Puakenschlag beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen: Aufsichtsratsboss Christian Hülsmann hat seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt. Der Präsident bleibt an Bord.

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Hülsmann tritt zurück, Welling verlängert

Ralf Wilhelm
02. Juni 2016, 11:33 Uhr
Foto: Tim Müller

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Puakenschlag beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen: Aufsichtsratsboss Christian Hülsmann hat seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt. Der Präsident bleibt an Bord.

Wenn Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen außerhalb der Saison zur Pressekonferenz bittet und der Vorstandsvorsitzende Michael Welling und der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Hülsmann die Gesprächspartner sind, müssen gewichtige Gründe vorherrschen.

In der Tat: In diesen Minuten wird an der Hafenstraße 97a verkündet, was FUNKE Sport vorab erfuhr: Christian Hülsmann wird sein Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden noch in diesem Monat zur Verfügung stellen! Allerdings scheidet er nicht im Groll, der 66-jährige möchte einfach mehr Zeit für private Dinge und die Familie bekommen. Hülsmann war 2010 wenige Wochen nach seiner Pensionierung als Stadtdirektor gleich auf den Aufsichtsratsposten beim Traditionsklub gewechselt, obwohl sein Lebensplan eigentlich ein anderer war. Das will er nun nachholen: Zukünftig wird man ihn des öfteren wohl auf seiner deutschen Lieblingsinsel Sylt oder beim Bergwandern auf Mallorca antreffen - wenn nicht gerade ein RWE-Spiel ansteht, als Fan bleibt er dem Verein natürlich erhalten.

Der Nachfolger für Hülsmann steht auch schon fest: Der Aufsichtsrat einigte sich auf Andre Helf, geschäftsführender Gesellschafter der Excellent Business Gruppe in Köln, ein Spezialist für Mietbüros und Virtual Offices. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler ist seit Dezember 2012 Aufsichtsratsmitglied, ist langjähriger Dauerkartenbesitzer sowie seit einiger Zeit Logenbesitzer im Stadion und großzügiger Sponsor des Vereins. Der 50-jährige ist Familienvater zweier Kinder.

Auf der Vereinsführungsebene bleibt hingegen alles beim Alten, ja mehr noch: Michael Welling wird seinen bis 2017 laufenden Vertrag als Vorstandsvorsitzender vorzeitig bis 2020 verlängern! Zuletzt waren Gerüchte aufgekommen, der Vereinsboss könnte nach der Katastrophen-Saison mit dem Fast-Abstieg amtsmüde geworden sein. Darüber hinaus gab es Anfragen von zwei Zweitligisten sowie einem Bundesligisten, die auf die wirtschaftlich erfolgreiche Arbeit des 44-jährigen Marketing-Experten aufmerksam geworden waren. "Natürlich waren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dort sehr reizvoll, aber ich bin mit Rot-Weiss noch nicht fertig - deshalb bleibe ich."

Nun darf der RWE-Fan gespannt sein, in welcher Liga der Weg zu Ende sein wird.

Autor: Ralf Wilhelm

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