Der MSV Duisburg meldet seine zweite Mannschaft ab. Ab der nächsten Saison werden die Zebras die U23 nicht mehr ins Rennen schicken.

MSV Duisburg

Zebras melden U23 ab

RS
27. Mai 2016, 16:10 Uhr
Foto: Ketzer

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Der MSV Duisburg meldet seine zweite Mannschaft ab. Ab der nächsten Saison werden die Zebras die U23 nicht mehr ins Rennen schicken.

Diese Entscheidung ist laut des Vereins allerdings unabhängig vom Abstieg in die 3. Liga getroffen worden. Vielmehr setzt der MSV angesichts seiner Erfahrungen mit den seit dem Lizenzentzug 2013 deutlich geringeren Mitteln für den Nachwuchsbereich künftig auf eine neue, verschlankte Struktur in seinem NachwuchsLeistungsZentrum. „Mit dieser strategischen Entscheidung stärken wir unser Ziel, eine professionelle und ambitionierte Ausbildung für unsere Lizenzabteilung zu betreiben“, verdeutlicht Ingo Wald, Vorstandsvorsitzender der Zebras. Der auslaufende Vertrag mit U23-Trainer Manfred Wölpper wird deshalb nicht verlängert.

„Grundsätzlich gilt, dass es zu diesem sehr komplexen Thema kein pauschales ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ gibt. Jeder Verein muss für sich individuelle Ansätze finden, wie er mit den vorhandenen Ressourcen seine Ziele erreichen will“, ergänzt Wald.

Jeder Verein muss für sich individuelle Ansätze finden, wie er mit den vorhandenen Ressourcen seine Ziele erreichen will
Präsident Ingo Wald

„Das ist kein Rückschritt, sondern ein erster und wichtiger Schritt, die Durchlässigkeit innerhalb des Vereins unter den veränderten Möglichkeiten seit 2013 wieder zu fördern. Denn die aus dem U23-Budget frei werdenden Mittel werden wir zielgerichtet nutzen, die Möglichkeiten im Jugendbereich wieder zu stärken“, unterstreicht MSV-Sportdirektor Ivo Grlic. „Das ist einerseits eine wichtige Motivation für die Jugendspieler, andererseits auch ein elementarer Punkt in der Zertifizierungsbewertung des NLZ.“ Das Kriterium Durchlässigkeit ist bei der letzten Zertifizierung durch den DFB als „verbesserungswürdig“ eingestuft worden.

Künftig setzt der MSV auf die feste Integration der besten Top-Spieler der ältesten Jahrgänge im Herrenbereich, etwa durch Teilnahme am Trainingslager oder Training zur intensiveren Sichtung; die Mittel sollen aber auch in Personal auf und neben dem Platz investiert werden.

Darüber hinaus peilt der MSV Ausbau und Intensivierung der Kooperation mit Clubs aus der Nachbarschaft an und wird vermehrt „Talentspiele“ mit den Top-Spielern der U19 und U17 bestreiten, um sie an den Seniorenbereich heranzuführen.

„Uns ist allen klar, dass nicht davon auszugehen ist, dass die Ausbildung mit 17, 18, 19 Jahren fertig sein wird. Ebenso gibt es keinen Garantieschein dafür, dass wir in zwei Jahren den [person=13777]Leroy Sané[/person] aus Duisburg präsentieren können. Aber wenn wir nicht heute anfangen, in einem Mindestmaß erste strukturelle Verbesserungen zu schaffen, dann wird die Gefahr, ganz abgehängt zu werden, nur noch größer“, verdeutlicht Uwe Schubert, Leiter des Duisburger NLZ.

Dem MSV ist es zuletzt angesichts fehlender Mittel kaum mehr gelungen, talentierte Spieler aus der U19 in die U23 zu übernehmen. Die Gehälter, die mit dem momentanen Budget in der U23 gezahlt werden, sind im Vergleich zu vielen Regionalligisten und auch Oberligavereinen schlicht zu gering, um damit Perspektivspieler für den Lizenzbereich an den MSV zu binden.

„Uns allen“, verdeutlicht Wald noch einmal, „ist bewusst, dass ein möglicher Neuanfang einer zweiten Herrenmannschaft in der Kreisliga C starten würde. Dieses ‚Downside‘ haben wir bedacht - sehen aber in der jetzigen Stärkung der Jugendarbeit den richtigen Ansatz und nehmen es daher in Kauf.“

Die Duisburger Zweitvertretung konnte in dieser Saison knapp einem Abstieg aus der Oberliga Niederrhein entgehen. Zwei Spieltage vor Schluss steht der MSV II mit sechs Punkten und einem deutlich besseren Torverhältnis vor einem Abstiegsplatz.

Autor: RS

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