Der MSV ist wieder da - die Hoffnung auf den Klassenerhalt lebt. Auch Dank der Arbeit des Trainers. Ein Kommentar.

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Gruev darf sich Aufholjagd als Erfolg ans Revers heften

Dirk Retzlaff
17. Mai 2016, 08:54 Uhr
Foto: firo

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Der MSV ist wieder da - die Hoffnung auf den Klassenerhalt lebt. Auch Dank der Arbeit des Trainers. Ein Kommentar.

Ilia Gruev und Giorgi Chanturia – zu Beginn des Jahres schien das nicht zu funktionieren. Als der MSV Duisburg mit frisch aufgeladenem Akku nach der Wintervorbereitung in der 2. Bundesliga das Himmelfahrtskommando Aufholjagd in Angriff nahm, schien Chanturia keine wichtige Rolle zu spielen. Der Georgier war zunächst nur Bankdrücker. Der Trainer attestierte dem Nationalspieler Defizite im Defensivverhalten, stellte aber im gleichen Atemzug klar, dass Chanturia im Saisonverlauf noch eine wichtige Rolle spielen würde.

Chanturia muss dem MSV nur noch einen weiteren Geniestreich schenken

Manche mögen den MSV-Trainer nicht nur wegen dieser Aussage belächelt haben. Auch Gruevs wiederholtes Statement, dass niemand die Nerven verliere und die Rettung noch möglich sei, löste angesichts des stetig anwachsenden Rückstandes wiederholt Kopfschütteln aus. Sätze, die jemand halt sagen muss, um die Spannung zu halten – auch wenn die Situation noch so aussichtslos erscheint.

Auch wenn bei der beispiellosen Aufholjagd der Zebras an manchen Stellen das Glück Pate stand: Dass der MSV nun doch noch über die Relegation die Klasse halten kann, darf sich Ilia Gruev – immerhin ist Duisburg seine erste Station als Cheftrainer – als großen Erfolg ans Revers heften. Gruev verstand es, das Team beisammen zu halten. Es gab keine mannschaftsinternen Querelen, die im Abstiegskampf keine Seltenheit sind.

Gruev und Chanturia – am Ende passte es nicht nur, es war einer der Schlüssel zum Erfolg. Der Georgier avancierte in den letzten Wochen zum unverzichtbaren Leistungsträger, hinzu kamen wichtige Tore – wie zuletzt in Sandhausen und im Spiel gegen Leipzig. Dass Chanturia oft sein eigenes Ding macht, Kollegen und Trainer dabei zur Verzweiflung bringt, ist die eine Seite. Die andere Seite: Von solchen Typen lebt der Fußball, vermutlich steigen Paderborn und Frankfurt auch deshalb ab, weil sie solche Typen nicht haben.

Jetzt muss Chanturia dem MSV nur noch einen weiteren Geniestreich schenken – und ein Versprechen einlösen: dass der Klub mit ihm nicht absteigen wird.

Autor: Dirk Retzlaff

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