Schalkes neuer Manager Christian Heidel tritt seit seinem Amtsbeginn kräftig auf das Gaspedal. Das Chaos hinter den Kulissen kann aber auch er nicht verhindern. Ein Kommentar.

Schalke-Kommentar

Machtkampf droht verbrannte Erde zu hinterlassen

06. Juni 2016, 23:07 Uhr
Foto: firo

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Schalkes neuer Manager Christian Heidel tritt seit seinem Amtsbeginn kräftig auf das Gaspedal. Das Chaos hinter den Kulissen kann aber auch er nicht verhindern. Ein Kommentar.

Star-Einkäufe für Königsblau? Das können sich die Schalke-Fans abschminken. Sportvorstand Christian Heidel schloss am Montag aus, dass die um Konsolidierung bemühten Knappen zweistellige Millionenbeträge für neue Spieler bezahlen. Im aufgeregten Fußballzirkus ist ausgerechnet ein Schalker plötzlich so etwas wie die Stimme der Vernunft.

Vereinsintern ist ein nüchterner Vermittler noch viel dringender gefragt. Die Fanszene ist völlig zerrissen, und je näher die Mitgliederversammlung am 26. Juni rückt, desto schwerer sind die Geschütze, die hinter den Kulissen in Stellung gebracht werden. Jetzt sorgte ein Appell des Ehrenpräsidenten Gerd Rehberg an Wahlausschuss und einzelne Aufsichtsratsmitglieder für Wirbel. Rehbergs Aufforderung, Tönnies zur Wiederwahl zuzulassen, wird die Debatte um Richtung und Streitkultur bestimmt nicht entschärfen, sondern dürfte weitere Munition für die Schalker Schlammschlacht liefern.

Einen Beigeschmack hat die Veröffentlichung auch deshalb, weil Rehberg sogar vermeintliche Interna ausplaudert. Gleichzeitig wurde den amtierenden Aufsichtsräten von ihrem Vorsitzenden aber ein Maulkorb verpasst.

Alle Lager scheinen so fast täglich neue Argumente für ihre Position zu finden - und alle Beteiligten beteuern, doch nur das Beste für Schalke zu wollen.

Fest steht aber: Der Wahlkampf wird mit harten Bandagen geführt und sich noch weiter zuspitzen. Es steht zu befürchten, dass er – bevor die Jahreshauptversammlung überhaupt eröffnet wird – verbrannte Erde hinterlassen haben wird. Darauf kann das Feld für eine erfolgreiche Zukunft jedoch nur äußerst schwer bestellt werden. Auch für ein Management-Ass wie Christian Heidel eine Herkules-Aufgabe.

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