
So viele haben wir noch gar nicht angesprochen, weil wir die Situation klein gehalten haben aufgrund der heiklen sportlichen Lage. Aber wir haben schon erste Erfolge. Die ersten Partner, denen wir unseren Plan vorgestellt haben, waren angetan. Zudem haben wir Hochtief gewinnen können, eines der großen Unternehmen in Essen, die zuletzt nicht mehr bei RWE waren. Wir haben sie mit dem Konzept und auch mit unserem Projekt der Essener Chancen überzeugt. Sie sind dabei, wollen helfen. Ich bin sicher, dass der eine oder andere noch folgen wird.

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Erklären Sie bitte kurz, wie die Unternehmen profitieren, wenn sich der sportliche Erfolg einstellt.
Die Mechanik ist so: Wer jetzt mitmacht, der unterschreibt für drei Jahre zu festgelegten Konditionen und einem festgelegten Gegenwert. Wenn es uns gelingt, in den kommenden drei Jahren den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen, dann hat jeder, der mitmacht, die Option, zu entscheiden, ob er auch eine Liga höher dabei ist. Natürlich dann mit einem gesteigerten Gegenwert, zum Beispiel mehr Werbewert für die Sponsoren oder im Hospitality-Bereich (V.I.P.-Bereich, Anm. d. Red.), wo wir sowieso schon fast ausverkauft sind. Da hat man seine Karte gesichert, bevor viele andere kommen, die in einer höheren Liga dabei sein wollen. Sollte es dann innerhalb von drei Jahren nochmals gelingen aufzusteigen, würde die Mechanik auch in der 2. Bundesliga wieder so greifen. Ich bin dann zu Regionalliga-Konditionen plus einen Tacken mehr in Liga 2 dabei!

Autor: Christian Brausch

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