RevierSport berichtete vor wenigen Tagen über Spielmanipulation in den Amateurligen. Ein suspektes Spiel im A-Juniorenbereich (Kreisliga A) sorgt nun für Aufsehen.

A-Jugend-Kreisliga

Ein 26:2 wirft viele Fragen auf

Maximilian Daum
27. Mai 2016, 11:18 Uhr
Foto: Tim Müller

Foto: Tim Müller

RevierSport berichtete vor wenigen Tagen über Spielmanipulation in den Amateurligen. Ein suspektes Spiel im A-Juniorenbereich (Kreisliga A) sorgt nun für Aufsehen.

Und zwar das 26:2 (8:1) des VfB Günnigfeld gegen die Sportfreunde Altenbochum. Die Fakten: Der VfB Günnigfeld und TuS Hattingen liefern sich ein Fernduell um die Meisterschaft. Beide Teams liegen punktgleich an der Spitze, am Ende könnte das Torverhältnis entscheidend sein. Auch hier liegen - oder besser lagen - beide Teams dicht beieinander. Dann schoss der VfB Günnigfeld die SF Altenbochum (Platz neun der Tabelle) am letzten Sonntag mit 26:2 vom Feld. In den 15 vorherigen Partien erzielten die Günnigfelder ganze 35 Treffer. Und nun diese Ausbeute. Da müssen Fragen erlaubt sein, auch wenn der Gegner nur mit zehn Mann angetreten ist. Zumal beide Teams zum Abbruch bereit gewesen sein sollen.

Laut ruhrkanalnews.de hielt der anwesende Schiedsrichter kurz telefonische Rücksprache mit seinem Obmann. Als er zuückkehrte wollten beide Mannschaften das Spiel plötzlich doch fortsetzen. Zeugen zitieren laut ruhrkanalnews einen Spieler aus Altenbochum mit dem Worten „Für zwei Kisten Bier können wir auch weiterspielen.“

Der TuS Hattingen, der durch dieses Spiel die Tabellenführung verlor, legte mittlerweile bei der Spruchkammer Einspruch gegen die dubiose Begegnung ein. Wir fragten bei den Beteiligten nach, was war denn da los?

Serhat Demir (Trainer der A-Jugend des TuS Hattingen):"Dass sie mit zehn Mann antreten und beim Stande von 15:1 das Spiel zunächst abbrechen wollen, nach einem Telefonat des Schiedsrichters sich aber beide dazu bereit erklären weiterzuspielen und dann noch zwölf Tore kassieren, das ist sehr suspekt. Was soll ich dazu sagen? Wenn eine Mannschaft zuvor 35 Tore schießt und dann 26 Tore in einem einzigen Spiel, kann es nicht mit sauberen Dingen abgelaufen sein. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder man fängt selber mit so einer Scheiße an oder man ist der faire Zweite. Letzteres wäre mir lieber. Aber wie soll ich dann die Jugendlichen weiter motivieren? Den Spielern von Altenbochum kann man keinen Vorwurf machen. Als Trainer von Altenbochum hätte ich mir schon vorher überlegt, ob ich mit zehn Mann antrete, damit erst gar keine Diskussionen aufkommen. Ich bin ja Sportsmann, ich wäre bereit, am Ende der Saison ein Entscheidungsspiel zu machen. Selbst wenn wir nicht mehr aufsteigen sollten, bin ich froh, dass sowas nicht mehr unter den Teppich gekehrt wird."

RS versuchte auch Stimmen aus Günnigfeld und Altenbochum zu bekommen. Doch bisher gab es von beiden Vereinen kein Statement zu dem kuriosen Ergebnis.

Autor: Maximilian Daum

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