Im Eckbüro auf der dritten Etage der Schalker Geschäftsstelle brannte am Pfingstmontag Licht, Horst Heldt räumte seinen Schreibtisch aus.

Schalke

Manager Christian Heidel gibt sofort Vollgas

Manfred Hendriock
17. Mai 2016, 07:10 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Im Eckbüro auf der dritten Etage der Schalker Geschäftsstelle brannte am Pfingstmontag Licht, Horst Heldt räumte seinen Schreibtisch aus.

Nur ab und zu ging der 46-Jährige hinaus auf den Balkon. Immer dann, wenn er eine Zigarette rauchen wollte: Der neue Bewohner in dem Büro ist Nichtraucher.

Christian Heidel wird in diesen Tagen in das Büro einziehen, doch wie sehr Schalkes neuer Sportvorstand schon in den vergangenen Wochen von Mainz aus für die Königsblauen aktiv war, zeigte sich am Sonntag: Heidel war gerade zwölfeinhalb Stunden offiziell im Amt, als Schalke bereits die Verpflichtung von Abwehrspieler Naldo (33) vom VfL Wolfsburg bekanntgab. Es war die zweite wichtige Personalentscheidung von Heidel, nachdem er vor dem letzten Schalker Saisonspiel bei der TSG Hoffenheim (4:1) bereits Trainer André Breitenreiter über die Trennung informiert hatte. Nur bei der beabsichtigten Verpflichtung von dessen Nachfolger Markus Weinzierl konnte Heidel noch keinen Vollzug melden: Schalke und Weinzierls aktueller Arbeitgeber FC Augsburg haben sich noch nicht auf eine Ablösesumme für den 41-Jährigen einigen können.

Heidels erster Transfer ließ aber aufhorchen, zumal er über die Bühne gegangen war, ohne dass es im Vorfeld Geräusche gegeben hatte: Er angelte sich den routinierten Abwehrspieler Naldo, der ablösefrei zu haben war, weil der VfL Wolfsburg das internationale Geschäft verpasst hat. „Als wir gehört haben, dass Naldo verfügbar ist, haben wir uns sofort um ihn bemüht“, berichtete Heidel noch von Mainz aus: „Es war enorm wichtig, einen so erfahrenen Spieler für eine junge, talentierte und entwicklungsfähige Mannschaft zu gewinnen.“ Der Brasilianer Naldo, der seit elf Jahren in Deutschland lebt und in dieser Zeit für Werder Bremen und den VfL Wolfsburg 292 Bundesliga-Spiele bestritt, hat seit dem Frühjahr auch einen deutschen Pass. Er bestätigte, dass Schalkes neuer Manager den Überraschungs-Coup eingefädelt hatte: „Christian Heidel hat mich in den Gesprächen so begeistert, dass ich nun große Lust auf die Herausforderung bei Schalke habe.“ Er soll den zum FC Liverpool wechselnden Joel Matip ersetzen und erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag bis 2018 mit einer Option auf ein weiteres Jahr.

Schalke holt wohl Robert Leipertz zurück

Noch nicht offiziell bestätigt hat Schalke einen zweiten Neuzugang: Offensivspieler Robert Leipertz (23), in der Schalker U 23 ausgebildet und beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim enorm weiterentwickelt (zehn Tore und zehn Vorlagen in dieser Saison), kehrt mittels einer Option zurück. Dieser Transfer macht allerdings auch ohne den Einfluss des neuen Managers Sinn.

Die Trainerfrage konnte Heidel am Wochenende indes nur soweit beantworten, dass sich Schalke „für einen Neubeginn“ entschieden habe. Der soll mit Markus Weinzierl stattfinden, der aber in Augsburg quasi noch auf Abruf sitzt und solange sagt: „Ich bin nicht in einer Position, wo ich etwas verkünden kann.“ Fünf Millionen Euro soll der FC Augsburg für die Freigabe fordern: Heidel wird Verhandlungsgeschick benötigen, wenn er den Wunschtrainer rasch präsentieren will – es ist fraglich, ob das bis zum Mittwoch gelingt. Dann ist Heidels erster offizieller Termin auf Schalke.

Ob sein neues Büro dann schon bezugsfertig ist, steht allerdings noch nicht ganz fest: Schalke hat einen Maler mit Renovierungsarbeiten beauftragt – da Heidel doch überzeugter Nichtraucher ist...

Autor: Manfred Hendriock

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren