Der Bochumer Sascha Lewandowski (44), ehemaliger Trainer von Bayer Leverkusen und Union Berlin, ist tot. Alles deutet auf einen Suizid hin.

Sascha Lewandowski

Alles deutet auf Suizid hin

Bernd Kiesewetter / RS
09. Juni 2016, 17:28 Uhr

Der Bochumer Sascha Lewandowski (44), ehemaliger Trainer von Bayer Leverkusen und Union Berlin, ist tot. Alles deutet auf einen Suizid hin.

Der Bochumer Sascha Lewandowski, ehemaliger Trainer von Bayer Leverkusen und Union Berlin, ist tot. Die Ursache für den überraschenden Tod des früheren Bundesliga-Trainers Sascha Lewandowski (44) wird wohl durch eine Obduktion geklärt. Das sagte Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion. Der Verstorbene war am Mittwochnachmittag tot in seiner Wohnung im Bochumer Stadtparkviertel entdeckt worden.

Der Verstorbene, der früher Bayer Leverkusen in der Bundesliga und bis März dieses Jahres den Zweitligisten Union Berlin trainiert hatte, war am Mittwochnachmittag tot in seiner Wohnung im Bochumer Stadtparkviertel entdeckt worden. Hinweise auf Fremdverschulden lägen nicht vor, teilte der Bochumer Polizeisprecher Frank Lemanis mit. Nach Informationen dieser Redaktion handelt es sich um einen Suizid.

Rettungsdienst soll Lewandowski gefunden haben

Die Lebensgefährtin Lewandowskis, die sich dienstlich im Ausland befand, soll sich Sorgen gemacht haben, weil sie ihn zwei Tage lang nicht erreichen konnte. Als der Rettungsdienst der Feuerwehr in der Wohnung eintraf, lag Lewandowski leblos dort. Nähere Umstände teilte weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft mit. Bachmann sagte, dass „das Persönlichkeitsrecht des Verstorbenen das Interesse der Öffentlichkeit an Informationen überwiegen“ würde.

Am Donnerstag stellte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht einen Antrag, die Leiche obduzieren zu können. Am Freitag wird eine Genehmigung erwartet. Wohl Anfang nächster Woche soll der Leichnam in der Rechtsmedizin untersucht werden.

Von der Polizei festgehalten

Übereinstimmenden Informationen dieser Redaktion und anderer Medien zufolge soll Lewandowski Ende vergangener Woche für mindestens einige Stunden von der Polizei festgesetzt worden sein, nachdem er nahe des Dortmunder Hauptbahnhofs in seinem Auto auffällig geworden war.

Lewandowski war zuletzt als Trainer bei Zweitligist Union Berlin tätig. Nachdem er zuvor schon für drei Wochen krankgeschrieben war, löste der 44-jährige gebürtige Dortmunder Anfang März seinen Vertrag bei Union auf. Wegen eines [URL=http://www.reviersport.de/325452---union-berlin-burnout-lewandowski-loest-vertrag.html]akuten Erschöpfungssyndroms ("Burnout") konnte Lewandowski nicht weiter arbeiten[/url].

"Wir sind tief bestürzt und unglaublich traurig. Unsere aufrichtige Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie und den Angehörigen von Sascha Lewandowski“, sagt Union-Präsident Dirk Zingler zu Lewandowskis Tod.

Nachdem er und der Verein seine Erkrankung öffentlich gemacht hatten, erklärte er: "Ich hatte gehofft, dass eine kurze Pause reichen könnte, die Beschwerden deutlich zu verringern. Dies war aber leider überhaupt nicht der Fall. Neben den gesundheitlichen Risiken muss ich auch akzeptieren, dass ich aktuell einfach nicht annähernd die Power habe, mit so viel Energie zu arbeiten, wie ich es als Cheftrainer gewohnt bin und wie die Mannschaft es verdient. Nach Einschätzung meiner Ärzte wird es noch Monate dauern, bis ich wieder der Alte bin."

Als Jugendtrainer in Leverkusen zuhause

Lewandowski startete seine Trainer-Karriere in der Jugend des VfL Bochum. Von da aus ging er zu Bayer Leverkusen, wo er viele Jahre erfolgreich die U19 leitete. Nachdem Robin Dutt als Trainer bei Bayer Leverkusen entlassen worden war, übernahm er zusammen mit Sami Hyypiä zunächst interimsmäßig, zu Beginn der Saison 2012/13 dann als Cheftrainer die Profis von Bayer. Nach einer Saison bat der Fußballlehrer allerdings darum, wieder in den Nachwuchs wechseln zu können. Im September 2015 trat er schließlich die Stelle bei Union Berlin an.

Autor: Bernd Kiesewetter / RS

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