Im letzten Schalker Saisonspiel bei 1899 Hoffenheim wurde er kurz vor Schluss das erste Mal in der Bundesliga eingewechselt, aber so richtig bekannt ist sein Name noch nicht.

FC Schalke 04

Talent fordert Fährmann heraus

Manfred Hendriock
25. Mai 2016, 07:57 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Im letzten Schalker Saisonspiel bei 1899 Hoffenheim wurde er kurz vor Schluss das erste Mal in der Bundesliga eingewechselt, aber so richtig bekannt ist sein Name noch nicht.

Dabei steckt hinter Alexander Nübel eine hoch interessante Geschichte – eine Geschichte, die sich um die Zukunft dreht. Denn der 19-Jährige gilt als herausragendes Torwart-Talent. Auf Schalke war er zuletzt schon die Nummer zwei hinter Ralf Fährmann.

Herr Nübel, müssen Sie eigentlich schon Autogramme als Schalke-Profi geben, wenn Sie privat in der Stadt unterwegs sind?

Alexander Nübel: Eigentlich noch nicht. Letztens wurde ich einmal in Buer erkannt, aber so richtig wahrgenommen werde ich bisher noch nicht. Meine Einkäufe kann ich noch erledigen, ohne dass ich angesprochen werde (lächelt).

Sie sind ein Spieler, über den bisher wenig in den Zeitungen steht, über den man aber im Vereinsumfeld viel Gutes hört…

Nübel (verwundert): Das bekommt man ja selbst nicht so mit. Und für die Medien gibt es ja auch noch nicht so viel zu berichten über mich.

Ralf Fährmann hat den Vergleich angestellt, dass er in diesem Alter noch nicht so weit gewesen sei, wie Sie es heute mit 19 Jahren sind.

Nübel: Das kann ich natürlich nicht beurteilen, ich habe Ralle damals ja noch nicht gekannt und im Training gesehen. Aber es ist schön, das zu hören. Ralle hat ja auch schon viel erlebt. Wenn er so etwas sagt, ist das eine Bestätigung für meine Leistungen auf dem Trainingsplatz.

Inwiefern haben Sie davon profitiert, dass Sie in der vergangenen Saison im Training mit Ralf Fährmann zusammengearbeitet haben?

Nübel: Man guckt sich eine ganze Menge von ihm ab, beobachtet seine Bewegungen und die ganz Kraft, die er dabei entwickelt. Aber auch psychisch macht mich das Training stärker. Ich war früher immer ein bisschen nervös, das hat sich jetzt schon sehr gelegt, und dazu hat auch das Training mit ihm sehr viel beigetragen.

Anders als Ralf Fährmann und Manuel Neuer sind Sie nicht durch die berühmte Schalker Torwartschule gegangen, sondern vor einem Jahr aus Paderborn gekommen. Wie kam es dazu?

Nübel: Torwart-Trainer Simon Henzler, den ich aus Paderborn schon kannte, hat mich angerufen und gefragt, ob ich mir einen Wechsel vorstellen kann.

Und Sie sind aus allen Wolken gefallen, dass Schalke Sie haben wollte?

Nübel: So ungefähr, damit hatte ich nicht gerechnet. Schalke hat durch seine Torwart-Schule sowieso schon genügend eigene Torhüter, die nachrücken, aber sie wollten mich trotzdem. Ich habe dann mit meinen Eltern ein bisschen überlegt, ob ich das machen soll, aber letzten Endes konnte man diese Chance nur wahrnehmen. Schalke ist einer der größten Vereine in Deutschland – wenn man das nicht machen würde, wäre man ja schon etwas bekloppt…

Simon Henzler hält sehr viel von Ihnen. Als er einmal für die WAZ die Schalker Torhüter verglichen hat, waren Sie in zwei Kategorien der Beste. Können Sie sich vorstellen, welche Kategorien das waren?

Nübel (überlegt): Schwierig. Ging es nur um positive Eigenschaften?

Ja. Er hat gesagt, Sie wären der Talentierteste von allen und der beste Feldspieler.

Nübel: Das mit dem Feldspieler kommt wohl daher, dass ich beim SC Paderborn bis zu meinem 14. Lebensjahr im Feld gespielt habe. Das war von Vorteil. Zum Ende der U14 hat sich dann die Frage gestellt, was ich machen soll: Feldspieler oder Torwart? Da wurde mir geraten, ins Tor zu wechseln, und es war wohl die richtige Entscheidung (schmunzelt).

Dass Sie auch der talentierteste Schalker Torwart sind, ist eine große Auszeichnung...

Nübel: Auf jeden Fall. Zumal für mich Ralf Fährmann derzeit einer der besten deutschen Torhüter ist.

Autor: Manfred Hendriock

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