In der Essener Kreisliga A kam es am Pfingstmontag zwischen dem Spitzenreiter TuS Holsterhausen und Abstiegskandidat FC Karnap zu unrühmlichen Szenen.

Spielabbruch in Essen

Karnap am Ende mit fünf Feldspielern

Krystian Wozniak
16. Mai 2016, 13:39 Uhr
Foto: FC Karnap

Foto: FC Karnap

In der Essener Kreisliga A kam es am Pfingstmontag zwischen dem Spitzenreiter TuS Holsterhausen und Abstiegskandidat FC Karnap zu unrühmlichen Szenen.

Das Spiel musste beim Stand von 7:0 für Holsterhausen aufgrund von zwei Roten Karten sowie drei Verletzungen auf Seiten der Karnaper abgebrochen werden. Am Ende stand der FCK nur noch mit fünf Feldspielern sowie einem Torwart auf dem Platz. Wir befragten die Beteiligten: was war da los?

Christian Petereit, Trainer des FC Karnap:
"Das Spiel hat aus unserer Sicht gut angefangen. Wir hatten eine dicke Torchance. Leider ging der Ball nicht über die Linie. Danach hat die Schiedsrichterin meines Erachtens nach einige unglückliche Entscheidungen getroffen und wir lagen mit 0:2 hinten. Es folgte noch eine Rote Karte gegen uns, wegen vermeintlichen Nachtretens. Diese Entscheidungen haben die Mannschaft negativ beeinflusst. Wir haben noch das 0:3 und 0:4 vor der Pause kassiert. Fast mit dem Pausenpfiff gab es dann die nächste Rote Karte für uns. Ein absolutes Unding! Unser farbiger Spieler wird von einem Zuschauer rassistisch beleidigt. Das haben sehr viele Leute gehört. Daraufhin hat der Junge nur die Worte "halt die Fresse da draußen" erwidert und prompt sah er die Rote Karte. Das war eine absolute Fehlentscheidung. Nach der Halbzeit haben wir noch drei Spieler nach einem Pressschlag und muskulären Verletzungen verloren. Nach rund 70 Minuten wurde das Spiel beim Stand von 0:7 abgebrochen."

Frank van Doren, Teammanager TuS Holsterhausen:
"Die Aussagen des Kollegen Christian Petereit sind schlichtweg nicht wahr. Er stand 100 Meter davon entfernt. Da muss er schon ganz, ganz gute Ohren haben. Beide Karnaper sahen die Rote Karte wegen Nachtretens. Es kann keine Rede von irgendwelchen rassistischen Sprüchen sein. Ich war an dem Tag Linienrichter und stand beim zweiten Platzverweis daneben. Da hat kein Zuschauer den Spieler rassistisch beleidigt. So etwas gibt es bei uns nicht. Wir haben selbst farbige Spieler in der Mannschaft. Der Karnaper hat Alexander Knieper von den Beinen geholt und zurecht Rot gesehen. Ich habe die Zuschauer 70 Minuten lang in meinem Rücken gehabt und ich kann mich nur wiederholen: Niemand hat irgendeinen rassistischen Spruch geäußert."

Autor: Krystian Wozniak

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