Wie nebensächlich die ewigen Diskussionen über den Fußball im Allgemeinen und das kickende Geschehen im Revier im Besonderen doch sind, erfährt Horst Jentgen täglich neu. In dieser Woche war der 57 Jahre alte Polizist am Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan im Einsatz, dort wo zahlreiche Unterschlupfe der Al Qaida-Terroristen vermutet werden. Im

Horst Jentgen - Polizist in Afghanistan und Tipper bei RevierSport

Von Viersen nach Kabul

hb
17. August 2007, 11:08 Uhr

Wie nebensächlich die ewigen Diskussionen über den Fußball im Allgemeinen und das kickende Geschehen im Revier im Besonderen doch sind, erfährt Horst Jentgen täglich neu. In dieser Woche war der 57 Jahre alte Polizist am Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan im Einsatz, dort wo zahlreiche Unterschlupfe der Al Qaida-Terroristen vermutet werden. Im "Alltagsgeschäft" ist der Beamte Leiter der Polizeiwache in Viersen, seit Dezember 2006 aber beruflich in Afghanistan auf Streife.

Zunächst im Rahmen des Deutschen Polizei-Projektbüros in Kabul als Berater der afghanischen Polizei, fungiert Jentgen seit der Übernahme durch die europäische Polizeimission EUPOL Afghanistan Ende Juni als Reformkoordinator im Sekretariat des International Police Coordination Board (IPCB) ebenfalls in Kabul. Hier im IPCB werden die verschiedenen multinationalen oder bilateralen Maßnahmen im Rahmen der Aufbauhilfe für die Polizei Afghanistans koordiniert.

"Voraussichtlich Mitte Dezember, also nach Ablauf eines Jahres, werde ich meinen Einsatz in Kabul beenden und in den Schoß meiner Familie und der Kreispolizeibehörde Viersen zurückkehren", ist die Zeit, in der er noch in gefährlicher Mission unterwegs ist, absehbar.

Über das Geschehen in der Heimat informiert sich Jentgen online. "Nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen ist das Freizeitangebot für Europäer in der afghanischen Hauptstadt stark eingeschränkt. Das Internet stellt insofern einen zentralen Punkt in meinem 'afghanischen' Privatleben dar, natürlich auch wegen der Verbindungen nach Hause", sagt der in Wesel geborene und in Düsseldorf aufgewachsene Fußball-Fan. "Aus dieser Zeit rührt auch meine innige Liebe zur Düsseldorfer Fortuna, an der auch die letzten Leidensjahre nichts zu ändern vermochten."

So verfolgte Jentgen vergangene Woche den Internet-Live-Ticker der Regionalligapartie zwischen der Weidemann-Truppe und Rot-Weiss Essen. "Dabei bin ich, wie bei Fortuna mittlerweile gewohnt, tausend Tode gestorben", gibt Jentgen zu.
Spätestens zur Rückrunde wird er sich mit dem Online-Service nicht mehr zufrieden geben müssen, sondern zu den Partien in der LTU-Arena pilgern. "In der Zwischenzeit begnüge ich mich damit, meinen Fußballsachverstand mit anderen zu messen. Hierfür ist das RevierSport-Tippspiel ein ausgezeichnetes Forum", betont der Vater von drei erwachsenen Töchtern und einem neunjährigen Sohn, der seit Beginn dieser Saison in der E-Jugend von Viktoria Anrath (Ortsteil von Willich im Kreis Viersen) dem runden Leder nachjagt.

Autor: hb

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